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dialschule, die überdieß in einem kleinen
unzweckmäßigen Iocale untergebracht
war und von nur sehr wenigen Kindern
ziemlich unregelmäßig besucht ward, ob.
gleich über achthundert schulfähige
Kinder, die keinen Raum im Schullocale
fanden, sich auf der Gasse müssig herum»
trieben. P. machte sofort die Schulbe«
hörden auf diesen argen Uebelstand auf«
merksam, auch gelang es ihm allmälig,
der Ottakringer Gemeinde Sympathie
für das Unterrichtswesen einzuflößen, die
Opferwilligkeit der Bewohner zu wecken
und bald entstand ein stattliches Schul«
gebäude mit zehn geräumigen Classen»
zimmern, die nun alle von der herbei»
geströmten Jugend angefüllt wurden.
P. sorgte noch für tüchtige Lehrkräfte,
und an die Spitze der Schule wurde ein
für das Lehrfach begeisterter Schulmann
(Oberlehrer N i rn berger), der über«
dieß gediegene musikalische Kennntnifse
besitzt, gestellt. Nun besuchen die Otta>
kringer Schule, welche noch in den
Fünsziger>Iahren kaum 480 und die«
selbe nur sehr unregelmäßig besuchende
Kinder zählte, nahezu an 29<)l), so daß
in einer Classe sogar 230 Kinder fitzen.
Pfarrer Paleh hat diese Schule unter
seine besondere Obhut genommen, er
besucht fte täglich, ertheilt in der 1.
uud 4. Classe den Religionsunterricht
und leitet überdieß die Conferenzen.
Durch sein eifriges Zusammenwirken mit
dem Lehrkörper hat es die Ottakringer
Schule zu einer „Musterhauptschule" im
9. Wiener Schulbezirko gebracht. Als
Minister Schmerl ing den nachmals
wieder aufgelösten Unterrichtsrath in's
Leben rief, wurde P., der den Ruf eines
gediegenen Schulmanns besaß, in den»
selben gewählt.
Oesterreichisches pädagogisches Wo»
chcnbla tt (Wien. 8<>.) 1864, Nr. l3 S. 199. i — Besonders bemerkenswerth ist noch Ste-
phan Palecz. des Huß erbittertster Geg»
ner; er war Professor 2er Theologie an der
Prager Hochschule, hielt im Concil cun27. Juni
14l? eine Rede gegen die Simonie und drang
ernstlich auf eine Reform der Kirche und —
bei dem in der Gegenwart bevorstehenden
neuen Dogma der „Unfehlbarkeit des Papstes"
— erscheint sein vor vier Jahrhunderten mit
Entschiedenheit abgegebenes Votum: „Das
Concil stehe
über Papst und Cardinälen", sehr
beachtenswerth. Von seinen Schriften sind
bekannt.- n-^ntiokriLtus"; — „Da ^.utkori,»
tats VeoüSLias Itoniauas"; — ^vs davidus
Naelsäias"; — »Ds portis inlorni 5eu äs
yuatnoi' artiauNg VokOmorurü", sie werden
in Handschrift in den Bibliotheken zu Prag,
Leipzig und in jener des Stiftes Molk auf<
bewahrt. Man hält auch den als 8tspb2.nus
äo I>l2>32 in der Geschichte des Trienter Con<
cils ermähnten Theologen für obigen Stephan
Palecz. sHo5ttH?ai Faiöl t t l ' Nokounae
äocw 6te. Näiäit, ?. OanäiäuL a 8. ^ks-
i-62ia (?raFas 1777, 5. 0. Nrada, 50.) x. 129.
i774, Uradl^, kl. 5°.) p. 246.^
Mffi) , Albert (ungarischer Schri ft«
steller, geb. zu Großwardein im
Jahre 4323). Steht in keiner verwandt«
schaftlichen Verbindung mit der berühm«
ten und vielverzweigten fürstlichen und
graflichen Familie Pal f fy von Erdöd
ss.d. Folgenden). Im Alter von 19 Iah»
ren kam Albert nach Pesth, um daselbst
die Rechte zu studiren, an denen er aber
geringeres Behagen fand, als an der
französischen Literatur, die er. mit großer
Vorliebe betrieb. Als im Jahre 1844
Petöf i nach Pesth kam und dort seinen
bleibenden Aufenthalt nahm, befreundete
sich PHlffy bald mit dem genialen
Poeten und soll nicht ohne Einfluß auf
dessen weitere Entwickelung gewesen sein.
Indessen lebte P. in sehr kümmerlichen
Verhältnissen, die
sich auch wenig besser»
ten, als er im Jahre 1845 den Roman:
saFM?- MM2onal>«, d. i. Der unga«
rische Millionär, herausgab, der von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon