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Hlalotta 253 Valotta
pädeutik oder Erfahrungsseelenlehre.
Denklehre und Einleitung in die Philo»
sophie (Pesth 1831. 8".) und "—^—.
7-l^") d.i. Aesthetik nach der analytischen
Methode (ebd. 4832). Mehrere kleinere
philosophische Abhandlungen hat er im
Jahrgange 4846 der von Franken-
bürg redigirten Zeitschrift „Vwt^öV^",
d. i. Lebensbilder, veröffentlicht. Die un«
garische Akademie der Wissenschaften Hai
ihn im Jahre 1844 zum correspondiren-
den, im Jahre 1848 aber zum wirklichen
Mitgliede der philosophischen Classe er-
wählt.
irok. NiOtL-a
d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung
von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Fe<
renczy und Joseph Danie l ik (Pesth 1836,
Gustav Emich. 8°.) I. Theil. S. 330; — d
selben zweiter, den ersten ergänzender Theil,
von Danie l ik , S. 413.
Pülotta, Matteo (k. k. Hofcapel l
meister, geb. zu Palermo im Jahre
1688, gest. zu Wien 30. März 1738).
Von Matteo Palot ta 's , genannt 51
? 2. n.0rinit2.no, Iugendgeschichte ist
wenig bekannt. Er studirte — höchst
wahrscheinlich Pergolese's Mitschüler
— im Konservatorium di San Onufrio
zu Neapel, wiewohl von seinen Eltern
zum Priesterstande bestimmt, mit ange»
strengtestem Fleiße die Composition und
gab schon als Knabe bewunderungswür«
dige Beweise eines, außergewöhnlichen
Talentes. Nach abgelegten strengen Prü«
fungen kehrte er als Doctor der Theo«
logie in SicilienS Hauptstadt, seinen
Geburtsort, zurück, wo er im Jahre
1730 zum OauoinouL 86cun6.2.riu3 der
Metropolitankirche von Palermo ernannt
wurde. Hier widmete er sich mit verdop«
peltem Eifer dem Studium des Contra»
Punctes und vorzüglich des Chorals, welchen er in den dortigen Klöstern
mittelst seiner berühmten Abhandlung:
6? oaFNl'tlO", neu belebte und auf solide
Grundsätze zurückbrachte. Dieses Werk
über die Guidonische Solmisation und
die Lehre von den Kirchentonen
ist seiner Gründlichkeit und gedrängten
Kürze wegen, die nichtsdestoweniger rei«
chen Inhalt bietet, von Fachmännern
ungemein geschätzt. Kaiser Kar l VI .
lernte den Meister aus seinen Werken
kennen und schätzen und zog ihn mit
Verleihung der Ehrencharge eines Hof»
capellmeisters sammt fürstlicher Donation
— nach Köchel mit der Charge eineS
Compositors und dem Gehalte von
400 st. — nach Wien, wo er am 23. Fe-
bruar 1733 angestellt wurde und bis
1741 wirkte, im letztgenannten Jahre ver«
lor er seine Stelle oder wurde in anderer
Weise verwendet, denn erst im Jahre 1749
wurde er reactwirt und blieb auf diesem
Posten bis zu seinem im Jahre 1738
im Alter von siebenzig Jahren erfolgten
Tode. Seine Compositionen, einzig der
Kirche geweihte und streng classische
Musterbilder dieses Styls, beschränken
sich meist auf vier-, fünf«, sechs- und
achtstimmige Vocalsätze, rein und gedie«
gen, wahrer Ausdruck einer fromm an>
dächtigen Seele, voll edler charakteristi-
scher Züge derselben, überall Belege von
tiefer contrapunctischer Einsicht, wie
Männer von Fach seine Werke schildern.
Mannigfaltige Entwickelung der Haupt«,
glückliche Darstellung und Verflechtung
der Nebensätze erscheint als bezeichnendes
Merkmal seiner Individualität. Die Füh.
rung seiner Melodien ist. wie bei Eal«
dara, natürlich und stießend, in Ver«
bindung mit den ruhigen, correcten und
eigenthümlichen Harmonien wahrhaft
einnehmend. Der größte Theil semer
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon