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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
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Palm 241 Palm Theater, wo jedoch ihr erstes Auftreten von keinem günstigen Erfolge begleitet war. Zu ihren besten Rollen gehören: Norma, Iphigenie, Valentine im „Nobert der Teufel", Rosine im „Barbier", Adine in der „Nachtwand, lerin", Iefsonda u. dgl. m. I l lustr i r te Zei tung (Leipzig, I . I , Webrr. kl. Fol) XXI. Bd. (1853), S. 285 ^nach die. ser geboren im Jahre 1827). — Meyer (I.). Das große ConversationS'Lerikon für die gebil« deien Stände (Hildburghausen, Bibliograph. Institut, gr. 80.) IV. Suppl, Bd. S. 1237. — Gaßner (F. S. I>i-.). Uniuersal.Lerikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande sStuttgart 1849. Frz. Köhler. Ler. 3«.) S. 674 ^nach diesem geb. im Jahre 1823 j^ — Theater<Zeitung'. Herausg. von Adolph Bäuerle (Wien, ar. 4".) 1853, Nr. 218. — Parträt. In der „Illustrirten Zeitung" 1833. 21. Bd. S. 233. Holzschnitt ohne Angabe des Xylographen. Palm, siehe auch: PalllM, Karl Franz sS. 243). Hier sei nur noch, insofern es auf Oesterreich Bezug hat, des Märtyrers der Napoleonischen Willtürherrschaft und Tyrannei in Deutsch« land. Johann Phi l ipp Pa lm, gedacht. Kai« serNapoleon, der 1806 Oesterreich bezwun« gen. mußte die öffentliche Meinung in Deutsch» land fürchten; wie ein Alp lasteteaufallen Theilen des zersplitterten Deutschlands die französische Druckherrschaft. Ein Heer von Spionen unter der Firma von Weinreisenden, Sprachlehrern, Tanzmeistern, Kellnern war über Deutsch- land verbreitet und stand im Solde der kai« serlichen Polizei. In Paris war man genau über das was in Deutschland vorging, unterrichtet. Besonders scharf faßte man Alles in Deutschland Gedruckte in's Auge und heimlich nur theilte ein deutscher Patriot dem andern die geheimnißvoll erschienenen Broschüren und Caricaturen gegen die-Fran» zosen und ihren damaligen Abgott mit. Am 7. Juli 1806 wuide durch ein kaiserliches Decret eine außerordentliche militärische Com- mission ernannt zur Untersuchung und Abur» theilung des in Deutschland begangenen Verbrechens: „Schandschriften gegen Seine Majestät den Kaiser", Diese Commission, aus sieben französischen Obersten gebildet, mit Binot an der Spitze, trat am 12. August v. Wurzdach, diogr. Lexikon. XXI. ^Ged in der österreichischen Festung Braunau in Oberösterreich zusammen. Palm hatte eine Broschüre: „Deutschland in seiner tiefen Er- niedrigung" verlegt, als deren Verfasser lange Julius GrafSoden bezeichnet wurde, bis fest. gestellt ward. daß es der gräflich Rechter n'sche Consistorialrath Vel in von Winterhau» sen sei. Durch Spione wurde der Name des Verlegers entdeckt und dieser am 18. August von Nürnberg, wo er sich verborgen gehalten hatte, durch List in seinem Verstecke auf- gefunden, verhaftet und nach Braunau ge- sühn. Dort kam er am 22. August an, wurc>e am 24. und 23. vor das Kriegsgericht geführt, am 26. ihm das Urtheil vorgelesen und dasselbe drei Stunden später an ihm durch Erschießen vollzogen. Lügnerisch steht im gedruckten Urtheile, daß dasselbe 24 Stun- den später vollzogen wurde und daß Palm einen Vertheidiger hatte. Einige Minuten nach drei Uhr Nachmittag wurde Pa lm auf dem sogenannten Glacis außerhalb des Salzburger Thores erschossen. Unserer Zeit war es vorbehalten, das Andenken dieses Märtyrers Napoleonischer Tyrannei in entsprechender Weise zu ehren. Auf dem großen Frankfurter Schützenfeste, 1862, gab eS eine Palm< Scheibe und das war eine Mahnung an das deutsche Volk, daß es diesem edlen Mann noch seinen Dank schulde. Braunau's Bürger hatten diese Mahnung verstanden und brachten die erste Opfergabe, indem sie jene Stelle, wo Palm für das Vaterland siel, mit einem Gedenksteine, der die Inschrift trägt: „Palm's Ende 1806", bezeichneten. Nun trat aber auch in Braunau ein Ccmits zur Errichtung eines „Palm»Mo< numentes zusammen und das Braunauer Blatt „Warte am Inn" erließ in Nr. 35, 1862, den ersten Aufruf an alle Deutschen. Die Angelegenheit nahm einen raschen Ver« lauf, schon am 26. August 1866. als dem 30. Gedenktage der Ermordung Palm's, fand die Enthüllung des Palm«Denkmals auf dem Promenadeplahe in Äraunau Statt. DaS Denkmal stellt Pa lm in der bür- gerlichen Tracht seiner Zeit dar, seine rechte Hand hat er auf einem Eichenstamme ge< stützt, um den sich ein Zweig mit Blättern windet, die linke Hand ist an die Brust gedrückt. Das Bild aus Erz hat eine Höhe von 8 Fuß und steht auf einem ebenso hohen Piedestal. Das Standbild, uon Knol l ent- worfen, ist in der Erzgießerei in München gegossen worden. — Die Tochter Palm's I.Nov. 1869/z 16
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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