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rowa das Erbland-Thürhüteramt ledig
geworden, erhielt.I ohannWi lhel m's
Neffe, Joseph Peter, diese Würd? mit
Diplom ädo. Wien 6. Mai 4743. indem
die Kaiserin folgende im Archive des Mi
nistelinms des Innem noch vorhandene
Resolution traf: „wegen des erbthürhüt-
ters hatte es gern mladotta verlihen
oder einem der seinigen, weil aber khciner
von den seinigen sollen vorhanden seyn,
so wäre noch einmahl sich zn informi'
ren, ob nicht ein Vetter vorhanden",
Ein Vetter war es nicht, der die Würde
-erhielt, aber der Neffe Johann M i t
Helm's, Joseph Peter.
Arneth (Alfred Ritter von), Manu Theresia's
erste Regierungsjahre (Wien i863, Brauinül»
ler, gr. 8<>.) Vd. I, S. 345; Vd. Is, S. 24l,
243 u. 314.
Hur Genealogie und Geschichte des Herrcagc-
schlechtes Madata von Salopisk. Dir M l a»
dota sind ein altes 6echischeS Adelsgeschlecht,
dessen Vorkommen bereits zu Anfang des
13. Jahrhunderts, zu Zeiten des Königs
Sig i6 mund nachweisbar ist. Aber das Ge»
schlecht ist bei weitem älter, hat jedoch, wie
uiele andere böhmische Adelsfamilien, durch
den Brand des Jahres 134l, in welchem
auch die königliche Landtafel eingeäschert
worden, viele Urkunden eingebüßt, die über
ihr altes'Herkommen und über ihre Vorsah'
ren Auskunft geben. Der (.'ontinuato!'
^'Ili-onic^o <^o«!nk(i ?i'»Fmi«j8, im Jahre
1722 herausgegeben, gedenkt schon unter dem
Jahre 1N7, S. 29, eines „uobilil' ot
potLntin noininis Niaclot.!!,, < u^i LkLiUokm
dlouse^Zorlä iu VIN«. Alk^i oon5ti'uxürl<,t<".
Das Geschlecht, rin blühendes, zweigte sich
bald in mehrere Linirn ab, die aber alle
nach und nach erloschen, und nur die eine,
von Idenko M. abstammende, pflanzte sich
bis auf unsere Tage fort. Mit Uebergehung
einiger unerheblicher, bereits erloschener Ne,
benllnien ist diese zur Stunde noch blühende
auf der beiligenden Stammtafel ersichtlich.
Wann sie überhaupt, ub sie je den Ritter» !
stand erhielten, ist nicht mehr nachweisbar,
sie galten ihrem Wesen, Vermögen, Auftre-
ten und ihren Heirathcn nach mit den Töch- tern deu besten Familien des Adels, als
adelig, und dabei hatte es sein Bewenden.
Für die besondere Treue, welche die Spros.
sen dieser Familie bei verschiedenen Gelegen«
heiten dem ErzHause bewiesen hatten. insbe-
sondere für die Hingebung, welche Johann
Wilhelm von Ml adota an den Tag legte,
als der Bayern'Churfürst Kar l Albrecht
— gleich dem Brandenburger immer ein auf
den Glanz und die Macht des Hauses Habs«
bürg scheelsüchtiger Nachbar, dessen Neid
selbst durch die vielen Heirathen. welche
Habsburg mit Sproßen seines Hauses ihm
gestattete, nicht zu bändigen war — in die
Erblande Oberösterrcich und gleich darauf in
Vöhmen einbrach. Mar ia Theresia vergaß
es dem edlen M l adota nicht, der lieber
den Tod erlitt, als daß er die Treue seiner
Königin gebrochen hatte, und verlieh mit
Diplom vom 6. Mai i?43. da Johann
Wilhelm selbst nicht mehr am Leben und
unmittelbare Nachkommen von ihni nicht
vorhanden waren, feinem Neffen Joseph
Peter die Erblaitd-Thüchllterwürde^ und
demselben zugleich mit seinen Brüdern Jo-
hann Franz und Johann Nepomuk
mit Diplom vom 26. Juni 1?6l den Frei-
herrnstalld. Der heutige Chef des Hauses ist
Freiherr- Ad albert (II.). Herr auf Zahrädka
und (>Mum in Böhmen, der aus seiner (seit
2«. Juli 183l geschlossenen) Ehe mit Maria
Wnlöurga Freiin von AeitMstcin vier Sohne:
Zdenko, Franz, Adalbert und Johann,
hat. von denen Adalbert (seit l. Juli l«63)
mit Warm Freiin v, Aicsü-5llllwurg uerheirathet
ist, lNueüeu. a) Handschriftliche. FreiHerrn«
stlinds-Diplom für die Orüder Joseph,
Johann Franz und Johann Nepo»
muk üäo. 26. Juni l76l. — I>j Gedruckte,
s lovu lk uauön^. lisäHktor Dr. 1''rknt.
Q»,ä. N i63or , d. i. Converscltionü«Lerikon.
Redigirr von Or. Franz Ladislauü Nieger
(Prag 1829, I . I . Kober. Le?. 8«.) Vd. V,
S. 379. — Vlasak (Franz), Der altböh-
mische Adel und seine Nachkommenschaft nach
dein dreißigjährigen Kriege (Prag sls66^,
B. Siyblo. i2°.) S. 97. — Gothaisches
genealogisches Taschenbuch der frei<
herrlichen Häuser (Gotha, Iustus Perthes.
320.) I. Jahrg. (l848). S. NO; XVI. Jahrg.
(1366), S. 644. — Kneschke (C'rnst Heinrich
Prof. Dr.), Neues allgemeines deutsches
Aoels.Lerikon (Leipzig 1839, Fr. Voigt. 8«.)
Vd. VI , S. 312. — Tages böte aus Böh.
men (Prager polit. Blatt) !836, Nr. 81;
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Band 18
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Metastasio-Molitor
- Band
- 18
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 522
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon