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Palacky 191 Palacky
zur bildlichen Satyre darboten, so z. B. brachte
der Figaro ^wahrscheinlich von dem Griffel
des geistvollen L. Mül ler) <863, Nr. 28, den
uechischen Historiographen als Dudelsackpfei-
fer, russische Lieder vortragend; — in Nr. 29
u. 30, in Gesellschaft mit seinem Schwieger-
sohne Lad. Rieger bemüht, den böhmischen
Löwen beim Schweife in's Lager des Pan»
slavismus zu bringen; — 1863, in Nr. 37
u. 38: Palacky und Rieger, ersterer mit
der Maschinen-Trompete (als Bandelier) um
die Brust, beide auf dem böhmischen Löwen
reitend, mit der Unterschrift: „So, jetzt
können's me uns ooch wieder seh'n
lassen"; — in Nr. 44 u. 45, Palack^
und Rieaer, das Schlußtableau bei den
Illuminationsfeierlichkeiten in Prag bildend;
— 1869, in Nr. 2 l , S. 84, ein Bombar.
don blasend, um dem Baron Kol ler zu
beweisen, daß er mit der Melodie des Aus'
nahmszujtandes Tact zu halten verstehe; —
Nr. 25 u. 29, S. 112. seine Ansicht über den
verruchten Buben, der durch das Schleudern
'explodirender Körper die Prager Bevölkerung
schreckte; — der Kukuk, ein anderes Wiener
Spottblatt, 1867, Nr. 27 u. 25. stellte P.
auf der Pilgerreise zum Moskauer Slaven»
congresse dar.
VII. Einzelheiten: PalackF's Geburtshaus.
— Gedicht auf P. — Epigramm aus P. —
Palack)' und Vras Dürckhcim. — Palack)''s
Gedenktafel m Jena. — Palack)'s Pra-
gramm vom 23. November I8^l9. — Pa-
lack)'s Geburtshaus. Eine Ansicht von Pa<
lacke's Geburtshaus brachte die Prager
illustrirte Zeitung ^Il.oäinQa. krouil^a" (Volks«
chronik) im Jahrgange 1862. Nr, 11. S, 131,
im Holzschnitte mit der Unterschrift: Na-
cioli na 2Ioi-a.vL, und eine zweite Ansicht
davon hat F. Var tc l , ein junger Wiener
Xylograph, gleichfalls in Holz geschnitten. —
Gedicht an Palack)'. Ein solches enthält das
Blatt HIoi-a.vLka 0r1io6, d. i. der mäh<
rische Aoler, l868. Nr. 128, im Feuilleton:
„Nlo^ava I'i-ant. ?Hla.oIceiTiu", d. i. Mähren
an Franz Palacky, Von Anonymus ^. 8. —
Epigramm aus Palack^. Weltberühmt und
gelehrt, doch eingepöckelt in Galle j Ueber das
eigene Wort: „Oesterreich müßte entsteh'n, >
Wenn's nicht bestände schon", da jetzt nach
Norden und Süden j Sendete and're Parol'
slavisches Trennungsgelüst. > so heißt es
von ihm in den bei Otto Wigand in
Leipzig im Jahre 1862 erschienenen „Sil- houetten aus dem österreichischen Reichs,
rathe". — In anderer Weise wieder geißelt
Pa lacke's ethnographische Phantasien der
Figaro (ein Wiener Spott, und Witzblatt,
4a.) 1863, Nr, 31. S. 122, in der Darstel.
lung: „Das panslavische Weltreich. Aus einem
Zukunftswerke, des Dr. Frantisek Palacky".
— Palacky und Wraf Pürckheim. Graf
Dürckheim hat im Hause der Abgeordetcn
des Neichsrathes in der Sitzung vom 6. No-
vember 1868 Herrn Palack^ — ohne zwar
ihn zu nennen, doch, wie Herr Pa lac t^
selbst in einem „Eingesendet" erklärte, unter
prägnanter Bezeichnung seiner Person — einen
„Verführer" des böhmischen Volkes und einen
„öffentlichen Landesverräther" genannt. Herr
Palacky hat diese Ansicht des Grafen in
einem Vlatte in einer Weise abgelehnt, daß der
Graf Dürckheim in einem „Eingesendet" den
böhmischen Historiographen in entschiedenster
Weise in die Schranken des Anstandes ver«
wies. Das Nähere über diesen Vorfall, der
auch einen Preßproceß gegen den Redacteur
der „Korrespondenz", ein Organ Palack/ 's,
Anton Tuma, zur Folge hatte, siche in den
hier bezeichneten Quellen.- Fremden-Blatt
von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1868, Nr. 342:
„Palacky und Graf Dürckheim" ; — Gratz er
Volksblat t . 18. November 1868: „Palacky
und Graf Dürckheim"; — Neues Wiener
Ta^blat t 186«, Nr. 314: „Palacky und
Graf Dürckheim" l^ in der Nubrik: Stimmen
aus dein Publicum). — Denktafel auf Pa>
lack>' in Jeua. Als im Jahre 18ö8 die Uni»
versität Ima ihr 30Ujähri.,es Jubiläum feierte,
schmückte sic auch die Häuser, in welchen her»
vorragende Männer als Studenten gewohnt,
mit Gedenktafeln. Eine solche Tafel trägt auch
den Namen Franz Palack^'s, der seine
Bi ldung deutschen Hochschulen ver-
dankt. Wenige Jahre später, schreibt das
weiter unten ssenannte Blatt, nachdem die
deutsche Nation in ehrender Unbefangenheit
dem slavischen Geschichtsforscher bei festlichster
Gelegenheit eine so ehrenvolle Huldigung dar«
gebracht, hat Franz Palacky es unternom-
men, in einer gegen Prof. Constantin Hö fler
gerichteten Schrift die deutsche Nation auf
das Gehässigste zu verunglimpfen -» wie er
ja dieß auch schon lange früher gethan —
und fich so weit zu vergessen, „die Deutschen
als ein Räudervolk hinzustellen". Ein Auf«
schrei des Unwillens und gerechter Erbitterung
ging damals durch die deutschen Blätter aller
Farben, und die „Gartenlaube." (Leipzig,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon