Seite - 400 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
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ersten Male heimgesucht, wurde er durch
die sorgsame Pfiege seiner Schwester so
weit hergestellt, daß er seinen Broterwerb,
das Unterrichtertheilen in der Musik,
wicher aufnehmen konnte, jedoch mußten
seine Schüler jetzt zu ihm in die Wohnung
kommen; als ihm aber in den letzten Iah»
ren widerholte Schlaganfälle alle Kraft
zum Erwerbe raubten, versank er, da er
in feinen besseren Tagen nicht zu sparen
verstanden hatte, in große Dürftigkeit
und lebte nur mehr von der Unterstützung
seiner Jugendfreunde, bis ihn im Alter
von 38 Jahren der Tod von seinen Lei»
den erlöste. P. liegt auf dem Meidlin-
ger Friedhofe begraben. Als Comvosi»
teur war P. ungemein fruchtbar, die
Zahl seiner Compofitionen ist Legion und
darunter befinden sich große Tonstücke,
wie Opern, Messen, Concerte u. dgl. m.;
die der gedruckt erschienenen erhebt sich
über anderthalb Hundert. Nach den
verschiedenen Gattungen abgetheilt, sind
P.'s Compositionen im dramatischen
Fache sechs komische deutsche Operetten:
„Nn unlde Jäger" ; — „Ner hohle Vavm";
„NuZ ZtkrnennMchen"; — „Nie mu5ikllli5che
Mlldemie" ; — „Zie Grauer"; — „Nie
Einsame"; drei romantische Opern: „Hach-
lllnt>5 FürZten", in 4 Acten, für Amster«
dam; — „I^a ^o^s cis <3^?6"^ in
2 Acten, und „^a <?7-0l'cv Hs/su«, in
3 Acten, beide für das Theater (Däson
in Paris; und ein deutsches Vaudeville:
„Ollen", in 3 Acten, für das Theater in
der Iosephstadt; im Kirchen facke:
2 große Messen, 2 kleine Zandmeffen.
4 vier« und 4 dreistimmige Mefse mit
Orgelbegleitung für die Charwoche, meh«
rere Graduale. Motetten, „^n^wz
s^o« u. f. w.; im Mil i tärmusik-
fache: eine unzählbare Menge von
Marschen, Rondo'S, Ouvertüren, Va-
iationen, Walzern, Ecoffaiffen u. s. w. für Harmonie sowohl als für die ganze
sogenannte „türkische Musik". Hinsicht«
lich dieser Compositionen ist zu bemerken,
daß P. , der in dieser Richtung an
13 Jahre unentgeltlich thätig war, viel
zu dem hohen Standpuncie beigetragen
hat, auf welchen sich eben zu seiner Zeii
die österreichische Militärmusik emporge»
schwungen, er hatte ebenso wohl eine
neue Instrumentirung eingeführt, als
auch seine Compositionen ganz dem
Geiste dieses Genre's angepaßt; an
Kammer« und anderen Compo»
sit ionen: 3 Concerte für das Piano-
forte; 1 Trio für Piano. Alto und Cello;
1 Quintett für Piano, Flöte, Viola.
Alto und Cello; 1 Octett für Piano.
Violon. Flöte. Alto, Cello. Baffo und
2Corni; 2 Gelegenheitscantaten; meh-
rere Fugen für 2 und 4 Violinen; eine
Masse von Walzern, MenuetS und sonsti.
gen Tänzen für alle Tanzfäle Wiens;
mehrere Serenaden für 1 Flöte und
Ouitarrs oonoeltant; andere für Man«
doline und Guitarre; 40 Sonaten für
das Piano allein; 1 für Piano und
Flöte; viele Stücke für die Physharmo.
nika° 60 Uebungen für die rechte und
linke Hand für etwas vorgerückte Cla«
vierspieler; 6 leichte Fugen für Orgel oder
für Piano', 42 VklL03 äk dra^our äans
168 t0NL IQ2/i'6Nr3 P- 1s 1^12,110 ;
drill. x. Ie I i^ano sur I«.
") deren über einzelne The«
men aus „Wilhelm Tell", „Robert der
Teufel", „1.2 8tr2.nisra", über die Bar-
carole aus „Oberon", den Chor aus
„Euryanthe", über die Romanze aus
„Zampa" und über Weber's „I^a äer-
iir lg.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon