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aufgestellten außerordentlichen Commis«
sion für Straßen« und Wasserbau bei
den Eindämmungsarbeiten des Poflufses,
welche in Folge der im November 180l
stattgehabten Anschwellung desselben als
unerläßlich befunden wurden, verwendet.
Nachdem diese Arbeit beendet war, kam
er als Zeichner in das damals bestehende
Bureau der Ingenieure nach Mantua,
wo er aber nicht allein mit Anfertigung
von Plänen und baulichen Zeichnungen
aller Art, sondern auch bei den Nivelli«
rungsarbeiten der öffentlichen Canäle,
vornehmlich aber des Poflufses beschäf-
tigt wurde, und manche ebenso wichtige
als nützliche Aufgabe mit großem Ge«
schicke löste. Nm in seinem Dienste sich
eine Zukunft zu eröffnen, erwarb er an
der Universität zu Padua das Diplom
eines, wie sie dort heißen. luF^nsre
arouiwtto. Im Jahre 1806 wurde er
nun ordentlich Ingenieur 1. Classe in
Padua und kam im Jahre 1818 nach
Cremona, wo er bei den Wasserbauten
des Po. der Adda und des Oglio eine
große Geschicklichkeit an den Tag legte.
Gegen Ende des Jahres l829 ernannte
ihn der Vicekönig Erzherzog Na iner
zum Chef-Ingenieur der Provinz Pavia,
in welcher Eigenschaft er an den Grenz»
bestimmungen des Poflusses gegenParma
theilnahm. Im Jahre 1338 wurde er
nach Mailand berufen, um provisorisch
die Stelle eines 1nF6Fner<2 ^FZinnto bei
der General-Direction für öffentliche
Bauten zu versehen, auf welchem Posten
er im folgenden Jahre definitiv angestellt
wurde. Er bekleidete denselben bis zu
seiner im Juni 1844 erfolgten Versetzung
in den Ruhestand. P. hat über sein Fach
Mehreres geschrieben, was in technischen
Blättern seines Vaterlandes zerstreut ge<
druckt worden ist. Einige Abhandlun»
gen über des Mantuaners Masett i
v.Wurzbach, biogr. Lrrikon XXI. ^Gedr unvollendet gebliebenes Werk:
äivsrLQ äifsLO i6.ra,ulicli6" hat P. seiner
Zeit an den Schifffahrts-Inspector Ga«
leazzo Krentzlin nach Mailand gesen«
bet; was mit diesen für die Theorie und
Praxis des Wasserbaues fchätzenswerthen
Arbeiten geschehen, ist nicht bekannt.
Qa226tta ä2 Mantova, i8»7, No. 94, im
Feuilleton: „Asaraloßia".
Pasqui, Dominik Joseph (Ton.
setzer, geb. zu Roveredo 2l. No«
vember 1722. gest. 27. August 1780).
Neben den theologischen Studien, denen
P. anfänglich in seiner Vaterstadt Rove<
redo, später im Collegium Lodron zu
Salzburg oblag und welche er auch in
letzterer Stadt beendete, betrieb er mit
besonderem Eifer das Studium der Musik
und nahm bei dem Capellmeister der
San Marcuskirche zu Roveredo, Crispin
Gerosa, Unterricht im Contrapuncte,
den er spater an der damals berühmten
Capelle der Salzburger Kathedrale fort'
setzte. Nebenbei beschäftigte er sich auch
fleißig mit Mathematik und in seinen
Mußestunden — nicht eben ohne Erfolg
— mit der Malerei. Schließlich widmete
er sich ganzlich der Musik, und zwar als
Priester fast ausschließlich der Pflege der
Kirchenmusik. Als sein ehemaliger Meister
Gerosa starb, berief ihn die Stadt Ro«
veredo auf dessen Posten, und so wirkte
er bis an seinen Tod als Organist der
San Marcuskirche und als ausgezeichne«
ter Capellmeister. Er besaß als Musicus,
indem er fast alle Instumente, mit beson»
derer Virtuosität aber den dreisaitigen
Contrabaß spielte, einen ausgezeichneten
Namen, nicht nur in seiner Heimat, son«
dem auch im benachbarten Italien und
in Deutschland. Im Jahre 1763 wurde
er anläßlich der Hochzeltsfeierlichkeiten
des Erzherzogs Leopold nach Inns»
brück berufen, um dort-bei den musika«
2. Dec. 1869.) 21
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon