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Hjachmllnn 168 Pachmayr
(Olmütz 1849. 3. Aufl. Wien 1863): —
„ Freimüthige Märte gegen llie (5llncllrdllts-Ver-
beZZernng. Zeparatabdruck aus dem üöterreichi-
Zchen Dolkstrennde" (Wien 1867. s^.). I n
derZ e i t sch r i ft für österreichische Rechts-
gelehrsamkeit veröffentlichte er im Jahre
1837, im 1. u. 2. Bande: „Beitrage zur
Lehre von Dienstbarkeiten nach dem
österreichischen Rechte«; — 1840, im
2. Bande: „Einige Bemerkungen über
den Sinn des §. 96 dcs allgemeinen
bürgerlichen Gesetzbuches", — und in
Haimerl 's „Magazin für Rechts« und
Staatswissensch asten". außer mehreren
Recensionen juridischer und kirchenrecht-
licher Werke, im VII. Bande: „Ueber
Paragraphe 14 und 13 des bürgerlichen
Gesetzbuches"; — imXI.Bande: „Ueber
Paragraph 931 des bürgerlichen Gesetz«
buches"; — im XVI. Bande: »Von
dem Vermächtnisse des HelrathsguteS
nach österreichischen Rechie" (§. 670 deS
a. b. G.). Auch war er bis zur Sanctio»
niruiig der neuen ReligionSgesehe über
die Ehe und Schule in Vertretung deS
kirchlichen Interesses, ein fleißiger Mit-
arbeiter des Wiener Parteiblattes „Das
Vaterland". Professor P ach mann ist
einer der bedeutendsten Kirchenrecktsleh-
rer — nicht der Wiener Hochschule allein,
sondern der Gegenwart überhaupt. Sein
reiches Wissen beruhtauf tiefem lmdumfas»
sendem Quellenstudium. Durch und durch
ein Charakter und selbstständig in seinen
Ansichten, laßt er fich von der Strömung
des Tages weder rechts nock links ab«
leiten, sondern folgt nur feiner eigenen,
durch die Forschung der Wissenschaft er-
härteten Ueberzeugung. Wie wenig er
fich dabei beeinflußen läßt und auf seinem
Standpuncte beharrt, wenn dieser auch
nicht der jener Partei ist, der er zunächst
angehört, hat er mit seinem Gutachten in
der PatronatSfrage der Gemeinde Wien bewiesen, in welcher er gegen die Ent-
scheidung der erzbischöflichen Curie auf
Seiten der Commune stand. Als Lehrer
zählt er — unbeschadet einer derben
Vortragsweise — zu den tüchtigsten der
Wiener Hochschule, der es versteht, seine
Zuhörer bei den trockensten Partien zu
fesseln. Daher sind seine Hörsäle auch
immer gefüllt, denn P. ergeht sich nicht
in theoretischen Klopffechtereien, sondern
macht praktisch deutlich, was verstanden
sein will. Als Mann der Ueberzeugung
ist er in einer Zeit der erbärmlichsten und
elendigsten Gesinnungslosigkeit um so
achtenswerther, als sich denn auch schon
auf den juridischen Lehrkanzeln Oester»
reichS die Charlatanerie breit zu machen
beginnt. P. ist im Jahre 1867 in Aner-
kennung seiner verdienstlichsten Leistun-
gen im Lehrfache zum wirklichen Regie«
rungsrathe ernannt, von dem unglück«
lichen Kaiser Max imi l ian von Meriko
aber mit dem Commandeurkreuze deS
Guadeloupe>Ordens decorirt worden.
Neue freie Presse (Wiener politisches Blatt)
1866. Nr. 636- j8ss7, Nr ld.^; — Die
Presse (Wiener polit. Vlatt) l86i. Nr, 2il>.
Pachmayr, Marian (Benedictine r
des Stiftes Kremsmünster, geb. zu Kein«
naten bei Kremsmünster 22. October
1728, gest. zu Weißkirchen bei Wels
17. Juni 1803). Seine in der Taufe
erhaltenen Namen Johann Georg
vertauschte er bei seinem Eintrilte in das
Benedictinerstift Kremsmünstel.-, der am
13. November 1748 erfolgte, mit dem
Klosternamen Marian. Am 4. Mai
1750 erhielt er die Priesterweihe und
wurde nun im Lehramte verwendet, und
zwar in den Jahren 1734—1761 als
Lehrer der theoretischen und praktischen
Philosophie, Mathematik und Physik,
und im Jahre 1737 außerdem der Ge<
schichte. Seit dem Jahre 1761 war er '
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon