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und auf die Ausbildung der Blinden zu
Organisten, der industrielle auf das Cla»
vierstimmen, das Bürsten» und Besen«
binden und auf mehrere Zweige der
Flechtarbeiten ausgedehnt, der Turn«
unterricht für Knaben und Madchen in
der für Blinde möglichen und wünschens-
werthen Ausdehnung eingeführt, und zur
Verbreitung richtiger Ansichten über die
Behandlung der Blinden im elterlichen
Hause und in den Ortsschulen der Se>
henden ein Lehrcurs der Blindenerziehung
und des Blindenunterrichtes für Candi»
daten des Volksschul-Zehramtes und der
Seelsorge eröffnet, der im ersten Jahre
(4869) 57 Zuhörer zählte. Gegenwärtig
ist P. bemüht, mit dem k. k. Blinden«
Erziehungsinstitute eine Vorschule für
blinde Kinder von 6 bis 10 Jahren in
Verbindung zu bringen, in der das In-
stitut seinen festeren Grundstein finden
soll, sowie es in dem Unterstützungsfonde
für austretende Zöglinge seinen noth»
wendigen Schlußstein erhalten und damit
in die Neihe der Musteranstalten der
Welt treten wird. Im Verlaufe seiner
Lehrthätigkcit hat P. folgende Druck«
schriften veröffentlicht: „Gllbelliu'iöchr frnn-
säsiöchr Graininntik" (2. Aufl.. Wien 1846)',
— „Nieorlbr, im Zlnszugr tür Änlänger zarteren
Alters kelulieitet" (Wien 1840); — „ÄW-
lirinche Orthoepie" (Wien 1842); —
.NrutZchr Plletik" (2. Aufl, Wien 1837);
— „Nu5 K. k. NlinüielirrjirhüngZ-Iiistitlit in
Wien, Gedichte, Ghraink unt> Statistik"
(Wien 1864); — „Iah. Mlh. Klein,
Nillgr. Skizze" (Wien 1863); — „Nie Für-
Zarge tiir die Vliniüen uan der Wiege lüs n^m
Grabe" (Wien 1867). Für dieses letzte,
von der Kritik im In- und Auslande
beifallig besprochene Werk wurde P. von
Sr. Majestät dem Könige von Dänemark
durch Verleihung des Danebrog»Ordens
3. Classe und von der Jury der Pariser Welt-Ausstellung des Jahres 1867, bei
der er dasselbe mit einem Lese» und
Schreibapparate für Blinde ausgestellt,
durch die Zuerkennung der silbernen
Preismedaille ausgezeichnet.
W andere r(Wicnerpolit.Blatt) l867. Nr. N7:
„Ein österreichischer Schulmann in Dänrmark
anerkannt". — Liter arisch es Central-
blatt , herausq. von Friedr. Z arncke (Leip<
zig. Avmarius. 4") 1868. Nr. 38, Sp. W24.
Pllbliczek. Joseph (k. k. Oberst,
l ieutenant und Ritter des Maria
TheresteN'Ordens, geb. zu Deutsch»
brod in Böhmen 1713, gest. zu Prag
24. Februar 178l). Trat im Alter von
siebzehn Jahren in die kaiserliche Armee,
machte die Feldzüge in Italien, am
Rhcin, den Türken» und den Erbfolge«
krieg mit und rückte innerhalb 23 Jahren
stufenweise zum Hauptmann im Mineur«
corps vor. Vei mehreren Belagerungen
und bei Vertheidigungen fester Plätze
hatte er sich durch seinen Muth und seine
Umsicht ganz besonders hervorgethan.
Durch sein Verhalten wahrend der Bela-
gerung von Schweidnitz hatte er sich den
Maria Theresien-Orden erworben. Er
war daselbst Commandant des Mineur«
Detachements und mit Legung von Mi»
nen und Contreminen beauftragt. Durch
sieben Wochen hatte P. mit den Mineurs
unter dem Glacis den anstrengenden
Minenkrieg geführt und cinen bedeuten«
den Antheil an der langen Vertheidigung
der Festung erworben. In der 8. Promo«
tion(vom2i.October l762) erfolgte seine
Decorirung. Mit der übrigen Besatzung
theilte P. nach dem Falle der Festung
das Scbicksal der Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Ranzionirung wurde er im
Jahre 1764 Major und nachdem im
Jahre 1772 die Mineur-Brigade dem
Ingenieurcorps einverleibt wurde. in
seiner Eigenschaft in dieses eingetheilt.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon