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Meßmer 482 Meßmer
zelner Theile her heiligen Schrift des
neuen Bundes anbelangt, so fällt der
Brixener Bischof in seiner Vorrede zur
„Erklärung des Iohannes'Evangeliums«
das Urtheil, „daß M. die Gabe deS
Zusammenschaues der Dinge, um die
Bedeutung derselben sowohl im Einzel«
nen, als in einem größeren Ganzen zu
entziffern, in hohem Grade besessen
habe". Wenn man sein Tagebuch gelesen
hat, so finden sich ein inniger Glaube,
hoher Seelenadel und eine tiefe kern-
hafte Frömmigkeit als Grundzüge seines
Alois Meßmer, Professor der Theologie zu
Vriren u. s. w. Ein Lebensbild, gezeichnet
nach dessen Tagebuch. Briefen u. s. w. von
I. G. Vonbank. Herausgegeben von Dr.
I . C. Mitterrutzner. Zwei Bändchen
(Briren 186«. A. Weyer. so.). — Volks,
und Schühen'Zeitung (Innsbruck. 4".)
1831, S. i6 l : „Die feierliche Ueberreichung
des Ehrenpokals an den Dichter des Tiroler
Schützenliedes, Alois Meßmer". — Katho.
lisches Repertorium. Zeitschrift u. s. w.
Innsbruck. 4o.) 1857, Nr. 77. S. 6l0.- „Die
letzten Tage des Professors Meßmer" sauch
in der Augsburger Postzeitung 1837, Beilage
Nr. 215). — Porträt. Unterschrift: Alois
Meßmer. Professor der Theologie zu Briren.
Geb. zu Nassereut in Tirol am 11. November
1822. Gest. zu Albano bei Rom am 23. August
1337. Gemalt von A. v. Buttlar. I . Riaal
lith. (80. u. 4".). — Grabdenkmal. M. ist in
der Kathedrale zu Albano, wo er gestorben,
beigesetzt. Seine Ruhestätte deckt ein einfacher
Marmorstein mit einer von Dr. Fl i r ver«
faßten lateinischen Inschrift. Seine Landsleute
ließen sich es aber nicht nehmen, dem Dichter
des preisgekrönten Tiroler Schützenliedes. dem
im Namen der Schützen am 5. Mai 1831 ein
prächtiger Ehrenpokal überreicht wurde, ein
Denkmal im Lande zu errichten. Die Idee
zu diesem Denkmal gab ein Gedicht M.'s: „Die
schmerzhafte Gottesmuter", Der Bildhauer
Gräbmer übernahm die Ausführung. Seit
Ostern 1859 ziert der Denkstein die Epistel,
seite des Presbyteriums der Kuratiekirche zu
Nassereut. Das Materiale ist Kalkstein; die
Höhe des Monumentes vom Sockel bis zum
oben abschließenden Kreuze beträgt 10, die Breite nahe 4 Wiener Fuß. Das Mittelbild
stellt den Erlöser und seine Mutter dar, gleich
nach der Abnahme vom Kreuze. Die beiden
Figuren sind im Hoch'Relief ausgeführt, so
daß der größere Theil des Körpers kräftig aus
der Nische hervortritt. Im Hintergrunde sieht
man den unteren Theil des senkrechten Kreuz«
balkens. Der einfach verzierte Sockel trägt
die Inschrift: „Dem Andenken des hochw.
Herrn Alois Meßmer. Professor der Theo«
logie in Briren, und Sänger des preisgekrön«
ten Tiroler Schützenliedes, geboren zu Nasse»
reut am 11. November 1822. gest. zu Albano
bei Rom am 23. August 1857", und das ob,
erwähnte Gedicht Meßmer's an die schmerz«
hafte Gottesmutter:
Du halst den Sohn am Mutterherzen, so
kalt. verblutet und erbleicht,
Wo ist ein Schmerz wohl, der dem Schmer«
zen Maria deiner Seele gleicht?
Doch tröste dich! drei kurze Tage. so lebt
der Sohn dir neuverklärt,
Dann wird, 0 Mutter, deine Klage zur
Wonne, welche ewig währt.
-Versüßet ist auch uns das Scheiden, des
Todes Stachel ist zerstört.
Da diese Mutter muthig leiden, und dieser
Sohn uns hoffen lehrt.
Noch sind folgende Personen dieses Namens be«
merkenswerth.- 1. Nenedict Meßmer (gcb.
zu Stad bei Constanz am Bodensee im Jahre
1784, Todessahr unbekannt). War ein aus«
gezeichneter Gärtner, der sich in der Garten»
kunst zu Amsterdam und Utrecht in Holland
und in England auf einem Landgute der Her«
zöge von Marlborough ausgebildet hatte. Er
kam als k. k. Hofgärtner auf das kaiserliche
Lustschloß Kleßheim nächst Salzburg, und hat
die Gärtnerei und Landwirthschaft daselbst in
einer Weise vervollkommnet, daß er die allae»
meine Aufmerksamkeit erregte. Seine Baum»
schulen, Gemüsegärten, Treibhäuser, ferner
seine Stallungen, Scheunen, kurz die ganze
Oekonomie zeugte für seinen ordnenden, erfin»
derischen Geist, mit dem er Verbesserung an
Verbesserung auf dem seiner Leitung ange«
wiesenen Gebiete anreihte. Als Mitglied des
landwirthschaftlichen Vereins war er für die
Förderung einer verbesserten Bodencultur in
allen ihren Zweigen auch sonst in Salzburg
thätig. ^Spaur (Friedrich Graf). Spatzier«
gange in den Umgebungen von Salzburg
(Salzburg 1813. 8<>.) S. 94, 93 u. 96. —
Pi l lwe in (Benedict), Biographische Schil«
derungen oder Lexikon salzburgischer, theils
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon