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Moering 424 Moering
fallen immer gut ausi, Der engere Bund vo>
2« Millionen wird bald ein „lait aoeonixli"
Preußen wird die erste deutsche und dami
Oesterreich die Mcite slavische Großmach
srin. Eines kann uns noch helfen: ein süd
deutsches r> o l kö thü m l iches Par la
ment. Carl Moer ing. Abgeordneter fü
Wien."
Nachrichten über die Familie Moeriug. Di
Moer ing sind eine alte deutsche Bürger
familic mit einzelnen geadelten Gliedern und
Zweigen, deren in Chroniken und alten Adels
Geschichtswrrken öfter Erwähnung geschieht.
Es kommen Zweisse dersclven in Schwaben,
Thüringen, Braunschweig. vornehmlich adcr in
dcr preußischen Altmark vor', und von dieser
letzteren kam rinZweig nach Oesterreich herüber,
Ein Friedrich Hrinnch Moering (geb ,;u
Vurgstall in drr preußischen Altinark im I.17i2)
hatte unter anderen Kindern den Sohn Lud-
wig Gcorg Karl lgeb. zu Dolle 6. Februar
1774, gest. zu Wien 4. September 4832), der
zu Magdeburg die Bandfabrication erlernt
hatte und im Jahre 1803 aus der prru<
ßischen Altmark bleibend nach Wien übersiel
delte Daselbst fand er schon im folgenden
Jahre in Theresia Ulrich seine Lebens«
gl'fährtin, mit der er sich am l3, October l8U6
vermalte. Er betrieb auch in Wien die Band
fadrication und übte sie schon im Jahre 1807
selbstständig auö. Bis zu jener Zeit wurden
in Oesterreich die Seidrnbander in Wien und
Umgebung nur in glatter und ordinärer Waare
erzeugt. Moering verlegte sich auf die fei-
neren Genre« und Modebänder, welche dazu«
malen nur auf Handstühlen, wo jedes Stück
einen Arbeiter in Anspruch nahm. erzeugt
wurden. Er verbesserte die Mühlstühle, führte
auf selben die Iacquard-Carton-Maschine ein
und erzeugte auf diesen die feineren fa?onnirten
brochirten Modebänder. Es war dieses ein
wichtiger Fortschritt, die Hebung in der
Bandfabrication. da mit Ersparniß an Zeit,
Kraf: und Kosten auf einem MüMuhle 12
bis 3« Stück, je nach der Breite des Bandes,
von eincm Muster, aber in verschiedenen Fnr«
ben, je nach Kette und Einschlag, von einem
Manne gearbeitet wvrden können. Von oieftr
Epoche an datirt dir Entwickelung der Band»
fabrication in Oesterreich für fa<?onnirte
Waare, wodurch Moer ing, der in dieser
Nichtung fast ohne Concurrenten stand, als«
bald in den Stand gesctzt wurde, der ihm
eigenthümlichen Bau« und Gestaltungslust zu
genügen, und bereits im Ialue l826 die ehe., malige Ve rg er'sche Bandfabrik in Prnzing in
ein großartiges Wohngebäude und die dahin«
ter gelegenen terrassirren wüsten Gründe in
einen angenehmen Garten umzuwandeln,
wofür der sechzehnjährige Ingenieur-Akademie'
Eleve Kn rl M.. dessen Lebensskizze S. 418
mitgetheilt worden, den Plan entwarf. Aus
seiner Ehe mit Theresia Ulrich hatte Ludwig
Georg Karl oine zahlreiche Nachkommenschaft,
und zwar den vorgenannten Ka r l , dann
Andreas (geb. zu Wien l l. September l8!i),
Theresia (geb. 1816), vermalte !>e, und
zur Zeit Besitzerin des oberwähnten Hauses,
das Vater Moer ing in Penzing umgestal«
tet; Alexander (geb. zu Wien 3. Februar
l«l8). Ludwig lgeb. zu Wien N. Ottober
l8l9>. k. k. Oberstlieutenant in Pension,
und noch mehrere Kinder, die bereits gestor«
ben. Von den Söhnen führt Andreas das
Geschäft des Vaters fort. Er ist für seine
voi-züglichcn Verdienste und Leistungen in di>
sem Industriezweige mit dem Ritterkreuze des
Franz Iofcph'Ordens, und bei den Ausstellun<
gen zu Wien, Paris, London, München. Berlin
und Paris i367 mit den goldenen und silbernen
Preisnu'daillen ausgezeichnet worden. Aus sei»
ner Ehe mit Theresia Nüssner stammen mehrere
Kinder, der älteste Sohn ist Compagnon des
Vaters im Geschäfte; der zweite, Alfred, trat
im Jahre l839 als Lieutenant in das erste k. k.
'llhlaneN'Regiluent, machte mit demselben die
Affaire bei Palestro und Orfcgno, die Schlach-
ten von Magenta und Solferino mit; erhielt
als Brigade'Adjutant des General»Majors
Eugen Baron Pi ret in der Schlacht bri
Custozza, wo ihm das Pferd unterm Leibe
blcssirt wurde, das Militär'Voroicnstkreuz.
Gegenwärtig ist er dem Generalstabe zuge.
theilt, — Die älteste Tochter Theresia ist mit
Joseph !.'oimncr, zur Zoit Hauptmann im In»
fantrrie.Regimente Nr 70. vermalt. Lom»
mer erkämpfte sich im Feldzugc des Jahres
l839, in welchem er als Gmeralstabs»
Officicr der Brigade Baltin, im Iahrc
1866 aber als Generalstabs.Chrf der Bri,
gade Piret zugetheilt wurde/ zuerst das
Militär.Verdienstkreuz, dann aber den Orden
der eisernen Krone dritter Classe, beide mit
der Kriegsdecoration. — Ludwig Georg
Karl's dritter Sohn Alexander trat im
Jahre 1334 in das Infanterie. Regiment
Nr. 15, in welchem er schon im nächsten Jahre
zum Officier befördert wurde. Als solcher
machte er den mathematisch».'« Artillern'»Lehr<
cms im ehemaligen Vombardicrcorps und die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Band 18
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Metastasio-Molitor
- Band
- 18
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 522
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon