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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Band 18
Seite - 460 -
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Molitor 460 MoUtor au l860, 2. I. Wywiatkowski. 8".) S. 63 u. 66.^ , Molitor, Martin von (3 andschafts maler und Radirer, geb. zu Wien 20. Februar 1759, gest. ebenda 16. April 18l2). Der Sohn adeliger, aber ver« mögensloser Eltern, widmete er sich, 17 Jahre alt, nachdem er die philosophi- schen Studien beendet, der Kunst, für die er großes Talent besaß und in der er bald ganz außergewöhnliche Fortschritte machte. Christian Brand ^Bd. I I , S. 110^, und nicht, wie er bei Nagler heißt: Christian Band, war sein Lehrer und M. galt als einer seiner besten Schüler. Ununterbrochene Uebung und ein steißiges aufmersames Studium der Natur, für deren Schönheiten und Eigenthümlich« keiten er einen höchst ausgebildeten Sinn besaß, machten ihn bald zu einem bedeu» tenden Meister seines Faches. Da er auch sonst gute Bildung hatte, kam dieß seinem Kunstberufe wesentlich zu Statten, und es fehlte nicht an Anerkennung, die ihm gebührte. M. wurde Mitglied der kais. Akademie der Künste. Nach Nag- ler's „Künstler-Lexikon" und Müller» Klunzinger's „Künstler aller Zeiten und Völker" wäre er auch Nitter des Leopold-Ordens und Cuslos der k. k. Hofbibliothek gewesen. Ich erlaube mir, beides zu bezweifeln. Die Verleihung des Leopold-Ordens an einen Künstler, wie bedeutend cr sonst auch gewesen sein mag. war zu jener Zeit, als Mol i to r lebte, kaum denkbar; auch fehlt in einem Verzeichnisse der Ordensmitglieder aus dem Jahre 1810 sein Name, er müßte denn den Orden innerhalb der Jahre 1810 und 1812 erhalten haben. Was seine Custosstelle bei der Hofbibliothek betrifft, so erscheint sein Name in Mo» sel's «Geschichte der Hofbibliothet", in welcher auch aller Personalverände» rungen sorgfältig gedacht wird, an keiner Stelle, und Mosel's Werk ist im Jahre 1838 erschienen. Jedoch diese Mängel schmälern die Verdienste des großen Künstlers, der immerhin beides zu sein verdiente, nicht. Mol i to r war Maler und Nadirer. Er malte in Oel und in Gouache. Er war sehr fteißig und seine Bilder sind ziemlich zahlreich, als aber seine Gouachebilder in das Publicum kamen, fanden ste solchen ungewöhn. lichen Beifall. daß Alles nur solche Bilder wünschte und M. die letzten zwölf Jahre seines Lebens kaum die Palette mehr zur Hand nahm. Seine Gouachebilder sind in einer ganz neuen, ihm nur eigenthümlichen Manier ausge» führt; er bediente stch dabei nur weniger, eigentlich vier Farben. Er führte sie auf blauem Papier mit Zinnober, Sepia, lich- tem Ocher aus, höhte dann mit Weiß und nahm zur Vertiefung Tusch. Ein solches Bild. wenn es von etwas große« rem Formate war, wurde ihm mit 20 bis 30 Ducaten bezahlt. Die schönsten seiner Bilder besaß zu seiner Zeit der Fürst von Reuß-Köstritz XI.VIII.. der Herzog A lb ert von Sachsen»Te« schen, der Graf Fries und ein Herr von Barbolan i . der damals in Wien lebte. Der Rath von Hoppe. ein be< kannter und eifriger Kunstsammler, besaß von M. sechs Gemälde und eine Samm» lung von sechzig Zeichnungen jeden For» mates mit aller Verschiedenheit in der Ausdrucksweise. Der Kunstliebhaber G a- bet, der selbst mehrere Blätter radirt hat und zu Moli tor 's intimsten Freun- den zählte, hatte gleichfalls eine ansehn» liche Suite mehr oder weniger vollende- ter Studien, welche Mol i to r auf seinen KunstausflügM in Oesterreich, Salzburg und Tirol vollendet hatte, darunter eine Folge von Blättern mit Kühen, Kälbern
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Metastasio-Molitor, Band 18
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Metastasio-Molitor
Band
18
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
522
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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