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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 345 -
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Seite - 345 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Patachich bildet. Seine Ehe mit Valharina Baronin Freinfeld blieb kinderlos. — 2. Vatthasar (geb. 1663. gest. I7l9) ist ein Sohn des 1674 gestorbenen Nikolaus P. aus dessen zwei> ter — nach Anderen dritter — Ehe (denn seine erste Frau war nach Einigen Katha« rina Vragovich. die zweite Kathar ina Gräfin Ratkay und die dritte Martha Baronin Orsich) mit Martha Baronin Orsich. Ba l thasar wirkte im Staats, dienste, und zwar nahezu dreißig Jahre bei dem ungarischen Rathe in Wien, wurde zu virlm wichtigen Geschäften, so im Jahre 1719 in Gemeinschaft mit Emerich Grafen Eßte» häzy zur Verfassung cincs neuen, durch die veränderten Verhältnisse Ungarns gebotenen ungarischen Staatsrechtes verwendet. Kaiser Joseph I. verlieh ihm im Jahre i7U7 die Obergrspanswürde deS Veröczer Comitates und schenkte ihm die beiden Herrschaften Ver« bovccz und Rakovecz, ehemals Eigenthum der Grafen Zr iny , wodurch die Familie Pa< tachich in die Neihe der Bannerherrn des Königreichs Croarien eintrat. Bal thasar war mit Theresia Gersczu. vermalt, welche ihm fünf Söhne und drei Töchter gebar. Letztere wählten den Schleier und wurden Aebtissinen, uon ersteren sind Alexander Anton '^. d. Nr. ^ und Gabr ie l h'. d. Nr. 2) bemer« kenswerth. — 3. Gabriel Patachich (Erz. bischof von Kalocsa g>'b. im Jahre 1698, gest. 5. December 1745). ein Sohn des Bai» thasar P. ^s. d. Nr. 2) aus dessen Ehe mit Theresia Ger6czy und Bruder des Ale» xander Anton ^s. d. Nr. 1^. Gabr ie l widmete sich dem geistlichen Stande, erhielt seine theologische Ausbildung in Rom, wo er vor Papst Innocenz XI I I . in einer össent» lichen Disputation sich besonders auszeich< nete. Er wurde dann Abt des h. Geistes zu Hrapko, Erzdiacon des Distriktes, genannt Oamai-olia, 1721 Domherr Zu Agram, im Jahre 1729 Weihbischof, 1731 Bischof von Siebenbürgen und am 6. Februar 1733 Erz. bischof uon Kalocsa. Obgleich von croatischer Abstammung, war er doch durch und durch Magyar. Wie weit er in diesem Puncte ging, dafür gibt Schwartner in seiner „Statistik von Ungarn", Bd. I , S. 124, einen nicht uninteressanten Beleg. Zu seiner Zeit siedelten sich in seiner Diöcefe viele Serben aus der benachbarten Türkei an. welche nur serbisch sprachen. Erzbischof Gab riel verstand es, sie in Magyaren zu verwandeln, indem er ihnen serbisch zu sprechen aul'6 strengste untersagte 345 Patachich und Jeden für ein gesprochenes serbisches Wort zwölf Goldstücke Strafe zahlen oder aber dem Schuldigen zwölfHiebe auf den entblößten Leib verabreichen ließ. Durch diese drakonische Maß» regel erzielte P., daß die Serben in der Ka- locsaer Diöcese schon in der ersten Generation völlig magyarisirt waren. — 4. Georg, Bi» schof von Bosnien (gest. 1?l6), war ein Sohn des Nikolaus aus seiner Ehe mit Martha Baronin Orsich und ein Bruder Baltha» s a r's ss. d. Nr. 2^. Georg widmete sich dem geistlichen Stande und trat anfänglich in den Orden der Gesellschaft Jesu, den er aber wie< der verließ; rr war zuletzt Bischof von Bos< nien. und als im Jahre 1714 Kaiser Kar l V I . auf dem Landtage zu Preßburg erschien, fiel auf Georg P die Wahl. den Monarchen im Namen der versammelten ungarischen Stände in einer Ansprache zu bewillkomm« uen. Georg hat folgende Schriften heraus' aegeben: „?slltg,2 Nls^iarum ^.mori Xavo- rians" (^i-navias 1693, 12«.); — ,(3ioi'i2. Lud cui-a OaznluU Z^Fi-abiouüiä givs Viri illuLtreL Hui ex d.oo OoUoFia (ad a. l370— 1683) xroäivsi-u.ut sto.« (Nonouias 1699, tam dellica loi-titnälus yMM sinFuIari aUy.no lacwors illusti-sä" (idiä. 1699, 24^.), diesrs und das vorige Schriftchen ungemein srlten. — 5. Johann Patachich (Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Vmicz in Un- garn 14. Juli 1649. gest. 2. April 17W), ein Sohn des Nikolaus P. aus dessen erster Ehe mit Katharina Vragovich, nach Anderen mit Katharina Gräfin Natkay, ein Bruder des Veröczer Obergespans Bal ' thasar sNr. 2) und des Bischofs von Bos« nien Georg l^ Nr. 4), Johann trat in jun> gen Jahren in den Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem er die philosophischen und theologischen Studien beendete und aus beiden die Doctorwürde erlangte; dann lehrte er folgewttse zu Tyrnau, Oratz und Wien phi. losophische und theologische Gegenstände. Zuletzt kam er alS Nector nach Agram, wo er im Alter von 5l Jahren starb. Er hat durch dea Druck veröffentlicht: ^Intnlat» in IIunFkria mrmäo Hut ooelo ua,ti" (I'??» iiavias 1«92, t)'x. aelcä., 8".), im Lapidar« vetsruN, Nc:o!s3iii6 k'i-oesruili nomino in tatis Iiostss" (idiä. 1693, 16".).
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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