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Pammesberger 238
cese, Präsesstellvertreter des christlichen
Diöcesan«Kunstvereins und Mitglied des
Dombau-Comits's. Er zählte zu den
thätigsten Verfechtern in Wort und
Schuft der katholischen Interessen. Der
Tod raffte den Vielbeschäftigten, rastlos
Arbeitenden im kräftigsten Mannesalter
von erst 44 Jahren dahin.
Katholische Blätter, Herausgegeben vom
kathol. Central-Verein in Linz (Linz. 4".)
16. Jahrg. (1364). Nr. 23 u. 24. — Wiener
Zeitung 4864. Nr. 72. — Bemerkenswert!)
sind noch.- l. Andreas Pa m e s berger,
ein Kupferstecher, der im 18. Jahrhunderte in
Wien lebte und von dessen Stichen das Blatt
in Folio: „^latsr Mi-lL2iiu.H", die heilige
Jungfrau, mit zwei Tauben im Korbe, bekannt
^ . — Ferner.- 2, Kar l P am esb erger Rit»
ter von Ketten bürg, aus Mähren gebürtig,
wo er im vorigen Jahrhundert lebte und seiner
eigenen, wie der Verdienste seines Vetters
Andreas Maximi l ian P. wegen im Jahre
l762 in den Adel» und zwei Jahre später
in den Ri t ter stand mit dem Prädicaie von
Kettendurg erhoben worden ist. Dieser letz«
tere war seit 1734 bei der böhmischen Gesandt«
schaft zu Regensburg als Erpeditor, Regi-
strator und zuletzt als Depeschen-Secretär an»
gestellt. — Kar l Pamesberger aber hat
sich währeno des schlrsischen Krieges und na-
mentlich zur Zeit der Belagerung von Olmiitz
durch Treue und patriotischen Eifer hervor«
gethan, überd/eß durch Errichtung einer neuen
Alaunhütte, durch Verbesserung und Steige«
rung der Wollfabrikation, namentlich der
Plüschfabrik zu Schönberg in Mähren, durch
Emporbringung anderer Fabriken und Manu
facturen in seinem Vaterlanoe und Förderung
des Verschleißes ihrer Fabrikate im Auslande,
viel zur Hebung des allgemeinen Wohlstandes
beigetragen, und wie es im Nitterstands»
Diplom heißt, der Regierung „beträchtliche
baare Gelovorschüsse ohne Interesse geleistet".
^Adelstands-Diplom vom 8. Mai !762.
— Rit terstands.Diplom vom t i . Sep.
tember 1764. — Wappen. Gevierteter Schild,
i und 4: in Roth ein Felsen natürlicher Farbe,
auf der Spitze mit einem sechseckigen goldenen
Ttern; 2 und 3: in Silber drei blaue links-
schräge Balken, Auf dem Schilde ruhen zwei
gekrönte zueinander gekehrte Turnierhelme.
Aus der Krone des rechten Helms erheben sich
zwei roth und gold mit gewechselten Tinctu. ren quergetheilte, mit den Rüsseln nach innen
gekehrte Vüffelhörner. denen ein sechseckiger
goldener Stern eingestellt ist; aus jener des
linken Helms wallen drei Straußenfedern,
eine silberne zwischen blauen, empor. Die
Helm decken des rechten Helms sind roth
mit Gold, Mie des linken blau mit Silber
unterlegt.^
PlNlöio, Joseph (Botaniker, geb.
zu Br ib i r bei Novi im croatifchm
Küstenlande im Jahre 1814). DieGym«
nasialstudien beendete er in Fiume, die
Philosophie hörte er zu Agram. Um
Medicin zu studiren, begab er sich nach
Pesth, wo er an der dortigen Hochschule
im Jahre 1842 den Doctorgrad erlangte.
Er gab bei dieser Gelegenheit die Distel«
tationsschrift: ^ ^o^iso^ia öo^a«iea"
heraus, welche sich der Anerkennung von
Fachmännern erfreute. Bei seiner Vor«
liebe für die Botanik entsagte er vor»
derhand der praktischen ärztlichen Lauf«
bahn, um sich mit Muße der Wissenschaft
zu widmen. Zuvörderst begab er sich
nach Rußberg im Banate, wo er einige
Zeit seinen Forschungen oblag. dann
ging er zur höheren wissenschaftlichen
Ausbildung nach Wien, wo er während
der Jahre 184o und 1846 verweilte
und insbesondere die Vorlesungen End«
licher's, die ihn vor andern fesselten,
besuchte. Von Wien kehrte P. nach Un-
gärn zurück und kam von da als Kreis»
physicus nach Serbien, in welcher Stel«
lung er theils im Iagodmaer«, theils im
Kragujevatzer Kreise durch sieben Jahre
verblieb, bis er die seinen Wünschen voll»
kommen entsprechende Lehrkanzel der
Naturgeschichte und Agronomie zu Bel«
grad erhielt, wo er sich als Fachmann
bald einen Ruf begründete. Die Botanik
ist Panöiä's Lieblingsfach, aber auch
der Zoologie hat er sein Augenmerk zu«
gewendet, beide Wissenschaften aber pflegt
er mit größtem Eifer 'und mit nächstem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon