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Mohs 443 Mohs
Vollendung dieses letzteren wollte er noch
vulkanische Gegenden bereisen und unter-
nahm zu diesem Zwecke im Jahre 1839
die Reise nach Italien. Ende Juli g. I .
trat er seine Reise an, und zwar über
München und Bohen nach Agordo, um
die vicentinischen und eugenäischen Ge<
birge zu besuchen. Bis Botzen ging die
Reise anstandslos vor sich, aber in letzte»
rer Stadt begann sein Unwohlsein, wel.
ches er zwar zu unterdrücken sich bemühte,
das aber nach seiner Ankunft in Agordo
einen täglich bedenklicheren Charakter
annahm und dem er auch nach sechs«
wöchentlicher Krankheit im Wer von
65 Jahren erlag. M. wurde in Agordo
begraben, und zwar, da er Protestant
war, außerhalb des Friedhofes an dessen
Mauer, in einem ausgemauerten Grabe.
ES war schon damals die Abficht, seine
Leiche nach Wien zu transportiren. Aber
die Beischaffung der Geldmittel erforderte
Zeit, dann brachen die bewegten Jahre
1848, 1849 und 1880 herein, kurz. erst
im Jahre 1863. nach 26 Jahren also.
bildete sich ein neueS Comit6 — die
Mitglieder des ersteren waren mittler'
weile mit Tod abgegangen — welches
die Ueberführung der Leiche deS berühm-
ten Mineralogen und dessen Beisetzung
in einer eigenen Gruft auf dem Friedhofe
bei der MahleinSdorfer Linie und die
Errichtung eineS entsprechenden Grab»
denkmals, nach wenigen Berathungen
und Beischaffung der erforderlichen Geld«
Mittel, durchführte. Wissenschaft und
Staat haben aber die Verdienste des
berühmten Mineralogen und Geognosten
in ihrer Art zu ehren versucht. So wurde
von dem k. k. Pensionär Cesar im
Jahre 1842 MohS zu Ehren eine Me-
daille geprägt, deren Beschreibung auf
S. 447 folgt, und über Antrag des Fürsten
Lobkowitz ihm ein Denkmal errichtet, dessen Aufstellung Erzherzog Iohann im
Garten des Ioanneums zu Gratz gestattet
hat ^stehe S. 448). Im Jahre 1863 erhielt
aber eine am oberen Ende der Fasangaffe
im Bezirke Landstraße neueröffnete Gaffe
Wiens zu seinem bleibenden Gedächtniß
den Namen Mohsgasse. Im Folgenden
wird das Verzeichniß der Werke, welche
MohS theils selbstftandig, theils in
gelehrten Sammelwerken veröffentlichte,
geboten. Es find von ihm erschienen:
„Nes Herrn I . F. nlln der Nn ll's Mineralien-
rabinrt, nach einem durchllns ant äussere Nenn-
zeichen gegründeten System beschrieben u. 5. V.",
3 Theile (Wien 1804, 8".); — „Neber
die uryktagnastische Olllssiüratinn, nebst Ver»
snch eines Hut blasse äussere Kennzeichen ge-
gründeten Mineralsqtems" (ebd. 1804, 8°.);
— „Neschreibnng deZ Grnbengebimdes Himmels-
fürst bei Freiberg" (ebd. 1805. gr. 8<>..
mit 2 K. K.), auch unter dem Titel:
„Sammlung minerlllllgischer und bergmännischer
Abhandlungen", 1. Band' — „Versuch einer
Olementar-Methaile zur naturhistorischen Ne-
Stimmung und Erkenntniss der ^assUien",
1. Band (Wien 1812. gr. 8".); — „Nir
Charaktere der blassen. Ordnungen, Geschlechter
und Zlrten, llder die Charakteristik des natnr-
lnstarisch-lnimralagischen Systems" (Dresden
1820. gr. 80., 2. Aufl. ebd. 1821. gr. 8°.,
mit 3 K. K.). diese Schrift erschien, von
Mohs selbst herausgegeben, zugleich in
englischer Sprache unter dem Titel: „3As
a amcl
M 1820); —
„Gwndriss der Mineralllgie" , 2 Theile
(Dresden 1822 u. 1824, gr. 8"., mit
K. K.), Register dazu besonders (ebd.
1823), dieses Werk wurde bald nach
seinem Erscheinen von W. Haidinger
Md. VI I , S. 208) in's Englische über-
seht; — „ VeichttllS5liche Ankangsgriinde der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Band 18
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Metastasio-Molitor
- Band
- 18
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 522
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon