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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 406 -
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Seite - 406 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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406 die bezüglichen Maßregeln aber dem ungarischen Ministerium mittheilen werde. So endigte die Audienz zu Schön- brunn. Die Deputation kehrte auf der Donau nach Pesth zurück, wo sie am 10. September Nachmittag ankam. Aber die mittlerweile bekannt gewordene Nach. richt von dem kais. Handschreiben an den Ban gab der ganzen Situation ein anderes Licht. In so stürmischer Periode führte Päzmändy den Vorsitz im Hause. Am 13. September begab er sich an der Spitze von sieben Mitgliedern zu dem Erzherzog Palatin Stephan, um ihn im Namen des Hauses zu bitten, er wolle das Commando über die Drauarmee über« nehmen. Am 30. September berichtete er dem Hause über den ersten Zusammenstoß mit den Croaten und daß sofort eine Volksversammlung bezüglich des Land» sturmes stattfinden werde. Am 8. Octo« ber war auf den Mauerecken nächste« hendes, „buchstäblich copirtes Placat" zu lesen: „ I n der Nacht angelangte neueste Nachrichten. General Roth sammt seinem über 6000 Mann zäh- lcnden Lager, 12 Kanonen und der ganzen Kriegsmunition ist durch die Obersten Moriz Perczel und Arthur Görgey gefangen genommen worden. In Wien ist eine Revolution ausgebro» chen und nach Berichten des Regierungs- commissärs im Oedenburger Comitate, Alexander Niczky, der größte Feind unseres Vaterlandes, der österreichische Kriegsminister Graf Bai l le t 'Latour , aufgehängt worden. Unsere Truppen ziehen dem Lager des Ie l laö iä ent> gegen. Dionys Päzmandy". Indessen nahmen die kriegerischen Ereignisse ihren Fortgang. Pazmändy nahm noch immer den Präsidentenstuhl ein. Am Sylvesterabend 1848 legte er sein Amt nieder. Ueber die Motive dieses Schrittes liegt nichts Authentisches vor. T6th berichtet: „Als im December die Thron« besteigung des Kaisers und Königs Franz Joseph als gesetzlos erklärt wurde, habe P Hzmandy der pragma- tischen Sanction eine andere Deutung gegeben, als Kossuth, der damalige Dictator. Für dieses kühne Aussprechen seiner Ansicht wurde er von den Lippen, an welchen damals daS ganze Volk, also auch Leben und Tod hing, mit irgend Etwas bedroht, „was auch der zehnte Mann nicht liebt"; seit dieser Zeit wurde er mißmuthig. I n der dunklen Sylvester« nacht sprach er den Beschluß aus, welcher die Deputirten nach Debreczin beorderte, er selbst aber blieb zu Hause." Nach Eini< gen soll er an den Fürsten Windisch« Grätz einen Brief geschrieben haben, worin er denselben um Vergebung seiner revolutionären Sünden bat, worauf der Fürst dem rmmüthigen Patrioten Par» don habe angedeihen lassen. Für die Wahrheit dieser Vorgänge liegt nichts vor, denn die von einem F. N. verfaßte Schrift: „Ungarns politische Charak» tere", welche diesen Hergang berichtet, hat nicht geschichtliche Glaubenswüldigkeit. Nachdem P. sein Amt niedergelegt, zog er sich von allem politischen Treiben zurück, begab sich nach Baracska, wo er die letzten Jahre seines Lebens, das im schönsten Mannesalter von erst 40 Iah- reu endete, der Erziehung seiner Kinder und der Bewirthschastung seiner Güter widmete. P. war mit 3yd ia Do m on> kos verheirathet, welche ihm drei Söhne und zwei Töchter gebar. Die ersteren sind B6 la . Dionys und Geysa, die letzteren Wi lhelmine, vermalte Otto Lonyay, und Serena. Ungarns politische Charakter«,'. Gc» zeichnet uon F. R. (Mainz 183l. I . G. Wirth Sohn. 8<>.) S. 163. — Levit schnigg (Hein-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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