Seite - 202 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
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reren hochadeligen Familien Ungarns und
veröffentlichte eine Schrift über die Bienen»
zucht in Siebenbürgen: „
Lori^2 säitis uotorum (Visuuas 1776, ^..
I^os^vs, 80.) 2?ou2. I I I , x. 2. — Hanls^
^/o^Hs/^, )l2F)'3,r ir<5k stc:.. Zweiter, den
ersten ergänzenden Theil, S. 243.^> — 5. Sa-
muel P2lf fy aber ist als Herausgeber zweier
Volksrom ane bekannt: „Ni-bia vaF? ^.du!s2
es ^.ceras L^iri-sdato törteusts", d. i. Erbia,
oder die rührende Geschichte von Abules und
Acetas, und eines zweiten: „Zomilla, der
Eroberer Crbia's". auch in ungarischer Sprache.
Mögen wohl Uebersetzungen alter Volksge«
schichten sein.
Mff l) von Erdöd, Ferdinand Graf
(Kunstfreund, Director des Thea»
ters an der Wien, geb. zu Wien 1. Fe-
bruar 1774. gest. daselbst 4. Februar
1840). Vom mittleren Ast der älteren
(Ni kola i'schen) Hauptlinie. Ein Sohn
des Grafen Leopold aus dessen Ehe
mit Therese GräfinDaun. Der Graf.
der eine sorgfältige Erziehung erhalten
und aus dieser eine besondere Vorliebe
für Kunst und Wissenschaft gewonnen
hatte, benutzte das bedeutende Vermö«
gen, welches er besaß, um seinen Nei»
gungen für die Kunst zu leben und in
das Getriebe derselben selbstthätig ein«
zugreifen. Früher schon hatte er mit
einer Gesellschaft von Kavalieren die
Dicection der beiden Hoftheater über«
nommen und einige Zeit mit vieler Um«
ficht und Kenntniß geführt. Spater,
1813, um selbstständig zu wirken, kaufte
er das Theater an der Wien, in welchem
unter seiner genialen Leitung sich eine
künstlerische Thätigkeit entfaltete, wie
noch nicht vor und nicht mehr nach
ihm. Die Genüsse, welche der Graf den
Wienern bot. machten seinen Namen bald
zu einem populären in Wien, und die
Epoche der Palffy'schen Directio:! lebt
noch heute in der Erinnerung manches älteren Theaterbesuchers, abgesehen da»
von, daß er sich durch den für das Thea»
ter an der Wien gegründeten, nach seinem
Namen benannten Theater>Penfionsfono
auch humanerseits ein bleibendes An«
denken gegründet hat. Hingeriffen von
seinen Ideen, ließ der Graf eben nur von
diesen und nicht auch von den Mahnun-
gen der Klugheit sich leiten, minder ver«
schwenderifch zu sein. Er opferte, schreibt
H. Born stein, der einige Skizzen
über die Wiener Theater aus der Zeit
der Dreißiger.Iahre geschrieben, seinen
Ideen und Bestrebungen Alles, falsche
Freunde mißbrauchten ihn, heuchlerische
Creaturen beuteten seine Gutmüthigkeit
aus und nach einer Reihe von Jahren
hatte Graf Pal f fy sein ganzes uäter-
liches Vermögen bei dem Theater an der
Wien verloren. Noch einmal rettete ihn
eine große Erbschaft, die er machte, aber
auch diese ging desselben Weges und der
edle kunstsinnige Graf, dessen viele gute
Seiten vielleicht ein allzugroßer Auf.
wand verdunkelte, sah sich plötzlich ver»'
armt, sein Theater geschlossen. Er rettete
aus seinem Sturme nichts als seinen
heitern Humor, seine feine Bildung und
eine erprobte Lebensphilosophie, die ihn
zum gesuchten Gesellschafter Aller und
im Befche einer kleinen geretteten Rente
es ihm möglich machte, nach wie vor
die Seele feiner Gesellschaften zu sein.
Aber nicht die dramatische Kunst allein
war es, die den Grafen anzog, er war
überhaupt ein Freund der Künste und
sein Palais in HernalS, dessen Beschrei«
bung, und zwar der in den Gemachern
aufbewahrten Kunstschätze, im Graffer«
schenConversationsblatt" 1821, S. 1177,
der bekannte Tourist Weidmann ge^
liefert hat, war selbst eine kleine und mit
Geschmack zusammengestellte Kunstgalle'
rie. Um zu zeigen, wie sein Edelmann»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon