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Pap, Stephan (ungarischer protestan
scher Theolog, geb. zu Sägvär im
Somogyer Comitate 24. September
4790. gest. zu Vämos im Veszprimer
Comitate 1. Juli 1864). Sein Vater
war Lehrer an der evangelischen Schule
zu Sägvär. Die Schulen besuchte der
Sohn in seinem Geburtsorte und been»
dete die Studien zu Papa, wo er auch
ein paar Jahre im Lehramte thätig war.
Im Jahre 1816 begab er sich nach
Deutschland und vollendete an einer
deutschen Hochschule, und zwar zu Mar«
bürg unter Männern wis Zimmer»
mann, Iusti. Tennemann, Rhem,
Muncke u. A., seine wissenschaftliche
Ausbildung. Nach seiner Rückkehr war
er zuerst als Lehrer in Papa thatig,
dann erhielt er einen Seelforgerposten
zu Vamos. Er starb als Senior des
Veszprimer SeniorateS im Alter von
74 Jahren. Als Lehrer, Prediger und
Superintendent nahm P. eine ausgezeich»
nete Stelle ein. Für den Unterricht hatte
er in der seiner Oberleitung anvertrauten
Gemeinde unendlich viel gethan und
noch in der letzten Zeit seines Lebens
beschäftigte er sich angelegentlich mit der
Gründung einer Musterschule für Mäd>
chen. Der ihm gewidmete Nachruf schil«
dert ihn als einen „in jeder Beziehung
ausgezeichneten Mann, in welchem die
protestantische Kirche einen umsichtigen
Führer, die Religion einen begeisterten
Redner, die Freunde und Bekannten
einen mit seltenen Eigenschaften des Gei»
stes und Herzens und einer vielseitigen
Erfahrung begabten Menschen verehrten,
dessen Umgang nicht nur lehrreich, son-
dern zugleich auch bessernd war". Im I .
1823 trat er mit einer Flugschrift, betitelt:
5^. Va//«se SFT/SsH^H ?'HsK)'<2" , d. i.
Die Ideen der religiösen Vereinigung,
öffentlich auf, welche Schrift für den Verfasser bittere Unannehmlichkeiten im
Gefolge hatte, die nur durch die Ver-
Mittelung des obersten Kanzlers beseitigt
werden konnten. In der Folge erschienen
von ihm außer zahlreichen Parentationen
und Gelegenheitsreden und mehreren von
den evangelischen Ungarn sehr geschätzten
Andachtsschriften noch folgende Werke:
„^. äsT-sss?. vac^as") d. i. Die christliche
Religion, welches von Samuel Szabä,
reformirten Priester zu Tiszaföldväri, im
Jahre 1848 herausgegeben wurde; —
ferner: „^ ts?-mss2si5 ten^onza", d. i.
Der Tempel der Natur; — ^^a^a^ott
^sHHHcn'eN", d. i. Auserwahlte Pre«
digten; — „^snzs^Ht ^'s^ssH^^s^",
d. i. Begräbnißfeierlichkeiten, u. m. a.
P a p's Schriften durchweht ein tiefgebil»
deter philosophischer Geist, der sick durch
eins Reihe von Thaten, alle nur zum
Wohle der Menschheit unternommen und
das Reich Gottes auf Erden fördernd,
ein Recht auf dauernde Erinnerung er»
worben hat. Flach seinem Tode noch
erschien in dritter Ausgabe sein An»
dachtsbuch für Haus und Familie:
, d. i. Der Ver«
kehr mit Gott in Gebeten (Pesth 1868,
Heckenast, kl. 8".), und aus seinen nach«
gelassenen Schriften gesammelt: „ön-
, Festtags», Gelegen»
heits« und Trauergebete zum kirchlichen
Gebrauche (Debreczin 1868, Teleydi,
welchem Werke sein Bildniß im
Kupferstiche beigegeben ist.
, d. i. Neues
ungarisches Conversations»3exikon (Pesth t852,
Heckenast. 8») Bd. V, S. 644. — HlHß^ar
Ungarische Schriftsteller. Sammlung von 3e<
bensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy
und Joseph Daniel ik (Pesth i8V6, Emich.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon