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Parolis
hören. Nach seiner Rückkehr von dieser
Künstlerfahrt nahm er bleibenden Auf>
enthalt in Prag und wurde nach
dem Tode des Kapellmeisters Svo
boda im Jahre 4855 Director des
Vereins für Hebung und Förderung der
Militärmufik in Böhmen. Dieser Verein,
der einzige in der Monarchie, wurde im
Jahre 4850 von Svoboda gegründet
und hatte es sich zur Aufgabe gemacht,
Capellmeister und tüchtige Musiker für
Militärcapellen und Harmonien heranzu
bilden. Unter P., als er im Jahre 4836
im Vereine eine Schule für Flügelhorn.
Trompete und Euphonium begründete,
hob sich der Verein in zusehender Weise
und schon sind aus ihm viele tüchtige
Mllitärcapellmeister und andere geschickte
Tonkünstler hervorgegangen. Auch er>
theilt P. in seiner Schule außer dem
Unterrichte auf den obgenannten Blech
Instrumenten solchen im Violinspiele. Bis
zum Jahre 4857 blieb P. als Posaunist
im Theater-Orchester, nun aber trat er
aus demselben, sich ausschließlich den
Zwecken seiner Anstalt widmend, die
einen immer schöneren Aufschwung nahm.
Nebenbei schrieb P. viele Stücke für ver-
schiedene Instrumente, meistens aber für
Militärkapellen, welche ob ihrer geschickten
Fassung und Durchführung großer Be>
liebtheil sich erfreuen und weite Verbrei«
tung finden. I n neuester Zeit erst be-
gründete P. ein Central-Inftitut für
musikalische Interessen. Von seinen Com-
Positionen ist mehreres gedruckt, unter
andern sein Marsch der Sokolisten (?o-
okoä so^oiüv), eineS öechischen Vereins
in Prag, und vor ein paar Jahren.
4863, gab er eine Flügelhornschule in
zwei Heften heraus.
slovnilc QHuöu^. Redaktor Dr. I'raut.
Laä. RisFsi-, d. i. Conoersations-Lerikon.
Redigirt von vi-. Franz Ladislaus Rieger
(Prag 1859. I . Z. Kober. 3er. 8«) Bd. VI ,
396 Pawlowsky
S. 182. — Neues Universal 'Ler ikon
der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius
Schladebach, fortgesetzt von Ed. Berns»
dorf (Dresden. R. Schäfer, gr. 8<>.) Bd. I I I ,
S. 149 lnach diesem geb. am 14. Mai 1819).
Pawlowsky von Rosenfeld, Wenzel
(k. k. Genera l -Major und Ritter des
Maria Theresien-OrdenS, geb. in Böh-
men im ersten Viertel deS 18. Iahrhun»
derts. gest. 23. November 4778). Ent.
stammt einer böhmischen Familie, über
welche die Quellen, S. 347, nähere Auf.
schlüffe geben. Wenzel's Vater, Daniel
Pawlowsk i , der sich gleich seinen
Vorfahren des Prädicates von Rosen-
fe ld bediente, wareinwohlhabenderBür»
ger zu Prag. Wenzel widmete sich
dem
Waffenhandwerke und hatte sich schon
im Erbsolgekriege beim Geniecorps her«
vorgethan; bei Beginn deS siebenjähri«
gen Krieges, 1736, war er bereits
Major. Die Tage seines RuhmeS fallen
in die Periode desselben. Schon im
zweiten Feldzuge desselben that er sich
bei Kollin, 17. Juni 1737, auf daS
Glänzendste hervor. Vor der Schlacht
hatte er daS Terrain sorgfaltig recogno«
scirt, die Anhöhen mitTruppen besetzt und
während der Schlacht die einzelnen Regi«
menter in ihre Aufstellung geführt. Bei
Breslau, 22. November, errichtete er auf
den Anhöhen, Redouten und Batterien,
und in der Schlacht selbst hatte P., immer
zur Seite des Feldmarschalls Daun, der
ihn seines außerordentlich schnellen und
richtigen Augenmaßes wegen vor Ande-
ren in seiner Nähe zu haben wünschte,
bei den Bewegungen der in's Feuer
gesendeten Regimenter, denen er die
Befehle des Feldherrn überbrachte, mit
Gefahr seines Lebens die ersprießlichsten
Dienste geleistet. Im dritten Feldzuge,
1738. stand fein Name in den Relativ«
nen der Belagerung von Olmütz und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon