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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 428 -
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Seite - 428 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mesmer 428 Mesmer arzt Baron Störck, der sich am mtschie» densten gegen Mesmer stellte, wodurch M.'S Erfolge in nicht geringem Maße geschädigt und beeinträchtigt wurden. Auch die Akademien von Paris, London und Berlin, denen er Nachricht über sein System gegeben, nahmen entweder gar keine Notiz von ihm oder behandelten, wie die Berliner, die ganze Sache in wegwerfender Weise, der bekannte Phy- siker Ingenhouß fBd. X, S. 206) nahm sogar Veranlassung, sich laut und öffentlich gegen Mesmer zu erklären. Aber auch Mesmer fand sich in diesem Kampfe nicht verlassen. Der berühmte Präger Arzt Klinkofch ^Bd. XII , S. 401^ veröffentlichte in den „Abhand- lungen einer Privatgesellschaft in Böh» men" ein an den Grafen Kinsky ge- richtetes Schreiben, den thierischen Ma« gnetismus und die sich selbst ersitzende Kraft betreffend, und Ingenhouß wurde von Mesmer, den er der Char> latanerie anklagte, selbst zum Charlatan gemacht. Auch verlor er trotz alledem den Muth nicht, im Gegentheile, dieser Widerstand der gelehrten Welt spannte seine Thatkraft, und konnte cr sie durch seine Lehre nicht gewinnen, so wollte er sie durch Thatsachen, wenn nicht zur Aenderung ihrer Ansicht, so doch zum Schweigen bringen. I n Wien lebte damals ein Fräulein Paradis, das, von Jugend auf vom schwarzen Staar behaftet, überdieß an convulfivischen Bewegungen in den Augen litt, die so heftig waren, daß ihr dieselben gleich- sam aus ihren Höhlen heraustraten; auch ein hartnäckiges Milz- und Leber» leiden zog ihr Schmerzen zu, die manch» mal von Irrsinnsanfällen begleitet wa- ren. Störck, der die Kranke seit zehn Jahren behandelt«, erklärte ihr Uebel für unheilbar, wie denn auch die be« rühmtesten zu Rathe gezogenen Augen- arzte aussprachen, daß in diesem Falle ihrer Kunst eine Grenze gesteckt sei. Mesmer aber war anderer Meinung, und der thierische Magnetismus sollte nun seine Wunderkraft beweisen. Er nahm das kranke Fräulein Paradis — sie hatte sich später durch ihr Clavierspiel und ihren Gesang einen berühmten Namen erworben -— in Behandlung, und soll es ihm gelungen sein — was aber von anderer Seite auf das Ent« schiedenste in Abrede gestellt wird — nach Verlauf weniger Monate die seit Jahren von ihrem Leiden Behaftete auf den sichtlichen Weg der Besserung zu bringen. Das Leiden der Milz und Leber nahm allmälig ab, die krankhaften Bewegungen der Augen ließen nach, ja die Kranke erlangte ihre Gesundheit, die Augen ihre Sehkraft wieder. „Die ganze medizinische Facultät", so erzählt Mes» mer in seiner „Darstellung des thieri» schen Magnetismus", „überzeugte sich von dieser Thatsache, und der Vater der Geheilten zögerte nicht, die an seiner Tochter vollführte Wundercur in allen öffentlichen Blättern Europa's gebüh« rend und dankbar bekannt zu machen." Der Fall, in seiner Art ganz geeignet, Aufsehen zu erregen, trug nicht wenig zum Ruhme Mesmer'S bei, die Zahl seiner Anhänger wuchs, und selbst unter seinen Gegnern hatte die Sache ihre Wirkung nicht verfehlt, wenngleich von maßgebender Seite gegen ihn in ganz ernsthafter Weise fortgeschritten wurde. Von Seite der Medicinalbehörde. an deren Spitze eben Baron Störck sich befand, erhielt nämlich M. unterm 2. Mai 1777 den Auftrag, dieser Char- latanerie ein Ende zu machen und die Kranke — denn M. behandelte sie in seiner Wohnung — der Familie wieder
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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