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Palärik 597
thätig gewesen, und auch bei Enthüllung
des Denkmals am 11. Mai 1854 eine
Gedächtnißrede auf H olly gehalten hat.
Gegen das Ende des Jahres 1833 mußte
P. seiner leidenden Gesundheit wegen
die Redaction der „I^tolioics A'ovw^
niederlegen, um aber nicht ganz litera
risch unthätig zu sein, begann er einc
slovakische Uebersetzung der Jugend
schriften von Christoph Schmid, von
denen auch schon etliche Hefte:
vkäsr" st. i. der Christabend), ,
Q0Lni virjio^g." (d. i. die Ostereier),
„I^vstinov^ kosik" (d. i. das Blumen«
körbchen), in Ofen beiBago erschienen
sind. Diese mechanische Beschäftigung
sagte ihm aber nicht lange zu. Da rief
der Besuch einiger Vorstellungen, welche
Emil Devr ient während eines
spiels auf der Pesther deutschen Bühne
gab, in P. eine alte Neigung für das
Drama wieder wach, und er schrieb
etliche Stücke in slovakischcc Sprache, in
welchen er ein Spiegelbild des Lebens
und der Sitten seines Volkes zu geben
bemüht war. I n dem mit V ic tor in
gemeinschaftlich herausgegebenen slovaki-
schen Taschenbuche: „Konkoräia. ZIo-
V3.NLKF letopis", welches zu Ofen im
Jahre 1838 erschien, veröffentlichte er
außer einigen kleineren Dichtungen ein
nationales Lustspiel, betitelt: „Inco-
Fnito", welchem in den ersten zwei
Jahrgängen des von I . V ic tor in
herausgegebenen Taschenbuchs: „I^ipa.
Käroäni ^a'dg.vQi^" (Pesth 1860 u.
1862) noch die beiden Lustspiele: „Oro-
tä,r" und „3m,i6ienis" folgten. Als das
eine dieser Stücke, «IncoKnito^) im
Jahre 1861 von einer serbischen Schau»
spielertruppe in Ofen aufgeführt wurde,
widerfuhr dem Autor, welcher der Auf»
führung seines Stückes beiwohnte, die
Auszeichnung der öffentlichen Bekrän» zung, da zwei serbische Studenten, die
den Dichter unter den Zuschauern erkannt
hatten, denselben unter dem Freude»
zuruf des Publicums auf die Bühne
führten, wo ihm die berühmte serbische
Schauspielerin Maria Dukova unter
Zivio- und Slavarufen einen Kranz
auf'S Haupt setzte. Bei der im Jänner
1861 von I . V ic tor in zu Ehren
Wenzel Hanka's in Ofen veranstalteten
Todtenfeier hielt P. die Festrede, welche
dann auch unter dem T M : ^Hs
. ." (Ofen
1861, 8o.) im Drucke erschien. Sein
nunmehriges Verhalten in politischer
Hinficht, das keiner der verschiedenen
Parteien, die damals in Ungarn ihr
Wesen — oder Unwesen — trieben,
zusagen wollte und das ihn auch bei
seiner Nation in den Verdacht der Ab»
trünnigkeit brachte, glaubte P. selbst
durch eine öffentliche Erklärung recht»
fertigen zu müssen. Die nationale Partei
hatte nämlich ihn auch als einen Vor»
kampfer der im Thurocz-S^. Mä,rtoner
Memorandum enthaltenen Wünsche und
Forderungen bezeichnet. P. erklärte diese
Ansicht für irrig und schrieb, „er sei wohl
slavischer Schriftsteller und werde im
Interesse der slavischen Nationalität und'
der Aufklarung des slavischen Volkes'
nach wie vor wirken, doch könne die
Zerstückelung des theuren Vaterlandes
und die Zerstörung der brüderlichen Ein»
tracht nicht seine Absicht sein, da ihm
alle Gefühle, die nicht diejenigen eines
treuen Patrioten sind, ferne stehen. Er
habe auf dem Slavencongrefse zur Mi»
noritat gehört, die gegen das Memoran«
dum kämpfte und dasselbe nur deßhalb
mitunterschrieben, weil er von der'Ver«
sammlung hiezu einstimmig gewählt
wurde. Eine weitere Erklärung, wie da5
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon