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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 250 -
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Seite - 250 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Paliyy 280 Hwlombini stehlen, wenn man zu Hause hockt; das ist die Sache des Klima's. Der Slave ist arm, er hungert; der Hunger aber befördert nicht sehr die Leidenschaften, erhitzt nicht gar sehr das Blut, da bleibt man hübsch besonnen, indeß der Borsoder Ungar, in einer besseren Zone lebend, gutes Getreide, wohlfeilen Nein, fettes Horn- und Borstenvieh besitzt und dann, wenn er sich einen kleinen Rausch antrinkt, leicht Excesse begeht u. s w." Besonders tref. fend aber waren seine Ansichten in der Rede, mit welcher er im Jahre !848 in der Sitzung vom 4. August bei der Debatte über das Ele< mentarschuleligesetz den ministeriellen Antrag bekämpfte. Er sagte: „Ich glaube es, daß ein oder zwei Protestanten im Cromwell-Humo> ristischen Geiste rufen werden, mit den ge< meinsamen Schulen ist das Weltende, ist der Antichrist da, wird der Wirrwarr entstehen: Eine Verwirrung wird es ohne Zweifel geben. Aber wie? Im ersten Jahre wird ein großer Lärm sein, im zweiten halb so viel, im dritten wird man kaum davon reden, im vierten gar nicht! So war es immer und so wird es auch jetzt sein. Die Erfahrung lehrt, daß in der Regel dasjenige, vor dem man sich am mei- sten fürchtet, wenn es eintritt, diese Furcht Lügen straft. So ist ja gesagt worden, daß wenn in der österreichischen Armee der Stock und die Sftießruthen verschwinden, die ganze Armee sich auflösen, die Disciplin dahin und Alles aus sein werde. Das gefühlvolle Herz unsers Königs hat da5 Rohr des Feldwebels, wie den Corporalstock abgeschafft und die ganze Armee hält noch fest zusammen, und Alles geht schön und herrlich von Statten. Als der freie Religionsübertritt gestattet wurde, sprach man von einem lebensgefährlichsten Riß durch die Kirche, die Kirche lebt aber noch heute und wird ewig leben. Und wenn die Repräsentanten auf dem letzten Reichstage gesagt hätten: Was? Wie? Man will die Statthaltern, die Hofkammer und die Hof« kanzlei aufheben und dafür ein verantwort« liches Ministerium einsetzen? Das ist zuviel! Dieß kann nur nach und nach geschehen, nach und nach reif werden, weil drei Jahrhunderte vergehen müssen, bis das Volk alldessen4heil> hastig werden kann! Und siehe da, wenige Märztagc genügten. Radicale Curen sind die besten Curen. Heute ist der vierte August, ein denkwürdiger Tag in der Geschichte; heute sind es gerade fünfzig Jahre, seitdem die französische Nation alle Ständeunterschiede aufhob und sich in eine compacte Masse ver< einigte. Ihr habt dieß bereits gethan. Es bleibt nur noch das Eine übrig, die große Scheidewand niederzureißen, welche die Schu» len von einander trennt. Hebt diese Son» derung vom 4. August l848 auf und ihr werdet euer Andenken in der ungarischen Ge< schichte verewigen," Stürmisches Eljen folgte dieser begeisterten Rede. Plllombim, Joseph Friedrich Freiherr (k. k. Feld marsch al l -L ieutenant, geb. zu Rom 3. December 4774, gest. 3. April 1830). I n Rom geboren, scheint es. daß P. sich der Kunst zu widmen die Absicht hatte, wenigstens beschäftigte er sich mit künstlerischen Studien eben zu jener Zeit, als der Krieg die Jugend Italiens, das einer neuen Zukunft ent« gegenging, zu den Waffen rief. Im Alter von 22 Jahren trat P. Anfangs Novem- ber 1796 als Freiwilliger in die Dienste der Rspuddlios, oiLpHäana, wurde in kurzer Zeit Officier, dann Cavitän und Major<Adjutant in der vierten cisalpini» schen Legion, worauf er 1799 in die Dienste der römischen Republik als Oberst der Gendarmerie übertrat. Bei der Vertheidigung Ancona's zeichnete sich P. bei mehreren Anlassen so sehr aus, daß er in Anerkennung seiner Waffenthaten zum General'Major ernannt wurde. Nach Ancona's Uebergabe ging er nach Frank« reich und zunächst nach Dijon, wo er das aus den überzähligen Officieren, welche ob Truppenmangel keine Eintheilung in die aufgestellte Armee gefunden hatten, gebildete Bataillon befehligte. Bei der von General Brune im Jahre 1801 durchgeführten Reorganisation der italie« lienischen Armee erhielt P. anfänglich keine Stelle, trat aber sofort in ihre Reihen, sobald der Krieg gegen Neapel begann, wo P. wieder neue Proben seiner ungewöhnlichen Tapferkeit gab. Anfang« lich befehligte er die Grenadiere, später die Avantgarde, dann daö zweite Husza»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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