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sein Talent sich bemerkbar zu machen.
Von Paris begab er sich nach Deutsch»
land und lebte zu Ende der Achtziger«
Jahre des vorigen Jahrhunderts zu
Mainz, wo er ein schönes Haus besaß,
als ansässiger Bürger. Näheres über
seine Lebensschicksale ist nicht bekannt.
Nach Gaßner beschloß er zu Anfang
dieses Jahrhunderts sein Leben. Er hat
viele Concerte und andere Compositionen
für sein Instrument geschrieben. Ob
etwas davon im Stiche erschienen, ist
nicht bekannt. Gerber und Gaßner
bezweifeln es.
Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch,
biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leip«
zig 1813. Kühnel. gr.s°.) Bd. I I I , Sp.441. —
Gaßner (F. S. Dr.), UniversabLerikon der
Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande
(Stuttgart 1849. Frz. Köhler. Lex. 8".) S. 618.
— Dlab acz (Gottfried Ioh.), Allgemeines
historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und
zum Theile auch für Mähren und Schlesien
(Prag 1313, Hanse. 40.) Bd. I I , Sp. 326.
Molin, Girolamo (Veterinär«
Arzt, geb. zu St. V i to in Friaul
in der zweiten Hälfte des 18. Jahr-
Hunderts, Todesjahr unbekannt). In
seinem Vaterlande beendete er die Stu-
dien, sich vornehmlich jenen der Natur.
Wissenschaft und Landwirthschaft wid«
mend. Zur Zeit der Franzosenherrschaft
in Italien lehrte er am Lyceum zu Tre-
viso Botanik und Landwirthschaft. Als im
Jahre 1814 Venedig wieder an Oestel>
reich kam, wurde M. als Lehrer der
Thierheilkunde an der Universität zu
Padua angestellt und mit der Abfassung
eines neuen Organisationsplanes für
dieselbe beauftragt. Im Jahre 1828
war M. Professor der vergleichenden
Heilkunde und im Jahre 1838 versah er
das Directorat der medicinisch-chirurgi»
schen Studien. Für die Wissenschaft der
Thierheilkunde war er auch schriftstelle' risch thätig, und galt gleich seinen Lands-
leuten Brugnone und Metaxa als
ein tüchtiger Kenner, besonders der alten
Literatur dieses Wissenschaftszweiges.
Im Jahre 1818 gab er die Nippiatrik
des ^oräanuZ Ku5u8 OHia.dri6N8i8)
die bisher nur in italienischer und fran-
zöfischer Uebersetzung bekannt war, in
ihrer Originalsprache, der lateinischen,
heraus. Dieser Ausgabe aber schickte er
eine umfassende Einleitung voraus, in
welcher er Nachricht gibt von den ver«
schiedenen Handschriften dieses alten
Schriftstellers, von den bisher gedruckten
Uebersetzungen desselben und von vielen
anderen Schriftstellern über Veterinär»
künde, die bald nach ^oräarms Kuluä
gelebt und ihre Weisheit zum Theile
aus seinem Werke geschöpft haben. Nach-
dem Cioni im Jahre 1826 die Votsri-
narig. des I^iHFonius in einer neuen
Ausgabe veröffentlicht hatte, in welcher
er zu beweisen versuchte, daß I^sla^o-
niuL kein Grieche, wie man bisher an-
genommen, sondern ein Römer gewesen
sei, trat Mo l i n in seiner Schrift:
welcbe im Jahre 1828 erschien, dagegen
auf und suchte darm den Gegenbeweis
zu führen, daß ? oIaAo niu 8 ein Grieche
von Geburt sei. Auch sonst war M. fiir
seinen Wissenschaftszweig literarisch thä>
tig, so z. B. veröffentlichte er im Jahre
1820 eine Abhandlung über die Art und
Weise, wie man den üblen Folgen des
Futtermangels begegnen könne. Näheres
über Molin's Lebensumstände wie über
seine schriftstellerische Thätigkeit zu er-
fahren, war mir nicht gelungen, wenn«
gleich ich es nicht an Bemühungen dazu
fehlen ließ.
Biographisch' literarischcs 3 criklln der
Thierärzte aller Zeiten und Lander, sowie
der Naturforscher, Aerzte u. s. w., welche sich
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Band 18
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Metastasio-Molitor
- Band
- 18
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 522
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon