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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 150 -
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Ducftenberg 180 N,ueftenberg Trautm annsdorf, dem berühmten Unter Händler des wesiphälischen Friedens, zu Tyr nau in Ungarn bei Wal len stein, der da mals dem Siebenbürger Fürsten Bethlen Gabor gegenüberstand. Im Jahre 1627 ver< mittelte er die Angelegenheiten mit Wallen« stein, gegen den wegen der Verwüstungen der Nietrichstein'schen und siechten« stein'schen Güter in Schlesien Klageschriften beim Kaiser eingelaufen waren; im näm lichen Jahre streckte Wallenstein dem Kaiser durch Questenberg's Einfluß die Geldmittel zum Kriege oor. Im Jahre 1628 befand sich Q, wieder bei dem Frieüländer in Angelegenheit der Abdankung und Referi- rung des überflüssigen Kriegsuolkes und con- feritte nuch mit Col la l to über die Ver- minderung des Heeres in den oberen Rhein> kreisen. Im Jahre l623 suchte Q. bei Wal» len stein Nachlaß der Bedrückungen gegen die Länder der katholischen Churfürsten zu erwirken. Bis kurz vor Wnllenstein's er> ster Absetzung versah ihn Questenberg, der immer mii ihm in freundschaftlichen Vezie« hungcn gestanden, mit wichtigeren Nachrich« ten vom Hofe. All endlich Wal len stein'6 Absetzung beschlossen war, war es Questen» berg, der mii Werdenberg vereint ihm die Nachricht seiner Entlassung überbrachte. Wal len st ein beschenkte den Voten dieser nicht angenehmen Nachricht mit zwei reichgc, schirrten Postzügen von je sechs Hengsten besten mecklenburgischen Geblüts. Als nach der unglücklichen Schlacht bei Nreitenfelo neuerdings Unterhandlungen mit Wallen» stein wegen Uebernahme des Generalateö angeknüpft weiden sollten, wurde wieder Questenberg ausersehen, dieselben zu füh> ren. Auch als später Wal len stein den Oberbefehl des Heeres wieder übernommen, neue Spannungen zwischen dem Kaiser und dem Friedländer eintraten und insbesondere diese Spannung sich steigerte, als Wallen» stein's Generale sich weigerten, kaiserliche Befehle zu vollziehen, wurde Questcnberg neuerdings an den Friedländer abgeordnet, um diesen zu bestimmen, daß er seinen Heerfiih« rern die Vollziehung kaiserlicher Befehle auf> trage. Zu gleicher Zeit hatte Q, von Seite des Kaisers Auftrag, die Stellung von L«NU Reitern für den'Cardinal-Infanten, der durch Deutschland nach den Niederlanden ziehen sollte, von Wallenstein zu verlangen, worüber Wallenstein nichts weniger als «baut war. Indessen war die Frucht gereift und Wal len stein's Untergang— den auch Questenberg, so groß sein Einfluß sonst war, nicht zu hindern vermochte — eine beschlossene Sache. Nach Wal len stein's Niedcrmetzelung wurde Q. mit T raut - mannsdorf nach Leitmerih gesendet, um dort mit kursächsischen Ministern Friedens» Unterhandlungen zu pflegen. Im Jahre!641 befand sich Q, mit Kaiser Ferdinand I I I . auf dem Regensdurger Reichstage und unter' handelte daselbst mit dem türkischen Boi> schafter, der dahin gekommen war, um Frie« den zu bitten. Im August «43 führte Q. den Fürsten AnnibalGonzaga als Gou< uerneur in Wien ein, und im folgenden Jahre befand er sich vom Herbste bis zum Winter in Ungarn, um im Vereine mit dem Palatin Gßterhllzy, mit dem Krieqsraths- Präsidenten Heinrich Grafen Schlik und dem Feldmarschall Rudolph non Teuft fcnpach ein Friede„sbündn!ß mit Georg Rakotzy zu schließen, welches jedoch nicht zu Stande kam. Endlich wurde Q, kaiser- licher geheimer Rath und Vice-Hofkriegs» raths-Präsident, und starb als solcher in ziemlich hohen Jahren, nachdem er schon im Jahre l62l zugleich mit seinem Bruder Her- mann in den Freiherrnstand erHoden wor> den war. Seine historisch wichtige Corrc» spondenz aus der Zeit des 20jährigen Krieges befindet sich im fürstlich Kn u n itz'scheu Cen» tral-Nrchiu zu Iarmeritz in Mähren. ^A!l. gemeines historisches Lex i ton (Leip> zig 173«. Th. Fritschen's Erben, gr. Fol.) Bd. I I I , S. »24) — 3. Hermann Frei» Herr von Q, (lebte in, der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts), wahrscheinlich ein Bruder der Gräfin Marie Char lo t te . Er hat sich vornehmlich als trefflicher Lautenspieler bekannt gemacht. Er lebte theils zu Wien, theils auf seinen Gütern in Mähren, wo ec namentlich viel für die Verbreitung der Musik thätig war. Auf seine Veranstaltung wurden mehrere große Oratorien in Vrünn zur Auf> führung gebracht. Er ist im Jahre 1728 als Lautenvirtuos in fast ganzer Figur, sein Lieb- lingsinstrument spielend, nach einem Gemälde von I. Kupezky, von A, und I . Schmu- her in Folio in Kupfer gestochen. Das Blatt selbst ist schon selten. Herder (Ernst Lud« wig), Historisch »biographisches Lexikon der 'Tonkünstlei (Leipzig 1790, I . G. I . Breit» köpf, gr. 8».) Theil I I I , Sp. 784. — Dla° bacz (Gottfried Johann), Allgemeines histo« risches KünstlwLexikon für Böhmen und zum
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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