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Mffy 219 Pälffy
in Ungarn, nach Änderen zu Wien
20. August 1663. nach Stramberg
geb. 20. August 1639. gest. 24. März
1751). Ein Sohn des Grafen Niko«
laus (IV.) sS. 214, Nr. 28 j^ aus dessen
Ehe mitEleonora Gräsin Harr ach.
Im Jahre 1681 trat Graf Johann als
Volontär in's Neuburg'sche. spater Isen.
burg'scheInfanterie.Regiment. I m nam»
lichen Jahre noch kam er als Corner zu
dem Kürassier-Regimente seines Vetters,
des Feldmarschalls Johann Kar l (I.)
und focht als solcher bei dem Entsatze
von Wien (1683) mit. I n einem sva-
teren Gefechte mit den Türken soll Io -
hann von diesen gefangen worden und
in' türkische Sklaverei gerathen sein, sich
aber durch die Flucht auf einem Schiff»
lein gerettet haben, welches Schifflein
noch in den Dreißiger>Iahren unter dem
Sckloßthore in Bibersburg aufgehängt
war und Fremden als Sehenswürdigkeit
gezeigt wurde. Anders erzählt Bel in
seiner „^otitia HunFaria", tom. I I ,
1>. 188, die Geschichte dieses Kahns, welche
sich nicht auf J o h a n n , sondern auf
Nikolaus (IV.) bezieht. Im Jahre
1684 wurde Graf Johann Rittmeister,
machte die Belagerung und Erstürmung
von Ofen mit und wurde im Jahre
1688 General-Adjutant des Prinzen
Kar l von Lothr ingen. Schon im
folgenden Jahre wurde er Oberst im
HuszareN'Regimente Czobor und nach
dem wenige Monate spater erfolgten
Tode seines Schwiegervaters, des Grafen
Adam Szobor. Inhaber genannten
Regiments. Im churpfälzischen Erbfolge-
kriege machte er sick als glücklicher Par«
ieigänger bekannt. Der Besatzung von
Philippsburg spielte er einen schlimmen
Streich. Vor ihren Augen ließ er durch
etliche Huszaren eine Herde Ochsen und
Schafe entführen, auf die man in Phi- lippsburg vorzüglich gerechnet hatte. Die
Franzosen thaten einen Ausfall, das
Vieh zu retten, geriethen aber in einen
Hinterhalt, wo Palf fy sie mit seiner
Hauptmacht erwartete. 300 Mann In-
fanterie und 23 Ofsiciere blieben von
Seite der Franzosen auf dem Platze.
Mehrere Officiere wurden gefangen und
der Commandant des Ausfallcorps ret>
tete sich vor ähnlichem Loose selbst nur
durch die schleunigste Flucht. Im Jahre
1693 wurde P. General-Major und
machte
sich durch seinen verwegenen Muth
ebenso dem Feinde, wie durch seine
Kampflust im Duelle seinen persönlichen
Gegnern gefürchtet. Eines seiner Opfer
im Duelle war der Prinz Johann
Friedrich von Würt temberg, den er
in einem Pistolenduelle so schwer ver»
wundete, daß der Prinz bald darnach,
am 13. October 1693, starb. Päl f fy
wurde darob vor ein Kriegsgericht ge»
stellt, aber freigesprochen. Die Ursache
dieses ZweikampfeS wird von einem
Pseudonym George in der Theodor
H el l'schen „Abend - Zeitung" 1840,
Nr. 286—290, in einer historischen No-
velle in Briefen, betitelt: „Kurzes Glück",
erzählt. Ein heftiges Gefecht bestand er
im Jahre 1693 mit dem Marschall von
V i l l a rs in der Nahe von Mainz, in
welchem Graf Johann selbst schwer
verwundet wurde. Nach dem Ryswiker
Frieden übernahm der Graf die Stelle
eines Landrichters in Ungarn. Im 1.1700
wurde er zum Feldmarschall-Lieutenant.
1704 zum BanuS von Kroatien, Sla»
vonien und Dalmatien, 1709 zum Feld«
marschall, in demselben Jahre auch an
Franz Räkoczy's Stelle zum Oberge«
span des Säroser Comitats, 17W zum
General »Commandanten von Oberun-
gärn, 1724 zum Statthaltereirath und
i73l zum Beischer der Septemviraltafel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon