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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 286 -
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Seite - 286 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Paradeiser 280 Paradis phischen Studien. Schon als Sänger« knabe entzückte er durch seine schöne Stimme. Auch entwickelte sich bald sein musikalisches Talent, für dessen erste Lei- rung der Musiklehrer R. Kimmcr l ing der rechte Mann war. Noch als Student componirte er eine Cantate, welche gele« gentlich der Wahl des Abtes Urban I I . zum Verordneten der niederösteireichi' schen Stände aufgeführt wurde und all« gemeinen Beifall erhielt. Im Jahre 1766 trat er selbst als Noviz in das Stift und nahm den Klosternamen Ma- r ian an; im Jahre 1771 erhielt er die Priesterweihe und wurde fortan im Lehr» amte am Stiftsgymnasium verwendet. Leider entriß ihn ein frühzeitiger Tod seiner doppelten Thätigkeit als Lehrer und Künstler, und an dem Tage, an welchem er die ihm verliehene Stelle eines Professors der Theologie antreten sollte, starb er im Alter von erst 23 Jahren. P. spielte meisterhaft die Violine und hat Vieles componirt, was mit den Ori« giual-Pariituren im Stifte aufbewahrt wird. Es sind, außer der oberwähnten Cantate in (!, ein Singspiel, betitelt: „6s/acion",deffen Doppelchor am Schlüsse für ein kleines Meisterstück bezeichnet wird', 32 Quartetten, von denen meh» rere der berühmte Kreib ich sVd. XII I , S. 174). der Kammermusik-Director deS Kaisers Joseph II., zu spielen liebte und wozu der Kaiser selbst auf dem Violoncell accompagnirte; 6 Trio, eine Motette in I"-äur für Ali>Solo mit Orchester, 3 saivs lis^ina, ein ^.vs ^lai-i'H in 3, ein ^,1ma KsäeNtoriL in V und 12 Divertimenti, für Instrumente. Sein früher Tod wurde im Stifte tief beklagt und in seinem Nekrologe wird er „Usiliaii ässiäerlum" genannt. Allgemeine Wiener Musik-Zeitung. Herausgegeben von August Schmidt (4".) t843, Nr. 13. — Oesterreichische Nlltio. nal-Encyklopädie von Gräffer und Cz j. kann (Wien l833, 8«.) Bd., VI, S. 373. ^ G aß n er (F. S. Dr.), Uniuersal»Ie,rikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart l8i9. Frz. Köhler. Ler. 8°.) S. 673, — Meyer (I.)< Das große Conversations. Lerikon für die gebildeten Stände (Hildburg, hausen, Bibliogr Institut, gr. 5".) Zweite Abtheilung. Bd. I I , S. 333. Paradis, auch. jedoch unrichtig Para- dies, Maria Theresia von (blinde Ton- künstle r in , geb. zu Wien 13. Mai 1759, gest. ebenda 1., nach Anderen 4. Februar 1824). Sie ist die Tochter des niederösterreichischen Regierungsrathes Joseph Anton von Paradies (geb. 24. Juli 1733), der nach beendeten Nechtsstudien in den Staatsdienst getre« ten ist. Im Jahre 1733 kam er als Criminal'Assefsor nach Temesvar, von wo er eben, da er das Klima nicht ertra» gen konnte, bald nach Wien zurückkehrte und daselbst den Entwurf eines verbesser» ten Strafgesehbuches für daS Banat aus- arbeitete, welches veränderter Verhält» nisse wegen nicht zur Ausführung kam, jedoch hin und wieder benützt wurde. Nun wurde P. Hofconcipist bei dem geheimen Dirsotorium. in pudlioiä 6t oiiuarueralikuL; im Jahre 1760 der nach den innerösterreichischen Landen ab» geordneten k.k. Hofcommission zugetheilt, lernte er Steiermark, Kärnthen, Krain, Görz.Gradisca, Istrien und das Küsten» land und die Verhältnisse dieser Lander genau kennen, was ihm in seiner amt« lichen Stellung gut zu Statten kam. Nach seiner Rückkehr erhielt er daS mitt« lerweile erledigte Archivariat der Erb» steuer-Hofcommission, welches er als Chaos übernahm und nun in den Zustand musterhafter Ordnung und Einrichtung brachte. Im Jahre 1769 wurde er zum k. k. Hofsecretär bei der Commerz-Hof»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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