Seite - 448 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
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Messerschmidt 448 Messerschmidt
unten^ zu Theil geworden. Im Um-
gange mit den Menschen war er geradezu
schroff, und wenn Einer mit ihm nicht
übereinstimmte oder ihn ohne Absicht
verletzte, unhöflich. Die kleinen, in dieser
Skizze erzählten LebenSzüge beruhen auf
Wahrheit und charakterisiren ihn ganz.
Diese im Verkehre mit Menschen, auf
den ein Künstler mehr wie ein anderer
angewiesen ist, befremdliche, ja unerträg-
liche Umgangsweise war die Ursache
seines Widerwillens gegen den Umgang
mit Menschen, die ihm seine Malicen und
Fußtritte eben auch nicht mit Artigkeiten
und Bitten um Nachsicht erwiederten. Trotz
aller dieser menschlichen Schwächen und
Schrullen war er aber ein großer Kunst»
ler. dessen Arbeiten Zeugniß geben von
einer Bedeutenheit. die nicht täglich und
überall anzutreffen, und der nur durch
eine bedauerliche Gemüthsanlage in der
Geltendmachung seineö herrlichen Talentes
durch großartige Werke gehindert wor>
den war. Professor Schroer in Preß-
bürg hat den Künstler zum Helden eines
Dramolets gemacht.
Merk würdigeLebensgeschichte des Franz
Xaver Messerschmidt, gewesenen k. k. öf<
fentlichm Lehrers der Bildhauerkunst in Wien
und Hofbildhauers in München. Mit kurzen
Bemerkungen über dessen neun und vierzig
Original'Charakter.Vüsten (Wien l852, 39 S.
12«.) hiach diesem gest. im Jahre 1764; es
soll noch eine ältere „Lebensgeschichte des F.
Messerschmidt" (Wien 1808, 8".) vorhanden
sein. mir aber ist es nicht gelungen, sie auf'
zufinden). — (Füßli) Annalen der bil.
denden Künste für die österreichischen Staaten
(Wien 130 l , Schaum bürg. 8".) n . Theil.
S. 21-28 sschreibtihn auch Messerschmied
und läßt ihn 1733 geboren und im August
i?83 gestorben sein^. — Bal lus (Paulo.).
Preßburg und seine Umgebungen (Preßburg
l823, A. Schwaiger und I . Landes, 8°.)
S. 190 u. f. snach diesem gest. im I . 1784).
— Adler (polit. Blatt), von Groß.Hof«
finger (Wien. ar. 4") 1839. Nr. 286. —
Gräffer (Franz), Wiener Dosenstücke; näm» lich Physiognomien, Conversations-Bildchen,
Auftritte u. s. w. Wien und die Wiener be-
treffend u. s. w. (Wien 1832, I . F. Groß. 8«)
Bd. I I , S. 231: „Der Hogarth der Plastik".
— Allgemeine Theater»Zeitung, her«
ausgegeben von Adolph Bäuerle (Wien,
gr. 40.) 28. Jahrg. (1835). Nr. 66. S. 264,
u. Nr. 73. S. 292. — Oesterreichischer
Zuschauer, herausg. von Ebersberg
(Wien, 8«) Jahrg. 1837, Bd. IH , S. 1168:
„Der österreichische Bildhauer F. X. Messer»
schmidt", von Si las. — (De Luca) Das
gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778,
v. Trattnern. 8<>.) I. Bds. 2. Stück. S. 333. —
Meusel(Iot). Georg), Miscellaneen artisti.
schrn Inhalts. 13. Heft, S. 43; 18. Heft.
S. 249; 26. Heft. S. 74. — Dlabacz
(Gottfried Johann), Allgemeines historisches
Künstler<Lerikon für Böhmen und zum Theile
auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815,
Hanse. 4a.) Bd. I I , Sp.311. — Lipo w sky.
Bairisches Künstler-Lexikon, Bd. I, S. 204.
— Nagler (G.K. vi-.), Neues allgemeines
Künstler-Lexikon (München l839, E. A. Fleisch,
mann. 8<>.) Bd. IX, S. <«2 snach diesem geb.
im I . 1737^. — Die Künstler aller Zeiten
und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Mü l.
ler, fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger
(Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert. gr. 8".)
Bd. I I I , S. 8t) schreibt ihn Messerschmied
statt Messerschmidt; läßt ihn im I . 1737 ge.
boren sein. was unrichtig ist^. — T schi sch ka
(Franz), Kunst und Alterthum in dem öster«
reichischen Kaiserstaate (Wien 1836, Fr. Beck,
gr. 8".) S. 23. 33. 34, 254, 379. — Oester-
reichische 9! at ional 'Encyklopädie von
Gräffer und Czikann (Wien 1836, 8»)
Bd. I I I , S. 647. — Franz Xav. Messer,
schmid's BüstewCharakteristik von vi-. G.H.
(Wien 1838, Mechl'taristeN'Druckerei, 8".). —
Porträt. Unterschrift: Franz Xaver Messer»
schmidt. M. Z. L. Schmid lso. (Kupf..8o.).
— Mefserschmidt's Charakterköpse. Das An<
denken an diesen bedeutenden Künstler hat
sich noch am meisten durch die Charakterköpfe
erhalten, deren Ausführung er, zum Nachtheile
der Kunst, sich zur Lebensaufgabe gestellt. Es
ist dieser Charaktertöpfe schon in der Lebens»
skizze gedacht, wie auch dort erwähnt worden,
daß er durch Lavater's physiognomische
Uiltersuchnngm auf diese Idee gerathen war.
Hundert Büsten zu vollenden, hatte er sich
vorgenommen, eine fehlte von dem halben
Hundert, das er zu Stande gebracht. Füßl i
betrachtet diese Büsten als Werke einer ver-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon