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chischeLandwirthe, IX. Jahrg. (i869). S, 316.
— Ueber Land und Meer. Illustrirte
Zeitung (Stuttgart, Hallberger. kl. Fol)
XXI. Band (1863). S. 67. — N eue frei e
Presse (Niencr politisches Blatt) 1868,
Nr. 1287 ^in drr „landwirthfchaftlichen Zei<
tung"^l u. Nr. 1390. unter den Tagsneuig«
keilen. — Meyer ( I . ) . Das große Con-
versations'Lerikon für die gebildeten Stände
(Hildburghauscn. Bibliogr Institut, gr. 5».)
Zweite Abtheilung. Bd. I I sdaselbst erscheint
Pabstcin zwei Stellen, einmal unter Va dst
mit weichein b. S. 7« (Nr. 2); da5 andere
Mal unter Papst mit hartem p. S. 492
lNr. 2^. — Porträte. 1) Weiland äsi..
Meyer lith. (Fol): — 2) Oiiginal-Zeich-
nung ron Fritz Kriehuber. Holzschnitt.
Bauer loo. Auf S. 63 in „Ueber Land und
Mecr" 1568.
Pabst, Johann Heinrich (Arzt und
philosophischer Schriftstel ler, geb.
zu Lindau im Eichsfelde 23. Jänner
4783. gest. zu Döbl ing bei Wien
23. Juli 1838). Seine Eltern waren
Landleute katholischer Confession, der
Vater war seiner Rechtschaffenheit wegen
fast bestandig Richter der Gemeinde, die
Mutter eine tiefsinnige fromme Frau
von großer religiöser Entschiedenheit und
von nachhaltigem Einflüsse auf ihren
Sohn. Mit Aufopferung bestritten die
Eltern die wissenschaftliche Ausbildung
desselben, welche er auf den Schulen zu
Duderstadt und Heiligenstadt und zuletzt
auf der Universität in Göttingen erhielt.
P. hatte mit mancherlei Entbehrungen
zu kämpfen, bis es ihm gelang, einen
Freitisch zu erhalten. Er studicte die
Medicin, erlangte im Jahre 1807 wah-
rend ununterbrochener Kriegswehen die
Doctorwürde, und da der Krieg den
kleinen Wohlstand seiner Eltern ganz
vernichtet und in dem unter französischem
Zocke seufzenden Deutschland geringe
Aussicktön zum Fortkommen sich dar»
boten, wendete er sich, um ein Unterkom-
men zu finden, wie es schon Andere vor ihm gethan, nach Oesterreich. Im Herbste
1808 kam er nach Wien. Daselbst hatten
sich aber, seit Oesterreich die deutsche
Kaiserkrone aufgegeben, die Verhältnisse
bedeutend geändert. Man fing daselbst
an, das benachbarte, bald mehr, bald
minder feindseligen Negierungen unter«
thänige Deutschland als Ausland zu
betrachten. Anstellungen von Fremden
wurden erschwert, das auf ausländischen
Universitäten erworbene Doctorat war
nicht., nur keine Empfehlung, sondern
blieb unberücksichtigt, es wurde nur auf
österreichischen Hochschulen graduirten
Aerzten die Praxis gestattet und ein
auswärtiger Doctor mußte neue Studien
machen und an einem österreichischen
Klinikum Jahre lang prakticiren. Unter
solchen Verhältnissen traf Pabst in
Oesterreich ein, alle seine Hoffnungen
waren gescheitert und er konnte noch
vom Glücke sagen, als ihm eine darge«
botene Erzieherstelle im Hause des Frei«
Herrn von Moser für den Augenblick
seinen Unterhalt sicherte. Er schlug also
eine neue Laufbahn ein, überdieß wurde
er schwer krank und genas crst im Früh«
jähre 1809, als eben die Vorbereitungen
zum Kriege im besten Zuge waren.
Militärärzte wurden nun sehr gc-sucht.
P. meldete sich auch und wurde Batail»
lonsarzt. Er sollte sofort zur Armee
abgehen, kam aber nicht weiter als bis
nach Linz, wo schon die Nachrichten der
unglücklichen Kämpfe bei AbcnSberg,
Landshut. Eckmühl und Negensburg ein-
getroffen waren. Alles war auf dem
Rückzüge begriffen; mit einem Schiffe
Verwundeter kam P. nach Wien und,
beim Vorrücken des Feindes, bis nach
Pesth. wo ihm die Zeitung des Spitals
in Erlau anvertraut wurde. Daselbst
hatten die Strapazen des Dienstes urch
dieAnstrengungen der letzten Wochen den
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon