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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Band 18
Seite - 407 -
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Seite - 407 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Band 18

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Müchnacki 407 Mochnucki Gefängniß, in welchem M. gesessen, sich entsprechend erweise, exaltirte Gemüther zum Gehorsam gegen die bestehende Re> gierung zurückzuführen! Diese Schrift wurde nun unter den Papieren des Großfürsten aufgesunden. Bei der dama» ligen Aufregung und dem damit ver» bundenen Mißtrauen, daS überall AZer- dacht witterte, war das Schriftstück hin« reichend, M. zu verdächtigen, und waren die Verhältnisse für M. nicht darnach angethan, um das Widersinnige dieses Verdachtes zu beweisen. So geschah es denn auch. daß alle Aufsahe, die er zu jener Zeit in der von ihm begründeten Zeitschrift „Moä«. r o l s ^ " , d< i< Das junge Polen, veröffentlichte, und welche die kühnsten Vorschläge zur bleibenden Be< fmnng Polens enthielten, unbeachtet als von einem politischer Seits Verdächtigen herrührend, unwirksam blieben. Aber, noch gab eS einen Weg, sich von allem Verdachte zu reinigen: die persönliche Theilnahme am Kampfe zur Befreiung des Vaterlandes. Als Gemeiner trat M. in das erste Iäger>Rcgiment zu Fuß ein, den Officierügrad. den ihm der Genera- lissimus Radz iwi l l angeboten hatte, - ablehnend. So focht er als Gemeiner in oer Schlacht bei Grodno mit ausgereicht neter Bravour, bis die erhaltenen Wnn- den ihn kampfunfähig machten und nö> lhigten, sich auf'ö Land zurückzuziehen und seiner Wunden zu pflegen. Einigermaßen hergestellt, erschien er wieder im Feld», und nahm an allen folgenden Kämpfen, bei Okuniew. Wawre, Liw, Dlugosiodto und Ostrolenka Theil, in wclch letzterer Schlacht er wieder schwer verwundet wurde. Für seine Tapferkeit erhielt er das goldene Ehrenkreuz. Während er seine Wunden pflegte, schrieb er für die Zeitung: „vsienlnic p0n«26<:Iin^", d. i. Allgemeines Tageblatt, gediegene Artikel, die jedoch ohne Wirkung blieben, weil ihm jene Partei, welche damals an der Spitze der Geschäfte stand, noch immer nicht recht traute. Nach dem Falle War« schau's verließ M. mit vielen Tausenden das Vaterland und suchte in Frankreich eine Zuflucht. Dort lebte er zurückgezogen, mit wissenschaftlichen Arbeiten, vornehm- lich mit einer Geschichte der letzten pol« Nischen Erhebung beschäftigt, an der er ja selbst ein so werfthätiger Theilnehmer gewesen. Sie erschien öffentlich unter dem Titel: „ /^ loöi!a?2/6Ntt?-oakttFo?sH?sLo ?'. ^6Z6-s^«, 2 Bde. (Paris 4834. neue Auflage l8i>0). I n der letzten Zeit schon sehr leidend, nahm er seinen Auf- enthalt in Auxerres, wo er auch, indem er dieZeit seines Todes genau vorausgesagt, im Alter von erst 32 Jahren starb. Erst nach seinem Tode wurde ihm das Vater« land gerecht, und nun erst wurde dag Bild seiner energischen Thätigkeit für die Freiheit feines Vaterlandes in voller Reinheit hergestellt und wird sein Anden» ken seither von den Patrioten mit wahrer Begeisterung gefeiert. In Auxerres wurde ihm ein schönes Denkmal errichtet; seine zerstreuten Schriften und Briefe wurden mehrere Male herausgegeben, zuletzt und am vollständigsten unter thatiger Mit- Wirkung seiner Schwagerin Maria P^- gowska, einer für die Sache Polens begeisterten Frau. sorgfältig gesammelt und in fünf Banden (Posen l863) ver- öffenllicht, von denen der i. die Briefe an seine Mutter, der 2. und 3. die (Zo schichte der polnischen Erhebung in den Jahren 4830 und 483l. der 4. die ver« mischten Schriften, von denen schon im Jahre 1836 in Paris eine Ausgabe ver« anstaltet worden, und der 3. sein Werk über die polnische Literatur im l9. Jahr- Hunderte enthält. — Auch sein jüngerer Brudrr und Kampfgenosse Camillo be-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Metastasio-Molitor, Band 18
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Metastasio-Molitor
Band
18
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
522
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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