Seite - 213 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Bild der Seite - 213 -
Text der Seite - 213 -
MO) 213 Mffh
L6i>utti ?o5ouii 29. Zlaii 1646. Die Revers»
seiie zeigt eine mit einem Lorbeerkranze ge,
schmückte Diana, welche mit beiden Händen
die- Geweihe der von der Seite heroorkom
menden Hirsche hält; über Diana's Kopf
befindet sich der halbe Mond in Strahlen
und darüber steht auf einem Bande: ,,.^ä
25ri-a inecum". Ueber ihren Gatten Niko»
laus (II.) und ihre Kinder Johann (II.),
Pau l (IV.) und Stephan (II.) ungleiche
die besonderen Lebensskizzen Nr. 27, 1l.
34 und 37, — 26a. Mor iz Graf P. ^ehe
die ausführlichere Biographie S. 222^Z —
27. Nikolaus (II.), auch der Aeltere ae.
nannt (geb. 1632, gest, 23. April !600). ein
Sohn Peter Pälf fy 's aus seiner Ehe mit
Sophie Dersffy. Nikolaus scheint eine
ausgezeichnete Erziehung erhalten zu haben,
wie sie zu seiner Zeit selbst bei Vornehmsten
eine Seltenheit war. Er hatte Griechenland,
Constantinopel. Deutschland, die Niederlande,
Frankreich und Spanien besucht und den
praktischen Unterricht der berühmtesten Feld«
Herrn jener Länder genossen, den er auch
nach seiner Rückkehr in die Heimat daselbst
in Anwendung brachte. Im December l58l)
ertheilte ihm Kaiser Nudolph I I . die Ober-
gespanswürde des Preßdurger'Comitates und
die Schloßhauptmannstelle. Am 23. April
iö8l crbob ihn der Kaiser sammt seinen
Brüdern Thomas (I.). Johann (I.) und
Stephan (I.) zur freihcrrlichen Würde,
dem Niklas selbst verlieh rr, überdieh am
9. December l38l das Erzkämmereramt oon
Ungarn, am 23. Mai 1582 wurde er geheimer
Rath und am 2i). September l384 Ober-
gespan des Komorner Comitateö; wenige
Wochen später, am 22. October, ernannte
ihn Erzherzog Ernst. Statthalter uon Uu<
gärn. zum Commandanlen uon Komorn, und
am i. Juni 1589 zu jenem von Neuhäuscl
und General-Capitän des Kreises, Am 17. No<
vcmber 1594 wurde er zum Obersten der
Bergstädtc, am 3. December 1!93 zum Coin»
Mandanten ron Gran ernannt. In allen
diesen Würden führte er eine Neihe uon
Unternehmungen gegen die Türken mit eben»
soviel Kraft a^S Glück aus. Am 8, December
1395 schloß er mit Sigmund Bathory den
Sicbenbürgcr Tractat ab. Am 29. März
l698 eroberie er in Gemeinschaft mit Adolph
Freiherrn von Sch warzenb erg die für die
Christenheit äußerst wichtige Festung Naab.
Der Jubel in Wien und an anderen Orten, über die Wiedereroberung' dieses wichtig n
Platzes wär unbeschreiblich. Kaiser Rudolph
befahl, zum Andenken an diese Begebenheit
allenthalben an den Kreuzwegen Denkfaulen
zu errichten mit der Inschrift: „Sag Gott
dem Herrn Lob und Dank, daß Raab ist
kommen in Christenhand". Die Stände von
Niederosterreich nabmen den Helden am
4. Mai 1389. Böhmen im Jahre 1392 in
ihre Standschaft auf, die ersteren überdieß
verehrten ihm zum Andenken einen werth»
vollen künstlich gearbeiteten Goldbecher, der
einen Theil des Famili'enschatz?s und Fidei«
commisseä bildet und noch mancherlei Ge<
schicke erfuhr ssiehe Paul (I V.), S. 2l 6. Nr. 34).
Die Stande Ungarns aber kamen freiwillig
und unaufgefordert ein, im Namen des gan-
zen Königreichs bei dein Könige für den
tapferen Krieger eine angemessene Velohnung
zu erbitten, und so wurde ihm die Haupt«
Mannschaft des Prcßburger Schlosses zugleich
mit den sehr. bedeutenden Schloßgärten. an»
fänglich nur für,seine Person verliehen, später
aber wurden auch sein Sohn Stephan
und sein Cnkel Nikolaus in diese Verlei»
hung aufgenommen Im April 16O0 starb
der Held nach kurzer Krankheit, indem er
eben uon einer Neise nach Wien, wohin ihn
Erzherzog Math ias zu den Berathungen
über die Fortsetzung des Krieges berufen
hatte, lUrückgekrhrt war, im Alter ron kaum
48 Iabrcn. Nikolaus P. war eine Zierde
unter den Kriegshelden seiner Zeit, sein Haus
der Sammelplatz alles Großen und Bedru.
tcnden und eine Schule für noch manchen
Helden, mit dem sich Ungarn brüstet, so
z. B. Franz Eßterhäzy, der Stammvater
dieses berühmten Geschlechtes, Peter K »
häry, Stephan I l leshäzy u. A. Ucbrr
seine. Gemalin, eine deutsche Freifrau aus
edlem Hause, N<nili Vagdnscna ^ugacr, veral.
das Nähere 2. 2l2. unter Nr. 26. Pal f fy
ist in Preßburg beigesetzt und die 2t. Mar-
tin'Stiftskirche zeigt noch seinen Denkstein
mit der Inschrift, in welcher es unter Ande-
rem beißt: n^u^'nL, par ^nei-i et titnUs,
virtuä rern I-lunFai'ieam cliücillimiL tsm-
poi'idUL, ellln omnium u,6mii-atioQS bd
g'i-ktulations oonLüi'Vkvit et amMlioavit".
I^sroez IiunFai-iae (I^i-uav. 1743, 8".),
daselbst eine Biographie P >'i l ffy's. — Unga
riscker Plutarch oder Nachrichten von
dem Leben merkwürdiger Personen des König«
reichs Ungarn und der dazu gehörigen Pro«
vinzen. Aus authentischen Duellen geschöpft...
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon