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Msering 420 Moering
auch darüber mit Klarheit und eingehen-
der Gründlichkeit; als Reichscommiffäl
erwarb er sich bei Schaffung der deut.
schen Flotte vielfaches Verdienst und
machte aus diesem Anlasse auch mehrere
Reisen. I n diese Zeit fallt sein Project
Kiel mit Brunnsbüttel mittelst eines
Durchstiches zu verbinden und die große
deutsche Seeposition Curhafen>Brunns
büttel-Kiel zu schaffen. Als endlich die
Dinge im Parlamente jene Wendung
nahmen, welcher die Auflösung dessel<
ben folgen mußte, trat auch M. aus
der Versammlung und kehrte nach Wien
zurück. Von da ging er zur Belagerung
Malghera's, Venedigs und Brondolo's,
welch letztere er als <ÜIisl äu ftänw lei»
tete und
sich als praktischer Ingenieur, so
wie als muthvoller Soldat einen wohl»
verdienten Namen erwarb. Vor dem
Einzüge unserer Truppen in Venedig
hatte er selbes einen Tag vorher von der
See aus besetzt. Im Jahre 1849 wurde
er zum Major iin Geniecorps befördert,
erhielt die Geniedirection in Trieft, trat
auf Verlangen des Feldzeugmeisters Gra>
fen Wimpffen zur Marine über, wirkte
in ausgezeichneter technischer und organi«
satorischer Weise in deren Aomiralitats.
rathe, namentlich durch Organisirung der
bisher bloß auf Contract engagirten Ma»
schinisten auf den Kriegsdampfern, und
durch den 18l>2 begonnenen Arsenalsbau
von Pola, der jedoch 1834 abandonnirt
wurde. Er avancirte 1833 zum Fregat»
ten.Capitan, verließ aber die Marine zu
Ende des Jahres 1834. worauf er als
Director der Befestigungsbauten nach
Piacenza kam. Vou dort wurde er im
Jahre 1836 zum Geuiecomite versetzt,
wo er eine weitverzweigte schriftstellerische
Thätigkeit entwickelte, und am 19. No>
vember 1836 zum Oberst im Gemestabe
ernannt wurde, in welcher Eigenschaft er im Jahre 1839 von Sr. Majestät dem
Kaiser die ehrenvolle Mission erhielt, die
Küsten der Monarchie vom Po bis Cat«
taro in Vertheidigungsstcmd zu setzen, und
diese Aufgabe in rascher und höchst bo
friedigender Weise löste. Zu Ende des I .
1862 wurde er auf eigene Bitte zurInfan»
terie übersetzt, worauf er Brigadierdienste
bei der Armee in Italien verrichtete. Am
<4. Juni 1863 wurde cr zum General«
Major emannt, bei welcher Gelegenheit
er als Brigadier nach Padua, im Jahre
1863 nach Verona kam. Als Brigadier
bei der italienischen Armee machte er den
Feldzug 1866 und die Schlacht von ,
Custozza mit. Welch entscheidenden An>
theil M. an der Erstürmung Custozza's
genommen, indem er auf die Rückzugs-
linie des Feindes mit sechs Bataillonen
operirte und bloß mit dreien sich gegen
Custozza in der Flanke, an der Spitze
des Regiments Nr. 33, wandte, hierüber
geben die italienischen Geschichtswerke
das ruhmvollste Zeugniß. (Siehe: „I^a
in Italia nei 1866, Ltuäio nii-
; ferner: „Delle vivLnäs äol
iiuo Ooi-po ä'ariuata äurantL ii priiuo
psrioäo clkUg. (^ ampaFna äei 1866".)
Rühmlich wie seine kriegerische, ist auch
seine -diplomatische Thätigkeit bekannt;
,m 12. August 1866 schloß er den für
Oesterreich so vortheilhaften Waffenstill'
stand von Cormons, und intervenirte als
aiserlicher Kommissär bei dem so schwie-
igen Geschäfte der Uebergabe Venetiens
mit seinen Festungen an den französischen
Kommissär General Leboiuf, wobei er
13 Millionen Francs für das transpor-
able, der italienischen Regierung über-
affene Material zu erlangen wußte; an^
300 Bronze und gezogene Geschütze
nebst Vonäthen, die 1800 Waggons be-
asteten, in die österreichischen Provinzen
andte. Zum Lohne für diese Dienste ge-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Band 18
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Metastasio-Molitor
- Band
- 18
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 522
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon