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Hinblicke auf Serbien, dessen Wissenschaft-
lichc Erforschung auf naturgeschichtlichem
Gebiete er sich zur Hauptaufgabe gestellt
hat. So arbeitet er seit Jahren an einer
Flora Serbiens. Mittlerweile hat er im
Vereine mit Prof. V is iani zwei größere
botanische Werke herausgegeben: »
1860) und „
a«? ?wvas" (idiä. 4862), beide Werke mit
Zeichnungen von Pflanzen ausgestattet.
Ferner erschienen von ihm allein: „A's666
s6?'ö/oas" (Vei^rkä 1860) und in serbi.
scher Sprache: „^olllllgie nach Gdmllrb5,
AgllZiz nnti Z)ll^ni3" (ebd. 4862); —
„Nie Flora dir Belgrader Nmgrbnny" (ebd.
4863). in serbischer und lateinischer
Sprache zugleich, nach der analytischen
Methode verfaßt; — „Ner-Flugsand in
Srrbirn nnd die darauf beündliche Vegetatian";
,— ^Ädhandlnug über den Fntran" , diese
und die vorige in serbischer Sprache und
erstere auch aus dem 46. Bande des von
der serbischen gelehrten Gesellschaft in
Belgrad herausgegebenen „Hiasni^" be«
sonders abgedruckt. I n den V er Hand«
lungen der k. k. zoologisch'botanischen
Gesellschaft zu Wien sind von ihm ent-
halten: „Verzeichniß der in Serbien wild»
wachsenden Phanerogamen nebst den
Diagnosen einiger neuen Arten"; —
„Flora der Serpentinberge Mittelser»
bienS" und „Moosfioru des östlichen
Banates". Auf zoologischem Gebiete hat
P. mehrere, bis dahin unbekannte Thier«
arten, besonders in den sandigen Gegen»
den Serbiens, entdeckt, so z. B< den
a^ das auf.den egyptischen Bauten
häusig dargestellte Insect:
LHoer^ die äußerst seltene: I^oosa.
tnia und mehrere Arten von
l6n. Professor Visi ani hatP. zu Ehren
eine von diesem entdeckte Pflanze „^am> o/e/a" genannt, die fürstl. serbische Ge»
lehrten-Gesellschaft zu Belgrad, die k. k.
zoologisch'botanische Gesellschaft zu Wien,
die k. k. geologische Reichsanstalt, die k.
botanische Gesellschaft zu Regensburg
und die 8ooiet6 äss nawraliLtSZ zu
zu Cherbourg haben ihn unter ihre Mit«
glieder aufgenommen. Außerdem besitzt
P. das Verdienst, welches er jedoch mit
dem zweiten Forscher Mar inkoviö
theilt, in dem für naturwissenschaftliche
Forschungen bis dahin gleichgiltig geblie<
benen Serbien, diesen Zweig der Wissen«
schaft der Erste geweckt und gefördert zu
h.iben.
Slavische Blätter. Illustrirte Zeitschrift u.
s w. Herausgegeben und redigirt von Abel
LukZio (Wien, kl, 4°.) I. Jahrg. S. 000:
„Biographische Skizze". — Kanitz (Aug.),
Versuch einer Geschichte der ungarischen Bo»
tanik" (Halle <865..8o,) S, 209. Nr. <8t.
Paneck, Johann (Tonseher, aus
Böhmen gebürtig, lebte in der zweilen
Hälfte des 48. Jahrhunderts). Die Nach-
richten über diesen Mustcus sind sehr un«
bestimmt, über seine Jugend und seinen
Bildungsgang gar keine vorhanden. Nm
das Jahr 1790 war er Kapellmeister am
Theater zu Preßburg, für welches er
mehrere im Geiste der damals so beliebt
gewordenen Wenzel Müller'schen loca»
len Weise gehaltene Singspiele compo»
nirt hat. So wurde auch in Wien im
Jahre 1791 seine Operette: „Nie christliche
Iuücnkraut", gegeben, welche eine so bei-
fallige Afnahme fand, daß sie nicht oft
genug wiederholt werden konnte, indeß
ihr Schicksal auf anderen Bühnen ein
minder günstiges war und sie auf einigen
sogar ausgepocht wurde. Es scheint, daß
der von Dlabacz angeführte Kloster»
bruder Ambros Panek aus dem Stifte
Plaß mit unserem Johann eine und
dieselbe Person sei. Dieser Ambros P.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon