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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 231 -
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Seite - 231 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Pallavicini 231 Pallavicini sations<3erikon für die gebildeten Stande (Hild> burghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8".) Zweit, Adtheilg. Bd. I I , S. 313. Nr. 10. Zur Genealogie der Grafen und Mark grasen Pallavicini. Die Pa l lav i c in i sm ein uraltes italienisches Geschlecht, das sein Geschlechtsregister in das zehnte Jahrhundert und noch weiter zurückführt. Urkundlich e . scheint schon im Jahre 960 ein Adalber Pa l lav ic in i , gest. 6. Jänner 1024. dessen Grabmonument mit lateinischen Versen im panegyrischen Style des Mittelalters noch deute in der Abtei Castiglione zu sehen ist. Es bleibe den Genealogen überlassen, diefei sich im Laufe der Jahrhunderte weit aus dehnende und historisch berühmte Geschlech in seinen mannigfaltigen Verzweigungen bis auf die Gegenwart zu verfolgen. Gewiß ist es, daß es drei Familien Pa l lav i c in i : eine lombardische, eine genuesische und die Pa l l av i cini von Varano, gibt, die sich alle drei von einander unterscheiden. Ob sie Aeste eines Stammes sind, muh dahingestellt bleiben, für dieses Werk haben zunächst die aus Genua stammenden Pa l la vicini ein Interesse, weil die heute, in Oesterreich blühenden Grafen und Maikgra, fen Pa l lav ic in i von den genuesischen Pa l ln vic ini 's abstammen. Aber auch ein und der andere Abkömmling der lom> bardischen Pa l l av i c in i hat für den Oesterreicher Interesse. Die Pa l lav ic in i sind eines jener denkwürdigen Geschlech- ter Italiens, die in dessen blutiger und ereignißreicher Geschichte eine große Rolle spielen, wie denn auch Namen einzelner Glieder desselben in der Wissenschaft unter den Männern der Kirche und Staatskunft wirklich glänzen. Nur in gedrängtester Kürze seien die Namen einigor genannt, welche in einer oder der anderen Beziehung zum Kaiserstaate und desscn Fürsten stehen. So ist vor Allem bemerkenswerth: 1. Hn- bert (gest. im Mai 1269), ein durch Hel. denmuth, großartige Tapferkeit und vor nichts sich scheuenden Unternehmungsgeist, an die Helden des Nibelungenliedes mahnender Reke, nach Ezzelino's Sturz der alleinige Führer der Gibellinen. Im Gefolge des Kai« sers Friedrich I I . , als dieser am 22. No- vember 1220 in Rom die Kaiserkone empfing, hielt Hubert treu zur kaiserlichen Partei und war, als der Kaiser am 11. Juli 1220 in Borgo San Donnino über die wider« spcnstigen Lombarden die Rcichsacht ver« hängte, einer der Vasallen, auf deren Bei» stand Friedrich in dem bevorstehenden Kampfe mit den Rebellen vorzüglich zu rech» nen, schien. Der Kaiser täuschte sich auch nicht, Hubert , unwandelbar in seiner Treue gegen den Kaiser, bewährte auch seine uneigennützige Zuneigung gegen diesen großen Fürsten. Hubert war e3 auch, der. der Erste, in Italien eine zahlreiche glänzende Reiterei herangezogen. Nur die Kirche war dem Helden nicht zugethan und Verschrie ihn als „Ketzer und Gottes Feind". Die Geschichte aber deckt die Ursache dieser Feindschaft der Kirche auf. die von Einigen auch in Hubert 's treuer Anhänglichkeit zu dem schwäbischen Kaiserhause gesucht wurde. Die wahre Ursache war seine Nachsicht gegen die Patarener. eine von Rom auf das Bitterste verfolgte Secre, welche durch Hubert in allen Städten seiner Herrschaft geschützt wurde und durch seinen Schutz dem scheußlichen, der Kirche und Menschheit unwürdigen Strafgerichte der Inquisition entging. — 2. Ein anderer Pa l lav ic in i , Sforza, zog mit 600, auf eigene Kosten geworbenen Reitern nach Un» gärn, wo er sich durch seine Tapferkeit die Gunst des Erzherzogs Ferdinand erwarb und den Kammerherrnschlüssel erhielt. Im Jahre 1344 trat er neuerdings mit 2000 Fuß« knechten in kaiserlichen Sold und machte später den Krieg gegen die schmalfaldischen Vundesvttwandten mit. In der Folge bestellte ihn Ferdinand zum Generalcommissär in Siebenbürgen und P. stieß mit einigen Fähn« lein Neitern und 3000 deutschen Knechten zu dem Heere, mit dem Castaldo im October 1351 den Entsatz von Temesvär uornahm. Eine wichtige Rolle spielte P. bei der Er» mordung des Verrätherischen ungarischen Car- dinais Mart inuzz i (17. December 1551). Dann kämpfte er an der Krnpina, cnu 8. August 1554. wo er aber verwundet, gefangen und nach den sieben Thürmen in Haft gebracht wurde. Vier Jahre blieb er in derselben, bis er mit 13.000 Goldthalern ausgelöst wurde. Nach seiner Befreiung diente er noch einige Zeit in Ungarn als General sämmtlicher Consi- nien und Generalcommissarius der Festuu« gen, trat aber dann in venetiunische Dienste über. Sforza starb im Jahre 1583. — 3. Ein zweiter Sforza Pa l lav ic in i , der« selben Familie angehörend (geb. 25. Novem ber 1607. gest. 3. Juni 166?), war Cardinal und ist der Verfasser der berühmten „Istoria äsl OouaUio äi I'i'onto", eines oft aufge»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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