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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 436 -
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Seite - 436 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mesfenhaustr 436 Melsenh auser sollte eine Nationalgarde errichtet werden, und M. wurde von der Bürgerschaft in das Comitö zur Orgcmisirung derselben gewählt. Nicht die Annahme der Wahl, wie es in einer 3ebensskizze heißt, sondern waS Alles drum und dran hing, vor» nehmlich sein Auftreten auf dem Rath- hause, wo er Gegenstände berührte und in einer Art behandelte, welche mit seiner Stellung und mit seinem Eide als kais. Officier nimmer zu vereinigen waren, hatten eine schnellere Verwirklichung seiner Absichten, das Schwert mit der Feder zu vertauschen, als er erwartet hatte, zur Folge. Er hatte sich eine dreitägige Arreststraft und die Versetzung von 3em< berg nach Wien, welche unmittelbar darauffolgte, zugezogen. I n Wien be- fand er sich bereits am 27. März, und dort angelangt, reichte er seine Quitti» rung ein, die noch mancherlei Schwierig« keiten doch in kurzer Zeit erfolgte. M. selbst gibt über diese, seinen raschen Aus« tritt aus dem Militär erläuternde Kata» strophe seines LebenS Auskunft in einem ganz ausführlichen, im Stabsftockhause geschriebenen, an Oi-. Ludwig August Frankl gerichteten, von Wien 28. März datirten Briefe, den die Brockhaus, schen „Blätter für literarische Unterhat« tung" 1849, S. 8l)3j, seinem ganzen Inhalte nach wörtlich mittheilen. Bei seinem Austritte hatte M. nur noch einen Revers unterschrieben, in welchem er feierlich gelobte, weder gegen das kaiser^ liche ErzHaus noch gegen dessen Alliirte zu kämpfen. Es ist dieß so bei Quitti- rungen üblich, und wird hier nur deßhalb bemerkt, weil man mit dem Bruche dieses Gelöbnisses seine Verurtheilung in Ver> bindung brachte. Nach seinem Austritte hielt sich M. in Wien auf und gab zuerst eine Zeitschrift: „Die Volkstribüne", her» aus, welche gerade ob ihrer gemäßigten Haltung keine Theilnahme fand und in kurzer Zeit schon zu erscheinen aufhörte. Im Uebrigen lebte er ganz zurückgezogen, betheiligte sich durchaus nicht an dem tollen Treiben der verführten aufgehetzten Menge, trat weder in den Clubbs als Redner, noch in Plakaten und Flug. schriften als Agitator und Wühler öffentlich auf, daS einzige Lebenszeichen, das er in dieser Periode gab, war seine Kandidatur für das Frankfurter Parla- ment. Zu diesem Zwecke legte er dem Wahlbezirke von Proßnitz sein politisches Glaubensbekenntniß vor, in welchem er sich entschieden zu den Grundsätzen des Fünfziger«Ausschufses bekannte. Da aber jener Wahlbezirk keinen Abgeordneten nach Frankfurt sandte, so blieb Messen- Hau ser in Wien. Den Sommer über war er mit seinem „NathSherrn" und kleineren literarischen Arbeiten beschäftigt, auch exercirte er über Aufforderung sei» nes Freundes 3. A. Frankl die achte Mediciner«Compagnie innerhalb weniger Wochen ein. Wie es nun geschah, daß er nach dem 6. October mit einem Male zum provisorischen Commandan- ten der Nationalgarde für Wien und die Umgebung gewählt wurde, ist bis« her noch nicht aufgehellt. Denn die Thatsache, daß ihn Becher und mehrere polnische Abgeordnete am 12. October dem Minsterium deS Innern für diesen Posten, den vor ihm Graf Hoyos, dann Pannasch und für sehr kurze Zeit Sp ihhüt l und Scherzer beklei« det. vorgeschlagen und dieses ihn ernannt hatte, läßt doch vorbereitende Schritte von seiner und anderer Seite, kurz, eine Reihe von Thatsachen voraussetzen, die erst mit semer Wahl einen Abschluß fanden. M. nahm ohne Zögern diesen schwierigen und gefährlichen Posten an, er hielt sich der damit verknüpften Auf.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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