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Partsch 340 P arisch
thekar der Erzherzogin Leopoldine,
nachmaligen Kaiserin von Brasilien,
ernannt worden und dessen Stelle von
Parisch' Gönnern ihm zugedacht war.
.Unüberwindliche Hindernisse", bemerkt
sein Biograph im „Almanach der kai-
serlichen Akademie der Wissenschaften",
„gegründet auf persönliche Verhält«
nisse, die jedem ihm günstigen An-
trage seiner Gönner abhold waren, tra«
jen der Erreichung des angestrebten Zie-
les entgegen". Getäuscht in seinen Hoff«
nungen und durch die damalige Finanz«
kiisis, sowie der Opfer wegen, die er
seiner wissenschaftlichen Ausbildung ge<
bracht, des grüßten Theiles seines Ver-
mögens verlustig, war P. genöthigt, im
Jahre 4819 seine schöne Mineralien-
sammlung und bald darauf im ungün«
stigsten Zeitpuncte auch sein Haus zu
verkaufen. Im folgenden Jahre unter«
nahm er wieder eine Reife und dieses
Mal in südlicher Richtung, besuchte ganz
Italien bis nach Pastum, beobachtete
längere Zeit die vulkanischen Ausbrücke
des Vesuv, sammelte Land» und Süß»
wassei.Conchylien und Gebirgsarten,
welche letztere Sammlung er dem kais.
Mineraliencabinete zum Geschenke machte.
Da er noch immer auf eine Anstellung
im kais. Naturaliencabinete hoffte, ohne
sie zu erhalten, begann er, um seinen
Lebensunterhalt zu bestreiten, aus natur»
wissenschaftlichen Fächern Privatunterricht
zu ertheilen. Auch erhielt er in jener Zeit
den Auftrag, eine erklärende Darstellung
der Sammlung von Diamanien und der
zu ihrer Bearbeitung nöthigen Apparate
zu verfassen, welche der k.k.Hof«Iuwelier
Cohen dem Kaiser Franz darbrachte.
Diese Beschreibung war P.'s erste schuft-
stellerische Arbeit. Dieser folgte eine
zweite: die Beschreibung jener Mineralien,
welche seit dem von Mohs Md. S. 443^ > veröffentlichten Katalog der
im Jahre 4823 zum Verkaufe aus-
gebotenen van der Nüll'schen Minera-
liensammlung derselben zugewachsen wa»
ren. Diese Beschreibung umfaßte 4620
neue Stücke. Auch hatten in diesem
Jahre die niederösterreichischen Stände
beschlossen, eine geognostische Karte Nie-
deröfterreichs und der angrenzenden Län>
der ausführen zu lassen und Partsch
wurde mit dieser Arbeit betraut. Indes,
sen that P. immer noch freiwillige
Dienste am kais. Mineraliencabinete und
erhielt in Folge dessen im Jahre 1824
in Erwartung der erledigten CustoSstelle
an diesem Cabinete, für welche ihn Graf
Wrbna in Vorschlag gebracht hatte, die
eines Aufsehers an derselben ('.), welche
Kränkung er als Mann der Wissen«
schaft — wenigstens äußerlich — mit
Gleichmuth ertrug. Auch bekam er im
letztgenannten Jahre von der k. k.
Hofkanzlei den Auftrag, mit Professor
Riep l Dalmatien zu bereisen und über
das damals Besorgniß erregende Dero«
Nationssystem auf der Insel Meleda Er-
hebungen zu pflegen. Gegen Ende des
Jahres 1824 kehrte P. nach Wien
zurück und setzte wieder seine Arbeiten
bei dem k. Mineraliencabinete fort. Im
Jahre 1826 ging er im amtlichen Auf«
trage nacb Siebenbürgen, um eine geo»
gnostische Untersuchung des 3andes und
einiger seiner BergwerkSoistricte auSzu»
führen. Mit reichen Ergebnissen über
seine Untersuchungen der Erzlagerstätten
von Ossenbanya und der Gebirge südlich
von Szaszvaros, die er in monatlich
erstatteten amtlichen Berichten und in
zwei besonderen Schriften ^die Ueberficht
seiner Werke folgt auf S. 312^ nieder-
gelegt, kehrte P. zu Anbeginn des Iah-
res 1827 auf seinen Posten nach Wien
zurück. In der Zwischenzeit war die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon