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Moenng 42 l Moermg
ruhten Se. Majestät ihn im Februa
1867 zum Feldmarschall.Lieutenant auße!
der Tour, jedoch mit Vorbehalt de
Ranges für seine Hinterleute, zu ernennen
In der Folge wurde er im Septembe
1867 als Commandant der 41. Tru>
pendivision nach Lemberg verseht, von
wo er aber in den ersten Tagen des
Februar 1868 nach Wien berufen wurde,
um den Berathungen über die neu>
Organisation der Armee und andere das
Heerwesen im Kaiserstaate betreffende!
Reformen im Kriegsministerium beizu>
wohnen. Für sein ausgezeichnetes Vev
halten vor dem Feinde wurde M. mit
dem Orden der eisernen Krone zweiter
Classe (1866) und mit dem Ritterkreuze
dcs Leopold-Ordens (1889). beide mit
der Kriegsdecoration, ausgezeichnet.
Außerdem besitzt M. das Großofsiciers-
kreuz der französischen Ehrenlegion und
des italienischen Mauritius-Ordens, das
Großkreuz des russischen Annen- und
das Commandeurkreuz des preußischen
Verdienst-Ordens.' I m Vorstehenden
wurde im kurzen Umriß ein Bild
der militärischen Laufbahn M.'s gege.
ben. Ungleich wichtiger für dieses
Werk erscheint aber sein Auftreten
und Wirken als Publicist, welches in
die letzten Jahre vor 1848 fällt. M.
schrieb damals Korrespondenzen für die
„Greuzbotm", übrr deren Bedeutung
und Wichtigkeit für Oesterreich zur Ver-
meidung von Wiederholungen auf die
Biographie von Ignaz Kur an da
^Bd. XI I I , S. 407^ hingewiesen wird.
Außerdem gab er — alles anonym —
eine Anzahl von Flugschriften über
Oesterreich heraus, welche spater gesarn-
melt unter dem Titel: „Politische MZzel-
leu" (Wien 1848, bei Tendler u. Comp.)
erschienen sind. Diese Gesammtausgabe
ist bereits eine bibliographische Selten» heit, da die meisten vorhandenen Exem«
plare in der bald nach 1848 gefolgten
Drang- und Zwangperiode vernichtet
wurden. Sein Hauptwerk aber, welches,
als es heimlich den Weg nach Oesterreich
fand, in ungemein vielen Exemplaren
trotz aller polizeilichen Wachsamkeit ver-
breitet wurde, sind die kurz vor Ausbruch
der 1848ger Erhebung erschienenen „Zi-
bizllinischen Niicher ans Oesterreich", 2 Bde.
(Hamburg 1847, Hoffmann u. Campe.
8".). DaS Manuscript dieses Werkes
wurde ohne Angabe des Autors durch
Vermittelung des Freiherrn von Dobbl-
Hof im November 1847 nach Hamburg
gesendet und durch Franz Schuselka
die Drucklegung desselben vermittelt.
Das Werk machte ungemein großes Auf«
sehen ebenso durch die Kühnheit seiueS
Inhalts, wie aber auch durch dessen schwer
wiegende Wahrheit. Es sind darin die
Existenzbedingungen Oesterreichs mit einer
Klarheit und Bestimmthe.it dargelegt,
wie dieß vor ihm in keiner der zahllosen,
in Deutschland über Oesterreich erschie«
nenen und in Oesterreich verbotenen
Schriften geschehen ist. I n aphoristischen
Sähen ist eine ununterbrochene Folge
von Wahrheiten gegeben, die leider erst
dann gewürdigt worden sein mögen,
nachdem das eingetroffen, was die Si-
dyllinischen Bücher verkündeten. So heißt
es — um nur ein paar Beispiele zu geben
— betreffs Italiens und der Slaven da»
in: „Wie für Deutschland das südliche
Italien, bildet jetzt das nördliche die un«
natürlichste Angliedcrung der österreichi«
'chen Staaten." — „Noch muß Rußland
Kampf um die mit Deutschland und
Oesterreich verbundenen slavischen Natio-
nalitatm mit diesen beiden Staaten aus-
ämpfen, und schmachvoll wird Oester«
M s Schicksal sein, läßt cs sich über-
afchen." — „Statt alle VölkVr Oester-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Band 18
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Metastasio-Molitor
- Band
- 18
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 522
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon