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P«rkftied«r 308 Parkfrieder
und seiner Armee den Dank des Vater,
landes auszusprechen. Dieser Antrag
wurde von der Mehrzahl der slavischen,
von vielen osterreichisch.steirischen und
von allen Deputirten aus Deutsch.Tirol
unterstützt, nichtsdestoweniger aber dem
Retter der Monarchie — und dieser war
Graf Radetzky — verweigert. Wohl
kam diese Frage im Jahre 1849 in
Kremfier noch einmal zur Sprache,
und ein niederösterreichischer Abgeord»
neter bezeichnete damals die Verwei«
gerung des Dankes als einen Act der
infamsten Ungerechtigkeit. Da erhob sich
im Saal ein Sturm und der Redner
wurde vom Präsidenten des Reichstages
zur Ordnung gerufen! Als diese Vor-
gänge dem reichen Besitzer von Wetzdorf.
Parkfr ieder, zu Ohren kamen, be«
schloß er, unaufgefordert dem greisen
Helden, der das Banner Oesterreichs, so
lang er gelebt, siegreich entfaltet, ein
öffentliches Denkmal zu setzen, von dessen
Vorhandensein erst die Welt mit dem
Ableben des Feldmarschalls Kunde er«
hielt. Der Kaiser hatte nämlich die Ab»
ficht, die irdischen Reste des Feldmarschalls
in der kaiserlichen Gruft bei den Kapuzi«
nern beisetzen zu lassen. Der Marschall
hatte aber schon in seinem 1853 eigen«
händig geschriebenen Testamente aus-
drücklich angeordnet, an der Seite seines
Waffenbruders, des 4832 verstorbenen
Feldmarschalls und Gardecapitäns Max
Freiherrn von Wimpf fen, in Wetzdorf
beigesetzt zu werden. An dieser auSdrück«
lichen Anordnung des Feldmarschalls ließ
sich nichts ändern. Dagegen entstand
aber im Monarchen der Wunsch, jene
kleine Spanne Erde, welche die Gruft
einschloß, sein Eigen zu nennen. Es wurde
mit Parkfr ieder über den Ankauf
unterhandelt. Dieser jedoch glaubte
seine patriotische Gabe auf den Altar deS
u. Wurzbach, biogr. Leriksn. XXI. lWed Vaterlandes niederlegen zu sollen. Das
Geschenk ward angenommen und so
wurde nun datz Grab deS Heldenmar«
schalls des Kaisers Eigenthum. Die Lage
dieser nunmehr historischen Gruft ist
zwischen Stockerau und Maiffau, an der
Hornerstraße, es sind daS Schloß und
der Park zu Wetzdorf. Voll Bewunde-
rung für den Heldenruhm der k. k.
Armee, hat P., geleitet von dem Bild«
Hauer Ramelmayr, schon seit dem
Jahre 1849 in seinem Parke eine Art
Heldenpantheon geschaffen, in welchem
nahe an 200, meist überlebensgroße
Standbilder und Büsten aus Erz, von
Regenten, Heerführern, Generälen, ja
selbst von tapfern Soldaten, mit fast
sprechender Aehnlichkeit aufgestellt sind.
Er gab dieser Statte den paffenden
Namen „Heldenberg". »Näheres darüber
siehe S.306 i. d. Quellens P. wurde von
Sr. Majestät mit dem Orden der eisernen
Krone ausgezeichnet, hat aber für den
ihm statutengebührenden Ritterstand nie
das Diplom gelöst, daher er ganz unrich.
tig überall als Ritter von P. aufgeführt
erscheint. — Noch einmal sollte Park.
frieder's Name diel in der Oeffent»
lichkeit genannt werden, es' war dieß
anläßlich seines Todes im Jahre 1863,
als über den fabelhaften Reichthum des
Sonderlings und seine letztwilligen Ver-
fügungen übertriebene Nachrichten in's
Publicum gelangten und diese die Runde
durch alle Journale des In» und Aus»
landes machten. Erst später hat der
Pfarrer von Großwetzdorf die falschen
Angaben berichtigt. Aber auch die Wahr«
heit ist noch immer interessant genug, um
mitgetheilt zu werden. Der Stadt Pesth'
legirte P. 4000 fl. in Obligationen zur
Betheilung von vier wohlthätigen Insti-
tuten mit je Tausend Gulden, dem Schul«
lehrer der Gemeinde von Kleinwetzdorf
-. 23. Nov. 4869.) 20
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon