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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 467 -
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Seite - 467 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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467 zu Ersterem hielt, wieder in den Vorder« gründ trat. Und dieß geschah in ganz eigenthümlicher Weise. Gegen alles Her- kommen, mit Beseitigung jeder Form erließ er eine Verordnung, mit welcher er sich selbst zum General sn Ol^t und Dembinski zu seinem Stellvertreter ernannte. DieseS merkmürdige Actenstück vom 2. Juli aber lautet: „Verordnung von dem Oberbefehlshaber der Gesammt« armee an Herrn Feldmarschall.Lieutenant Dembinski: Offene Verordnung, wel» cher gemäß der Herr Feldmarschall'Aeu» tenant ermächtigt wird, über die Bewe- gungen des Heeres, sowie über Dislo« cirung und Verpflegung, mit einem Worte über alle Bedürfnisse desselben die nöthigen Verordnungen zu erlassen, und so zu verfahren, wie es die jetzigen Verhältnisse und das Wohl des Landes erheischen werden. Der gesammten Armee aber und allen Militär »Individuen höhern und niedern Ranges wird hiemit unter strengster Verantwortlichkeit anbe- fohlen, dem oberwähnten Herrn Feld« marschall-Lieutenant in Allem pünctlichen Gehorsam zu leisten und seine Befehle zu vollziehen. Möszäros, ML." M. begab sich nun sogleich nach Komorn, um daS Obercommando Görgey abzu- nehmen und es selbst anzutreten. Aber die Schlacht bei Szöny unterbrach seine Reise, er kehrte nach Pesth zurück und Major Sztankovics überbrachte die vorerwähnte Ordre nach Komorn; die von ihm nun erlassenen Befehle, welchen zufolge Görgey mit seiner Armee auf das linke Donauufer übergehen sollte, hatten nur den Erfolg, von Görgey unbeachtet und unbefolgt geblieben zu sein.' Indessen war die revolutionäre Regierung bereits nach Szegedin über» siedelt, dort wurde Aulich zum Kriegs- minister ernannt, und nachdem im Kriegsrathö vom 27. Juli der Beschluß: daß Mäszäros definitiv das Ober« commando übernehme, von M. ent- schieden abgelehnt-- wurde, übernahm Dembinski dasselbe und M. wirkte an dessen Seite als General'Quartier« meister. Nnter Dembinski comman» dirte M. noch in der Schlacht von Szöreg und verließ mit diesem nach der Niederlage bei Temesvär, vor welcher er. wie auch Dembinski, abgedankt hatte, worauf Bem das Obercommando über« nahm, den ungarischen Boden, um ihn nie wieder zu beteten. Am 45. August langte er zu Orsova auf neutralem Boden an. Er und Dembinski waren als walachische Kaufleute verkleidet, die Grenzwache hatte sie jedoch erkannt, ihnen die Waffen abgenommen und sie in die Contumazanstalt von Turnul» Severin gebracht. Später ging Möszä> ros mitKossuth nach Widdin, Schumla und Kutahia. wurde dann im Mai 1331 mit noch 83 anderen Flüchtlingen auf einem englischen Schiffe nach England gebracht, wo ihm der freundlichste Em» pfang wurde. Bis zum August verweilte M. in England, dann begab er sich nach Frankreich, welches er in Folge des Staatsstreiches vom 2. December 1831 verließ, worauf er sich nach Jersey begab, und von dort aus im Sommer 1883 nach Amerika übersiedelte. In der Zwischenzeit wurde er von dem in Pesth nach niedergedrücktem Aufstande aufge« stellten Kriegsgerichte verurtheilt und mit Kossuth nebst 34 anderen Häup« tern der Revolution in hiN^is gehängt. Im October 1838 kehrte er aus Amerika nach England zurück und fand zu Eywood in Herefordshire, dem Edelsihe der Lady Langdale, der Schwieger« mutter des exilirten ungarischen Grafen Teleki, gastliche Aufnahme, die er aber 30*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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