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Mittrovsky Mttrovsky
neuen Universität gewählt, mit welcher
Würde er zugleich die eines landesfürst.
lichen Commiffärs der Brünner Ritter-
akademie und des Stifts- und Oekono.
nomie«Superintendenten des Priester-
Hauses verband. Des Geschichtschreibers
Monse Worte bezeichnen mit wenigen
Worten den Einfluß und die Bedeuten»
heit von M.'s Wirken nach dieser Seite
hin. „Seit Stiftung der hohen Schulen
in Mahren", schreibt Monse, „haben
die Künste und Wissenschaften nie Herr-
licher geblüht und reifere Früchte ge>
tragen, als unter dem Präsidium Schutz
und der weisen Leitung M.'s, die Auf-
nähme, welche er den Lehrern bereitete,
und die Behandlung derselben bewirkten
die erwünschteste Ruhe. Ordnung und
Harmonie, seine Aufmunterung und Be>
sörderung der Verdienste brachten gelehrte
Leistungen hervor, verbreiteten Cultur
und Aufklärung im Lande." Monse
that diesen Ausspruch, nachdem er selbst
bereits einundzwanzig Jahre die Thatig-
keit dieses Staatsmannes in der angege»
benen Richtung erprobt hatte. Die Vei>
dienste des Grafen fanden Allerh. Ortes
mehrfache Würdigung, im Iahrc 1763
erhielt er die geheime Rathswürde und
wurde im nämlichen Jahre in den Gra-
fenstand erhoben; und bei der Feier sei-
nes fünfzigjährigen Dienstcsjudiläums,
om 6. Jänner 1808, erhielt er das nur
11 Personen zu Theil gewordene Groß»
kreuz des neugestifteten Leopold-Ordens.
Graf Johann Baptist war zweimal
vermalt, zuerst (seit dem Jahre 1764)
mit Iosepha Gräfin Per gen (gest.
1796) und zum anderen Male (seit
10. Mai 1797) mit Maria Anna Grä-
fin Ugarte, verwitweten Freiin Hau»
spersky von Fanal. Nur aus erster
Ehe stammen zwei Söhne, deren jünge-
rer, Graf Anton Friedrich ^s. d. S. 384^, die jüngere gräfliche Linie,
deren Stifter . Ioh ann Baptist ist,
fortpflanzte. Die eigenen reichen Samm«
lungen, welche der Graf besaß, darunter
eine an botanischen Prachtwerken sehr
reiche Bibliothek, seine Herbarien und
NaturalieN'Sammlungen, befinden sich
im Besitze der Familie,' das Hsr-barium
vivurn, eine Sammlung getrockneter
Pflanzen, welche 10.000 Arten enthielt,
gelangte als Nachlaß in die Hände seines
ältesten Sohnes, des Grafen Alois.
Zcman's Wanderer für das Jahr 1812. —
Brünner Zeitung l8tl, S. 73—78. —
Moravia (Brünner Unterhaltungsblatt 4v.)
Iahrg, 1838, S, 47; Jahrg. 1839, S, 74 .^
Mittrowskl), Johann Nepomuk Graf
von (Naturforscher, geb. zu B r ü n n
20. Jänner 1737. gest. 20. Mai 1799).
Der einzige Sohn des k. k. Feldzeugmei-
sters Maximil ian Joseph Grafen
M. aus dessen erster Ehe mit Mar ia
Theresia Gräsin Heußler . Ur-
sprünglich sich für die Laufbahn seines
Vaters entscheidend, trat er, 17 Jahre
alt, im Jahre 1773 in die kaiserliche
Armee, welche er aber schon nach einigen
Jahren, nach dem Tode seines Vaters,
im Jahre 1782, wieder verließ. Er trat
nun als Hauptmann aus, übernahm die
ihm als Erbe zugefallenen Herrschaften
Bystrzitz und Ro^inka, und lebte aus»
schließlich den Wissenschaften. Er unter»
nahm Reisen im Kaiserstaate und im
Auslande, auf einer derselben, im Jahre
1784, besuchte er Neapel, und widmete
vornehmlich dem Vesuv und seinen vul»
kanischen Erscheinungen ein eindringliches
Studium. Der Graf war Mitglied der
Privatgesellschaft der Naturfreunde in
Brunn und für die Zwecke derselben als
ihr freiwilliger Secretär ungemein thätig.
Ferner war er Mitglied der Gesellschaft
der Freimaurer, welche im I . 1786 in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Band 18
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Metastasio-Molitor
- Band
- 18
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 522
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon