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Paladins 194 Paladins
vergleichende Erdkunde (Prag 1837u. f>.
'«, d< i.
Die Aerologie, oder die Lehre von der
Luft, Warme und den Anzeichen der
Witterung mit besonderem Hinblicke auf
die Landwirthschaft (Prag 4863, 46".).
bildet auch das zweite Heft der „Vidlio-
tska 1105x0äälL^ä" , d. i. Land»
wirthschaftlichen Bibliothek"; — „ IN -
naturgefchichtlichenVerhältnifsc Amerika's
(Prag 4864, 8<>.)-, in der Sammelschrift
eines gelehrten Vereins erschienen seine
„Pflanzengeographischen Studien"; aus
dem Französischen in's Oechische übersetzte
er Guizot 's „Geschichte der Aufklärung
in Guropa" unter dem Titel: „Ae)'?n?/
VA^/anos??' v Z^o^x?" (Prag 1831)
und Scribe's Lustspiel „Geliebtwerden
oder sterben" unter dem Titel: ^M'öo-
VM?z?i öAl nsöo ^?n,?Vif/^ , welches das
4. Heft der „VidliotO^a äiv2.ä6lni"
(Prag 1832) bildet. Ueberdieß ist er
ein fleißiger Mitarbeiter des „Zlovnik
Qauon)'". P., in der botanischen und
geographischen Wissenschaft unzweifelhaft
eine bedeutende Specialität, soll auch
ein immenses Gedächtniß, daS seines
Gleichen sucht, besitzen.
Fer, d. i. Conversations<3exikon
Redigirt von Dr. Franz Ladislaus Rieger
(Prag 1839, I . L. Kober, 3e?. 8o.) Bd. VI ,
S. 33. Nr. 2. — Bohemia (Prager polit.
und Unterhllltungsblatt, 4<>.) Jahrg. 1362,
Nr. 92. S. 906.
Paladins, auch Palladius, Anton
(Flöten-Virtuos, geb. zu Brand eis
an der Elbe 16. März 4798, gest. 13. No-
vember 4813). Ein Wunderkind, das zu
Anbeginn des laufenden Jahrhunderts
durch seine musikalische Begabung Stau»
nen und Bewunderung erregte. Anton, war das jüngste Kind eines Kaufmanns
in Brandeis. Einst hörte er — er war
erst etliche Jahre alt — einen Bekannten
auf der Flöte spielen und seit dieser Zeit
ließ es ihm keine Ruhe, bis er eine Flöte
hatte, und nun begann er, ohne Meister,
dieselbe zu blasen. I n kurzer Zeit ver.
vollkommnete er sich selbst so in der
Behandlung dieses eben nicbt zu dank-
baren Instruments, daß er ein Concert
von Pleyel öffentlich vortrug und gro«
ßen Beifall erntete. Nun brachte ihn sein
Vater nacb, Prag, und unter der Anlei»
tung des berühmten Lehrers Anton
Bayer legte er die letzte Feile an sein
Spiel. Im I . 4808. damals zehn Jahre
alt, unternahm er mil seinem Oheim die
erste Kunstreise, für welche er mit Empfeh.
lungsbriefen von den Fürsten Collo«
redo..Mannsfeld.3obkowitz.Khe.
venhüller u. A. versehen war. Auf
seiner Kunstreise besuchte er Italien, wo
sein Flötenspiel überall Bewunderung
erregte, auf einer zweiten Kunstreise ließ
er sich an mehreren Höfen Deutschlands,
in Schleitz, Gera, Weimar, Altenburg,
Dresden u. a. O. hören und wurde
überall als ein zweiter Dulon gepriesen.
In seinen Concerten blies P. wohl auch
seine eigenen Variationen über berühmte
oder beliebte Themata, aber im Stiche
ist von denselben nichts erschienen. Jedoch
nicht lange sollte es diesem musikalischen
Genie gegönnt sein, zu wirken; mit
Anbeginn des Jahres 4813 begann er
zu kränkeln und im November d. I .
erlag er, erst 43 Jahre alt, seinem
Leiden. I . Heindl, und nicht, wie er
im „validor" genannt ist, Weindl, hat
sein Leben beschrieben und herausgegeben.
Heindl (Joseph). Kurzgefaßte Lebensgcschichte
des verewigten Virtuosen auf der Flöte
Anton Palladius . . . (Prag !8l4. §«.) ^da-
selbst auch sein uon Nyl>i6ka gestochenes
Bildnis, — Dal ibor. 6250x12 pro
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon