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Palm-Oundelsingen 238 P alm- Gundelfingen
maßen zu ersetzen und in einem Ma)e.
stätsgesuche mit Anführung vorerwähn-
ten Umstandes um die Erhebung in den
Reichsfürstenstand gebeten. Auf dieß hin
lichtete Kaiser Joseph an den Grafen
Kolowrat das folgende Handschreiben:
„Lieber Graf Kolowrat. Ich über.
schicke Ihnen hier diejenige schriftliche
Aeußerung des Grafen Palm, so mir
Graf Pergen überbrachte; da nun Ich
keineswegs gesonnen bin, mit Ertheilung
der fürstlichen Würde ohne ganz beson»
dere Ursache fürzugehn, daß also Ich
wegen dieser Summe unmöglich eine
Ursache finden konnte, diese Würde ihm
und seinen Nachkömmlingen auf ewige
Zeiten zu verleihen, so werden Sie ihm
bedeuten, daß es mir Leid sey. ihm diesen
Gefallen nicht erweisen zu können und
nur eine Summe von 360.00t) fl., wo<
von die Hälfte auf ewige Zeiten für das
Findelhaus und die andere Hälfte für
das allgemeine Spital, beydes unter
seinem Namen und äffigirtern Wappen
in den dazu bestellten Sälen mich gegen
so viele andere, die die fürstliche Würde
angesucht und nicht erhalten haben, ent-
schuldigen und ihm seinen (sie) Name
dadurch verewigt würde. Sie werden
also in dieser Gemäßheit dem Grafen
Palm das Nöthige bedeuten. Uebrigens
gehe ich in die weiteren Bedingungen
der Intabulirung auf seine Güter u.
dgl. m. ganz willig ein". Wien, den
21. Juli 4783. Joseph. — Nun er.
klärte sich Graf Palm zur Leistung der
800.000 st. bereit, worauf Kaiser Io -
!eph an den Grafen Ko lowrat das
folgende Handschreiben richtete: „Lieber
Graf Kolowrat . Aus dem Anschlüsse
werden Sie ersehen, wienach fich Graf
P alm auchanheischig machet, 500.000st.
zum Behufe des Findelhauses und des
allgemeinen Spitals beyzutragen. Sie^ werden mithin das Nöthige sogleich ver»
fügen, damit diese Summe auf seine
Güter förmlich intabulirt werde und mir
alsdann von dem dießfalligen Erfolg
die Anzeige machen, zugleich auch das
dem Grafen Palm auszufertigende Erb.
landische Fürften>Diplom. in welchem
obiger Beytrag als der Beweggrund der
ihm verliehen werdenden Fürstenwürde
ausdrücklich angeführt werden muß, zur
Unterschrift vorlegen, wo ich sodann
wegen des Reichsfürsten«Diploms für be«
sagten Grafen das weitere an die Reichs«
kanzley erlassen werde". Wien. den
24. Iuly 1783. Joseph. Nun sei noch
nebenbei bemerkt, daß Graf. nachmals
Fürst Karl Joseph (II.) schon früher
große Summen humanen Zwecken ge-
widmet, so im Jahre 1771 zum Unter»
halte armer Soldatenkinder einen Fond
von 200.000 fi. und im Jahre 4777
zum Behufe der Errichtung von Schulen
in beiden Erzherzogthümern 40.000 fl.
aus eigenen Mitteln und freiwillig bei-
gesteuert habe. Mit 24. Juli 1783
wurde dem Grafen Kar l Joseph (II.)
das Fürst eN'DiPlom ausgefertigt.
Der Fürst war (seit 16. August 1772)
mit Naria IosepHa gebornen Freiin
von und zu Eumppenbcrg, geschiedenen
Gräfin Cön'ing'Ilcltenöach (geb. 30. Juni
1746, gest. 19. Mai 1802). vermalt und
entstammen dieser Ehe zwei Söhne und
eine Tochter. Diese letztere, Maria Aa-
ralina (geb. 1773) ist als Kind (1778)
gestorben. Die beiden Söhne sind: Karl
Joseph (III.) Iranz und Joseph; letzterer
(geb. 13. September 1777) vermalt (seit
3. October 1813) mit Nana Rosal'ia von
Tomaschek (gest. 23. Juli 1814), ist als
niederösterreichischer Regierungssecretär
am 23. October 1823 zu Wien gestor-
ben. — Der altere Bruder Fürst Kar l
Joseph (III.) Franz (geb. 28. Juni
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon