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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 332 -
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Seite - 332 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Das große Conuersations'Lerikon für die gebil« deten Stände (Hildburghausen, Bibliograph. Institut, gr. 80.) IV. Suppl. Vd. S. 1303. Nr 2. — Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B. Fr. Voigt, kl. 8" ) XXV. Jahrg. i!84?), I. Theil. S. l98, Nr. 71. — Porträt. Facsimile des NamenSzuges. Gest. von Mahl» küecht (Wien 1847. 8".). Von Anton Passy's drei Brüdern Georg, Johann Nt'p. und Joseph ist 1. Georg Passy (geb. zu Wien im Jahre 1784, gest. ebenda 31. December 1536) der älteste, der nch anfänglich dem merkan» tilischen Fache widmete, später aber eine geistliche Leihbibliothek gründete und die religiöse Zeitschrift „Oclzweigc" redigirte, ein vortreffliches und zu seiner Zeit sehr belieb' teS. aber heute schon ziemlich seltenes Blatt. Es erschienen fünf Jahrgänge desselben. 1819 bis 1823. Erst in Nr. 81 des I. Iahrgan» ^es (!8l9) tritt Georg als Verleger und Redacteur namentlich auf. Sein Bruder Anton war unter der Chiffre ^.. ?. ein srhr fleißiger Mitarbeiter des Blattes. Im Jahre l824 trat aber Georg auch in die Congregation der Redemptoristen als Laien- bruder ein und blieb es bis an sein Lebens» ende, aus Demuth ließ er sich nicht zum Priester weihen. Er besaß gleich seinem Bru» der eine umfassende Bildung und Sprach« kenntnisse, und wurde deßhalb Bibliothekar der Congregation, deren literarische Arbeiten er auch besorgte. Von Georg enthalten die „Oelzweige" viele herrliche Gedichte und Auf> sähe; Brunn er, der ihn persönlich gekannt, nennt ihn „eine reichbegabte Dichternatur". Kurz uor seinem Eintritts in die Congrega« tion gab er die deutsche Uebersetzung des Werkes von Ludwig v. Blosius, betitelt: „Trost der Kleimnüthigen. genommen aus der h. Schrift und aus den Werken des h. Augu» stinus, Bernhardus. Amdrosius u. A. Mit einer Vorrede von I . Madlehner" (Wirn 1323. Wallishausser, 18".) heraus. Das brü. derliche Verhältniß Anton's und Georg's war das innigste, das sich denken läßt. und die Gedichte des Ersteren, gelegentlich der Profeß Georg's, sowie bei dessen Tode, geben Zeugniß von dieser erhebenden und sel- tenen Bruderliebe. — 2. Anton's zweiter Bruder Johann Nepomuk Passy (geb. in den Achtziger'Iahren des vorigen Jahr. Hunderts) war Bürger uon Wien, Mitglied des äußeren Stadtrathes, Director der Kran» ken< und PensionZ-Instituie für Handlungs» 332 P°ssy Commis, um welche sich sein Vater Johann Georg vielfache Verdienste erworben, Buch- händler und Ehrenbürger von St. Polten. Auch in Johann Nep. steckte jener poetische Zug, der aus seinen beiden Brüdern so mäch» tig hervorbrach, aber die Praxis des nüch« ternen Geschäftslebens ließ ihn nicht vorwal< ten. Nachdem er das Werkchcn: „Odeon, häuslichen und öffentlichen declamatorischen Unterhaltungen gewidmet" (Wien 1819, Wal. lishausser, 16<>.) herausgegeben, ließ er die Schriftstellern sein und wurde ein solider Geschäftsmann. Nur zweimal noch ergriff er die Feder, um zwei dankenswerthe Arbeiten zu veröffentlichen, nämlich den „Nekrolog des hochwürdigen Herrn ?. Anton Passy, Priester aus der Versammlung des heiligen Erlösers . . ." (Wien 1847, Peter Rohrmann, mit Bildniß Anton Passy's, gr. 8«.) und „Dreiunddreißig Predigten, vorgetragen in der Capelle des Kranken-Institutes für Hand» lungs'CommiS in Wien. bei Gelegenheit des jährlich abgehaltenen Patronatsfestes dieses Institutes. Ferner zwei Predigten, gehalten bei der Feier des lOlijährigen Jubiläums am 3. und 10. August 1843, nebst einer Geschichte der Entstehung und Ausbreitung dieses im Jahre 1745 errichteten Kranken»Institutes, aus dem Protokolle gezogen vom derzeitigen Di» rector I . N. Passy" (Wien 1845. Rohr. mann, Lex. 8".). Ein Sohn dieses Johann Nep.. der gleichfalls des Vaters Namen Io- hann Nepomuk trug, zeichnete sich durch entschiedene hochvortifche Begabung aus; Zeugniß dafür gibt die schwungvolle Canzone: „Die drei Kronen", welche sein Vater auf S. 10 im Nekrolog uon Anton Passy mit» theilt. Aber dieses hervorragende poetische Talent war eine frühe Beute deö TodeS; er starb im schönsten Jünglingsalter ein Jahr vor seinem Oheim Anton , im Jahre 1846. — 3. Anton's dritter Bruder Joseph Passy (geb. zu Wien 4. September 1786, gest. ebenda 31. August 182(1) erlernte im väterlichen Hause die Handlung, bei welcher Beschäftigung sein hochfliegender Geist keine Befriedigung fand. Bei seinem empfänglichen Sinn für schöne Literatur und namentlich für das Theater gab er daS Handlungsöeschäft auf und wurde Schauspieler. Er begann seine theatralische Laufbahn in Prag. Als cr aber — ungeachtet ihm eine schöne äußere Erschei- nung sehr zu Statten kam — doch nicht durch« zubringen vermochte und er mit der Mittel» Mäßigkeit sich nicht begnügen wollte, verließ
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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