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für äafär ik . Hanka und für die böh«
mische Akademie der Wissenschaften öe«
chische und lateinische Manuscripte ab.
Zu literarifchem Schaffen munterte ihn
vor Allen Cajetan Ty l auf. für dessen
Zeitschrift „Kvet?« (die Blüthen) er im
Jahre 1843 mehrere Artikel schrieb, wo-
rauf er, als in Prag in der Rosengasse
das eiste öechische Theater entstand, für
dasselbe mehrere Stücke und Singspiele
überfetzte. Damals begann er auch die
Herausgabe des Sammelwerkes: »
sH"^ d. i. Bibliothek
belehrender und unterhaltender Schriften
für das jugendliche und vorgerücktere
Alter, wovon innerhalb der Jahre 1844
bis 1847 bei Fournier in Znaim
42 Hefte erschienen sind; auch gab er
damals (1847) im nämlichen Jahre das
Volksbuch: „^ae^av M)Vi?^ ansö.- ä's-
<M5^aü öl/ ms/ ö^e", d. i. Wenzel
Novak, oder der Bauer, wie er sein soll,
in 2 Banden heraus. I n der Zwischen-
zeit beendete er das medicinische St»
dium. erlangte dann im Jahre 1843 die
Doctorwürde und nahm an der politl»
schen Bewegung letztgenannten Jahres
regen Antheil: so war er Centurio in der
akademischen Legion, Mitglied der ersten
Deputation der Hörer der medicinifchm
Facultät nach Wien, Ausschuß der 81o-
VKUL^Ä UpI. und Deputirter des eech'l'
schen Landtages, der freilich in diesem
Jahre nicht zusammentrat. Im Jahre
1849 versah er provisorisch das Lehramt
aus der Naturgeschichte ant Gymnasium
in der Altstadt und im Jahre 1830 auch
an der Realschule. Auch wurde er im
nämlichen Jahre außerordentliches Mit-
glied der kön. böhmischen Gesellschaft der
Wissenschaften und unternahm eine wif>
senschaftliche Reise nach Schweden, welche
er in der Zeitung beschrieb; in Stockholm besichtigte er die
öechischen Manuscripte und veröffentlichte
eine Abhandlung darüber im Jahrgange
1831 des „öa.50i>i8 össkslio Uu26nm".
Ebenda fand er auch das alte und
interessante böhmische Literaturdenkmal
der Legende der h. Katharina, ein Ge«
dicht von 3819 Versen, das er spater
unter dem Titel: „^>oi sv<5ts ^a?6?^'wA"
(Prag 1860. Rohlicek) mit Einleitung
und Worterklärungen von dem Archivar
Karl Iaromir Erben herausgab. Nach
seiner Rückkehr von der viermonatlichen
Reise setzte er sein naturwissenschaftliches
Zehramt fort und versah unter Einem
durch zwei Jahre, 4831 und 1832. die
Redaction des „I^äknnil^ kospo-
ääks^«, d. i. Landwirtschaftliches
Wochenblatt, daS die ökonomische Gesell»
schaft in Prag herausgibt. Im Jahre
1833 wurde er wirklicher Professor am
Gymnasium zu Neuhaus und blieb eS
bis zum Jahre 1836, in welchem er un>
Versehens seine Entlassung erhielt. Er
kehrte nun nach Prag zurück, besuchte
zwei Jahre hindurch mit großem Eifer
die medicinifchen Vortrage und widmete
sich dann dem ärztlichen Stande. Im
Jahre 1860 war er Stadtarzt zu Blatna
im Piseker Kreise. Ueberdieß beschäftigte
er sich unaufhörlich mit Schriftstellers.
Seine große Menge, theils selbstständiger,
theils übersetzter Schriften zählt Franz
D ou ch a's „Vlniliopisn^' Liovnik öes^o-
3i0V6N3k^") d. i. üecho-slavisches biblio.
graphisches Lexikon (Prag 1864, Kober,
schm. 4«.), S. 169. auf. Von ersteren
sind außer den bereits genannten noch
anzuführen:
ss ^smss^Fia H'vo<ta", d. i. Meister
Loukotsky und seine Gesellen, oder wohin
führt das Spiel. Erzählung aus dem
Handwerkerleben. Mit 14 Holzschnitten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon