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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Band 18
Seite - 422 -
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Seite - 422 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Band 18

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Msenng 423 Moering reichs das österreichische Element hoch- schätzen und deßhalb lieben zu lehren, indem die Regierung selbst die Leuchte der Aufklarung und des Fortschritts ergriff und sie vorantrug, was that und thut sie da? Die engherzige zagende Cabimtspolitik Oesterreichs ist es. welche bereits die Böhmen zu öechen, die Un- gärn zu Magyaren machte, sie wird die Italiener zu Römern machen." — „Die Regierung Oesterreichs hat für den Panslavismus und ein freies Italien mehr gethan, als ihre Feinde hoffen durften." — „Der Kaiserstaat zahlt wohl achtunddreißig Millionen Unterthanen, aber nicht einen politischen Bürger, nicht einen Menschen, der aus morali» schen und historischen Gründen als Oesterreicher stolz sein könnte." I n solcher Weise folgen sich Wahrheiten um Wahrheiten, in denen sich eine Voraus- ficht kund gibt, welche leider durch die folgenden Ereignisse bestätigt worden ist. In ebenso geistvoller und richtiger Weise beurtheiltM. in den sibyllinischenBüchern die Armee, auf deren Vergeistigung er leider vergebens dringt, und als wenn er die vernichtenden Wirkungen des Zünd« nadelgewehrs" vor 48 gesehen, schreibt er: „Bei gleicher Manövrirfahigkeit der großen europäischen Heere wird jenes den Sieg erringen, daS — abgesehen von der Kraft seines moralischen Muthes — durch die größtmögliche Vervollkomm« nung der Feuerwaffen sich in den Besitz von Zerstörungsmitteln gesetzt hcit, die ausgiebiger sind und weiter tragen, als jene dcs Feindes". Die Wirkung, welche dieses Werk hervorbrachte, läßt sich nicht beschreiben. Vergeblich forschte man nach dem Verfasser, erst nach den Märztagen stellte es sich heraus, daß es der Ge- nie-Hauptmcmn Karl Moer ing, der Sohn eines Wiener Bandfabrikanten, sei. Als nach der Märzbewegung, nach» dem sie von fremden Eindringlingen zum Nachtheile Oesterreichs ausgebeutet wor- den, das Interesse für die heiligen Güter des Staates abgeschwächt worden, trat doch die Frage, was zu thun, immer wieder heran. Wir glauben, M. hat sie am richtigsten beantwortet, nachdem er schon im August 4847 eine Flugschrift als offenes Sendschreiben an den Erz- herzog Ludwig, als damalige höchste entscheidende Instanz in der Monarchie, gerichtet hatte, in welchem M. den kai< ! serlichen Prinzen beschwor, den Staat durch einen Systemwechsel vor dem Un« tergange zu retten. Da die „politischen Miszellen" , in welchen Moering's Flugschriften und publicistische Aufsätze gesammelt erschienen sind, und die auch dieses offene Schreiben, betitelt: „Nur Eine Bi t te! An Seine kaiserliche Hoheit den durchlauchtigsten Erzherzog Ludwig von Oesterreich", enthalten, aus oberwähnter Ursache sehr selten gc< worden, so hat Ne schau er in seiner „Geschichte der Wiener Revolution". S. 82 u. f., einen Wiederabdruck dieses interessanten Actenstückes der Zeit veran» staltet. Noch ist hier einer kleinen Flug. schrift Moering's: „Des <Oe5trrreicher3 richtiger Ztandplmrt", erschienen im Februar 1848, zu gedenken, weil darin M. mit positiven Vorschlägen, wie Oesterreich neu aufgebaut werden sollte, hervortritt. Auch dieses Schriftchen, voll praktischer politischer Wahrheiten, deren Verwirk» lichnng eine Lebensbedingung Oester« reichs bildete, ist unbeachtet geblieben; heute, nach zwei Decennien, stellt es sich herarls, daß, was damals der Verfasser gewollt, und was von der die Initiative ergreifenden Staatsgewalt den Völkern Oesterreichs hätte verliehen werden sol« len, sich diese selbst in herrischer unwir>
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Metastasio-Molitor, Band 18
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Metastasio-Molitor
Band
18
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
522
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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