Seite - 228 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
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Palkovic 228 Palkovio
es ist dieß eine polemische Schrift, ver>
anlaßt durch die oberwahnten Streitig'
keiten über dieöechischeOrthographie und
Grammatik; — „WhmiZch-dentsch-lllteiniöcheS
Würterduch mit Beitiignng der den
vnti M'ährern eigenen Ausdrücke und
arten«, 2 Theile (Erster Theil Prag 1820,
zweiter Theil Preßburg 1821. 8<>.), eine
der verdienstlichsten Arbeiten, die man
Palkoviü verdankt, welcher man aber
cechischer Seits seine Unduldsamkeit ge>
gen jede Neuerung zum Vorwurfe macht'
— „Mknukt der WüMnn" (Preßburg
1827, 8o.). diese von Palkovio ano
nym herausgegebene Schrift verwickelte
ihn in eine Polemik mit Dankovsky
j^Bd. I I I , S. 139^, in Folge welcher er
noch die Schrift: „GrVidernuZ ant die
„Paar Worie über die Fchritt: Äbkvntt der
nn" (1827) herausgab; — „
d. i. Stimme über die Nothwendigkeit
einer einheitlichen Schrift. Herausgege»
den von der „^latioS cyL^a" im Jahre
4846. Außerdem übersetzte P. Hufe»
land's berühmte Makrobiotik oder Kunst,
das menschliche 3eb>>'N zu verlängern,
unter dem Titel: „littst ^T-o^o?^?^^
swata Nck^säo" (Waitzen 1800. 8«.).
gab heraus des Georg Palack)!' «Kni-
^äslavÄtsÄIiiornu, öitani) od»
xro L^oini iü1aä62") d. i. Buch«
lein über ew correcteres Lesen, besonders
für die Schuljugend (Prcßburg 1812).
begann im Jahre 1892 die Herausgabe
des „XHlenäüi- votsi a 2v1ä.3tli6 '^Li) nov^'
i Ltarv") welchen vermehrten, wesentlich
verbesserten Kalender er bis zum Jahre
1836 fortsetzte; redigirte vom Jahre
48l2 bis 1818 die Zeitschrift „I>ä6Q.
nik"i ein Blatt für landwirtschaftliche,
erdbeschreibende und literariscbe Inreres'
sen, begründete im Jahre 1832 die pe« riodische Schrift: „I^tranka,
^iei ro^iiönelic» odsaQu i)r0 1
b i neuösnä", d. i. Tatranka,
eine Zeitschrift verschiedenen Inhalts für
Gelehrte, Nichtgelehrte u. s. w., welche
mit dem 4. Hefte des 3. Theiles im
Jahre 1847 schloß und an welcher pe»
riodischen Schrift seit 1840 3. S tu r
uud Hurban fleißig mitarbeiteten. Im
gesellschaftlichen Leben, schreibt einer sei«
ner Biographen, war Palkov i 6 etwas
wunderlich; eine seiner Eigenthümlich,
keiten war eine übertriebene Sparsamkeit,
wozu er gar keinen Grund hatte, da er
in guten Vermögensverhaltniffen sich be«
fand und in Preßburg sein eigenes Haus
besaß. In dieser Eigenheit ging er so
weit, daß er alle Lebensbedürfnisse selbst
einkaufte. Im Jahre 1830, bereits ein
achtzigjähriger Greis, kaufte er einen
Zuber Kalk, um sein Haus auszuweißen;
wahrend er ihn selbst nach Hause trug,
siel er damit, brach sich das Schlüssel»
bein. und dieser Unfall wurde auch die
Ursache seines Todes. Sein humaner
Sinn sprach sich in seinen letztwilligen
Verfügungen deutlich aus; so legirte er
für die Lehrkanzel der öechisch-slavischen
Lehrkanzel in Preßburg 2000 fl., dem
Alumneum 1200 st., kleinere Summen
dem Unterstützungsverein für die Wit»
wen der Professoren, der Kleinkinder»
Bewahranstalt und dem evangelischen
Krankenhause in Preßburg. Zum Schlüsse
'ei noch bemerkt, daß er mehrere Jahre
als Deputirter der kön. Freistadt Karpfen
im ungarischen Landtage fungirte.
(<3ynla6 1835, Leax. kstb?, 8".) p. 103. —
Oesteureichische Nati o nal - Encykl o-
padie von Gräffer und Czikann (Wien
1833. 8<>.) Vd, IV, S. 143. — 8 lovu ik
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon