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Mffy
darnach, am 19. September, der Prinz bei
Guastalla den Heldentod starb, erhielt Paul
Karl P. dessen erledigtes Regiment und
Gencral-Majorsrang Im März 1739 wurde
cr Feldmalschlill Lieutenant und Hofkriegs'
rath. im September 1741 wirklicher geheimer
Rath, den 15. October 1743 General der
Cavallerie. 29. Juni 1754 General<Feldmar<
schall und im Jahre 1763 commandirender
General in Ungarn und Siebenbürgen. Er
war Hlasistei- ^anltoi-uiu und ftit des Paters
Tode erblicher Obergespan des Preßbnrqer
Comitates und Hauptmann des dasiaen
Schlosses. Der Graf war dreimal vermalt,
zuerst, seit 22. November 1718 mit Varia
Gräsin ^nbcnlm'g (gest. 1724); zum zweiten
Male, seit 1. März 1734. mit Iostpha Grasin
j)ergeü, verwitweten Gräsin ftroäkcm (gest.
1748); zum dritten Male. seit 12. Octobcr
1749, mit Nana Gräsin ^larhelnöcrg (gest.
1778). Die zweite Ehe war kinderlos, die
Kinder der dritten starben in wenigen
Wochen; von jenen dcr erstcn Ehe starben
ein Sohn und eine Tochter in der Kindheit,
zwei Töchter, Mar ia Theresia und M a<
ria Anton ia. Heiratheten. erstere den Gra<
fen Karl Philipp Cobenzl. letztere den Gra.
fen Joseph Eßt erh äz y. — 34. Pau l (IV.)
(geb. im Jahre 1389. gest. 1633) ein Sohn
des Helden Nikolaus (II.) M . 27) und
der Maria Magdalena Fugger. Paul
wurde im Jahre 1625 Präsident dcr k. unaa>
nschen Hcfkammer, welches Amt er durch
21 Jahre, bis 1646. bekleidete; zu gleicher
Zeit versah er die Würde des Oberst>Landes<
Mundschenken. Am 6. Februar ernannte ihn
der König zum «luclex cui-iae. (Oberstland'
richtet), und als im Jahre 1646 der Palatin
Johann Graf Draskowich starb, zum
Nachfolger in der PalatinSwürde. Als solcher
entfaltete er auf dem am 21. April 1649 in
Preßbura eröffneten Landtage große Umsicht
und Klugheit. Die gegenseitige Unduldsam«
keit der verschiedenen Religionsparteien hatte
die Erbitterung der Gemüther zu gefahrdro.
hender Höhe gesteigert, nur dem Tacte des
Palatin Päl f fy war es gelungen, der Ver<
Handlung der dringendsten Landesangelegen,
heitcn den erwünschten Fortgang zu verschaffen.
Schon im Jahre 1630 übernahm er die ihm
von den Landesständen übertragene Oderauf'
ficht und Leitung des Baues der gänzlich in
Ruinen versunkenen königlichen Burg zu
Preßburg, der im Jahre 1649 vollendet
wurde; ferner baute er von Grund aus das Pälffy
große, auch unter dem Namcn der Palffyhof
'bekannte Curialgebaude in Preßburg, das
Castell zu Stampfen, stellte das Paillenstaincr
Schloß — jetzt Ruine — her. errichtete das
große Franziskanerkloster sammt Kirche zu
Malakka, wo er auch eine mit ansehnlicher
Stiftung ausgestattete Familiengruft grün»
dete. Den Glanz des Hauses vermehrte er
um ein Beträchtliches. Für seine Verdienste
erhielt er. nachdcm er im Iabre l646 seinen
Vrüdern Stephan (II.) und Johann (II.)
in der Würde eines Oberaesvans des Preß.
burger Comilates und des kön. Schloßhaupt«
manns von Preßburg aefolgt war. am 12. März
1651 eine königliche Schenkung, mittclst wcl«
cher die vorgenannten, mit reichen' Ertrag-
niffen ausgestatteten Wmdcn seiner sammt»
lichen männlichen Nachkommenschaft auf
ewige Zeiten nach der Ordnung des Alters
in Form eines Familien«Srniorates verliehen
wurden. Durch Kauf brachte er an sicb die
Herrschaften Plassenstein (oder Malaczka)-,
Baymoth und Theben in Ungarn. MarchegZ
in Oesterreich, und erhob diese — mit Äus>
nähme von Bciymoib — in seinem mit
königl. Cons'.'nsc versehenen Testamente zu
einem Majorate, in wclckcs auch dcr in dcr
biographischen Skizze seines Baters Niko-
laus (II.) erwähnte goldene Becher aufgenom-
men wurde. Dieser war nämlich in Beth»
len's Gabor Vesitz gekommen ssü'he Ste<
phan (II.). folg. Srite, Nr. 37), Bcthlen
hatte den Becher dann dein Sultan zum Gc»
schenke gemacht. AIs Kaiser Ferdinand I I I .
mii dcn Türken Frieden schloß, wu>,de der
Bacher unter jene Grscbenke aufgenommen,
welche die Pforte dein kaiserl, Hofc übersandte,
und kam so in die kaiserliche Schatzkammer.
Kaiser Ferdinand I I I . gab abcr dann
diesen Becher dem Palatin Paul zurück und
rr wurde nebst dem Säbel, den Nikolaus
bei der Einnahme von Raab geführt, dem
Familiensideicommisse einverleibt. Am 26. Juli
1629 hatte sich Paul mit Nm'tn Fmiiztslw
Gräfin Lhuci! von Vellis^j, einer Tochter des
Sohnes seinerTante. Magdalena vermälten
Grafin Khuen von Beläsy, vermalt, welche
als Witwe im Jahre 1666 im Städtchen Pri»
uicza im Neutraer Lomicate den Vätern der
frommen Schulen (Picnistcn) ein Kloster
sammt Kirche errichtete und diesen Orden
in Ungarn einführte, wo sich derselbe große
Verdienste um Schule und Unterricht erwor»
ben hat. König Ph i l i pp IV. von Spanien
hatte dem Grafvn Pau l den Orden des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon