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1732) heraus. Sie erweckten die Auf»
merksamkeit der Literaturfreunde und
bald wurde Par in i unter die Mit«
glieder der damals in Mailand blühen
den Akademie der i'raLlormati und in
die .4.rc2,äi2 zu Rom aufgenommen, in
welcher er den Namen Dar io lo Eli>
donio führte. Par in i 's damaliges
Leben war ein steter Kampf mit der
Armuth, er mußte, um sich den nöthigsten
Lebensunterhalt zu verschaffen, Unter«
richtsstunden geben, und etwas besser
erging es ihm erst. als er Hofmeister«
stellen in den Familien Serbel lon i
und Borromeo erhielt. Endlich im
Jahre 1769 begann sein Glückstern zu
leuchten, „Ooiuts ^ i r m i a n " , schreibt
die von Dr. Höfer redigirte „L1031
30U8 22. xrotsotioli", in der That be
wiesen der Graf und die österreichische
Regierung dem Dichter alle nur denkbare
Gunst, er wurde zuerst Professor der
schönen Wissenschaften an der lateinischen
Schule in Mailand, spater Professor der
Beredsamkeit am Gymnasium der Brera
und dann noch Professor an der Akade«
mie der schönen Künste. Der Graf, ein
geistvoller Staatsmann, erkennend, wie
nützlich dieses Genie zur Verbreitung des
guten Geschmackes in seinem Vaterlande
werden konnte, ermunterterte ihn vor
Allem zur Herausgabe des Gedichtes
»II ^lattino", welches den ersten Theil
seines später so berühmt gewordenen
Gedicktes „I I Aiorno« bildet. Als später
Kaiser Joseph I I . die Reformen in
seinen Staaten vornahm, wendete sick
Par in i der Politik zu, um, als die
Franzosen in'S Land kamen. sich eben
gegen jene Regierung zu wenden, die ihn
in Schutz genommen, ihm nur Gutes
gethan und seinen Genius würdigend, ihm in seinen Arbeiten möglichsten Vor«
schub geleistet. Sagt doch die oben citicte
französische Quelle: „?3.rini
äs 8S piainärs äs
6to. sto." Es ist auch ein Symptom der
modernen Cultur, daß sehr häusig eben
diejenigen, denen der Staat Alles gege«
ben, denselben zuerst verrathen. So wirkte
P., der in die Mailänder Municipialität
gewählt worden war. ganz im Interesse
der Franzosen; als aber dann im Jahre
1799 die Oesterreicher in die Lombardie
zurückkehrten, wurde er außer Thätigkeit
gesetzt und starb aber schon wenige Mo»
nate darnach im Alter von 70 Jahren.
Par in i schrieb das oberwähnte Gedicht:
„^7 H/att/no", welchem er zwei Jahre
spater „^7 I/ssB0Fl'o?-no" folgen ließ.
Die vollständigste Ausgabe dieser be«
rühmten Dichtung führt den Titel: ^ ^
1818, 8".); die erste oder doch
eine der ersten, welche aber nur die drei
ersten Gedichte enthalt, ist in Venedig
1771, 8a., erschienen; eine Ausgabe, aber
nur der zwei ersten Dichtungen, besorgte
Bodoni (Parma 1800, kl. 8".). Andere
Ausgaben sämmtlicher Dichtungen sind:
?arm3. 1808, 5Iu38i) 16".; ^Uano
181!, ^Iu83i, Fr. ^oi.. eine wahre
Prachtausgabe. Von den Uebersetzungen
dieser Dichtung sind bekannt eine franzö-
fische von Desprades (?a>ri8 1777,
12".). eine lateini sche von Morond i
i 1789, äoFliani, 8".) und
eine deutsche, ohne Angabe des Ueber«
setzers (Frankfurt a. M. 1778, 8".). Von
seinen übrigen Arbeiten sind erschienen:
l^FHis" ^armH 1791, Vo>
äoni, kl. 80.); — „^ossls«, tomi trs
1799—1803, 12".). Von Pa-
rini 's einzelnen kleineren Dichtungen
sind besonders hervorzuheben: Der Fall
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon