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341 Patachich
vertheidigen, behauptete P. durch zwei
Monate, mit einer Umsicht ohne Gleichen,
jede Absicht des Feindes, ihn zu über
fallen oder sonst anzugreifen, durch glück
liche Aufstellung seiner Vorposten ver
eitclnd. Erst am 29. Jänner 1800 mußte
er sich uor der Uebermacht des Feindes
zurückziehen, wobei es ihm gelang, durch
List die Hauptcolonne der Unseren glück«
lich zu erreichen. Wenige Monate spater
gab P. bei dem auf den 6. April 4800
festgesetzten Hauptangriff auf Genua
mue Proben seines so oft schon bewies
nen Heldenmuthes. Ihm war der Angriff
1)eS stärksten
Postens, der Verschanzungen
auf Monte Cornua, übertragen. Mit sei«
uer oft bewahrten Bravour vollführte
P. mit seinem Bataillon denselben, bei
welcher Gelegenheit er verwundet wurde.
Kaum hergestellt, zeichnete er sich bei 3a
Volta und Bozzolo von Neuem aus und
wurde wieder, am Arme, verwundet. I n
der 68. Promotion (vom o. Mai 1802)
wurde P. für seine Waffenthaten im ita-
lienischen Feldzuge der Jahre l799 und
1800 mit dem Ritterkreuze des Maria
Theresien-OrdenS ausgezeichnet. Im
September 1803 rückte P. zum Major
im Szwiuer Grenz>Regimente vor, trat
aber im Jahre 18l)8 mit Oberstlieute.
nants-Charakter auS der activen Armee.
Im Jahre 1815 entsagte er auf Kriegs-
dauer freiwillig zu Gunsten des bedräng-
-ten Staatsschatzes auf seine Ordenspen-
sion und die Interessen feiner Heiraths-
caution. Im hohen Alter von 83 Iah-
5en starb P. zu Oedenburg. Im Jahre
1823 wurde er den Statuten des Ordens
gemäß in den Freiherrnstand erhoben.
AuS seiner Ehe mit Jul ie Freiin 3en-
Hyel hatte er zwei Kinder Albert ine
<gest. 1840). vermalte Michael Ko-
väcz, und Emerich, k. k. General-
Major außer Dienst, vermalt mit Wal- burga geb. Freiin Rozner. Aus die-
ser Ehe stammen drei Kinder: Arpad,
Officier in der k. k. Armee, Bela und
Helene.
Hirtenfeld ( I . ) , Der Militär-Maria Thore«
sien.Orden und seine Mitglieder (Wien l837,
Staatsdruckerei, kl. 4".) S. ?27 u. l?4i. —
Ueber die Familie Päszthory gibt auS>
führlichen Nachweis: ?/a«7^ ^/vck?l)) ^la.F^ar>
krsnäi täbläk^Hi, d. i. Die ungarischen Fa»
milieri mit Wappen und Stammtafeln (Pesth
1860, Mor. Riith. 8«) Bd. IX, S. l33. —
Wappen. I n Blau auf einem grünen Drei'
Hügel ein aufrechter rechtbschreitendor natür«
licher Löwe mit aufgeschlagenem Schweife, in
der rechten Vorderpranke ein Schwert schwin«
gend. Auf dem Schilde ruht ein in's Visic
gestellter gekröncer Turnierbelm. aus dessen
Krone der vorbeschriebene Löwe hervorwächst.
Die Helmdecken sind beiderseits blau, rechts
mit Silber, links mit Golo belegt.
Patachich von Zajezda, Adam Frei.
Herr (Erzbischof von Kalocsci. geb.
auf dem bei Karlstadt gelegenen Fami»
lienschloffe 18. Februar 47l7. gest. zu
Kalocsa ^9. Juli 1784). Entstammt
einer alten, ursprünglich croatischenAdels»
familie die sich jedoch spater auch in Un»
gärn ansässig gemacht und ausgebreitet
hat, deren einzelne Sproben verschieden
geschrieben erscheinen, wie Patachich.
Pataöio.Patat i ch.Pathatich.ob«
gleich sie doch Alle einer und derselben Fa»
milie augehören. Eine ausführliche genea«
logische Darstellung derselben gibt Ivan
Nagy in seinem ungarischen Adelswerke:
«u.s.w..Vd.IX,
S. 139—144. Adam Patachich ist
der Sohn deö im Jahre 4733 verstorbe«
nen Nikolaus P. aus seiner Ehe mit
Prüden t ia Patachich, einer Ver«
wandten aus einer anderen Linie dieser
Familie. Adam erhielt eine sorgfältige
Erziehung, hörte in Gratz die philosophi«
schen Studien, in Wien die theologischen.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon