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unbekannt). Zeitgenoß. Sein Name ist
wohl eine Slavisirung des deutschen
Bauer oder Pauer. Er widmete sich
der Malerkunst und besuchte die Akade-
mie der Künste in Venedig, später begab
er
sich
zur weiteren Ausbildung nach Rom.
P. hat mehrere Gemälde für verschie«
dene Kirchen im croatischen Küstenlande
vollendet. Von seinen letzten Arbeiten
sind bekannt: ein großes „MadonneiMü"
für den Hochaltar der Kathedralkirche zu
Fiume, und ein „Heiliger Andrea", Altar-
bild für die Andreascapelle zu Buccari,
kön. Freistadt am Quarnerischen Meer<
busen.
05l2,vsQS^i1i, d. i. Lexikon der süd<
slavischenKünftler (Agram 1859. Z. Gaj. gr. 8«.)
S. 338.
Paviö, Anton Branko (Arzt und
Schriftsteller, geb. zu Po2ega in
Croatien 43. Mai 1802, gest. ebenda
2. October 1833). Die Gymnastalclas-
sen besuchte er in seiner Vaterstadt'
die philosophischen Studien hörte er
theils zu Agram, theils in Pesth. Für
die medicinische Laufbahn sich entschei«
dend, begab er sich nach Wien. wo er im
Jahre 1827 die medicinische Doctor«
würde erlangte und dann zum Professor
der theoretischen und praktischen Medicin
in Salzburg ernannt wurde. Dort blieb
er vier Jahre und wirkte als Arzt in der
Choleraperiode sehr verdienstlich. Von
Salzburg überfiedelte er nach Villach in
Kärnthen, wo er wieder vier Jahre in»
mitten der slovenischen Bevölkerung zu«
brachte und in dieser Zeit mit besonderer
Vorliebe südslavische Geschichtsstudien
betrieb. Im Jahre 1336 beries ihn seine
Vaterstadt Po2ega als StadtphysicuS.
wo er bald eine der einflußreichsten Stützen
des Nationalrathes wurde. I n PoZega
wirkte P. auch als Arzt in ersprießlichster Weise bis zum Jahre 1833.' Nun begann
er zu kränkeln und suchte Linderung in
einem südlicheren Klima; in Folge dessen
unternahm er eine Reise nach Constanti.
nopel, erreichte aber nur Belgrad, wo
sein Leiden schon so zunahm, daß er die
Reife nicht weiter fortsetzen konnte, son«
dern nach Hause zurückkehren mußte, wo
er auch bald. 31 Jahre alt. starb. P.
schrieb folgende Werke in seiner Mutter»
spräche: „Geschichte Slaullnienz mn den ällr-
Sten big ant die neuesten Seiten" ; — „Tllpll-
graphie und Gthnographie Slavoniens" — und
„Flora Zlllullniens", von welchen Arbeiten
jedoch nur Fragmente in dem von der
südslavischen Gesellschaft in Agram her«
ausgegebenen „^lkiv" im Drucke erschie»
nen sind.
Nsvtzn. 2adavni 1 xouöni Nät, d. i. Neuen.
Zeitschrift für Unterhaltung und Belehrung
(Agram. 8".) t834. Nr. 26. S. 414: „Zivoto-
I>iLi LiavbQski", d. i. Slavische Biographien.
Pllvio, Emerich (gelehrter Fr an.
ziskanermönch, geb. zu Ofen im
Jahre 1716, gest. ebenda im Jahre
1780). Nachdem er in Ofen die Ele-
mentarschulen und das Gymnasium be-
sucht, trat er in den Franziskanerorden,
in welchem er die philosophischen und
theologischen Studien beendete. Nach
erlangter Priesterweihe ging er zunächst
als Prediger nach Bas und von dort
nach Baja im Banate, wo er zwei
Jahre Philosophie, dann nach Ofen, wo
er zehn Jahre Theologie vortrug. P.
bekleidete verschiedene Würden seines
Ordens und ging im Jahre 4761 als
Visitator der Klöster desselben nach Bul.
garien. Von dort kehrte er nach Ofen
zurück, wo er als emeritirter Rector,
Exdesinitor und zweimaliger Commissa»
rius in der Provinz von Bulgarien im
Alter von 64 Jahren starb. P. hat Mehre-
res in lateinischer und illyrischer Sprache
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon