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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 169 -
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Nadakovics 469 Nlldllkavics überredete, sein Ämt niederzulegen und sich ganz der musikalischen Ausbildung seiner Kinder zu widmen. Der Vater brachte diese« Opfer, begab sich mit sei- nen Kindern im Herbste 1882 nach Wien, ertheilte ihnen theils selbst den Unterricht in der Musik, theils ließ er ihnen den» selben durch HellmeSberger ecthei» len. Im Conseruatorium eingeschrieben, errangen sie bei den Prüfungen die ersten Preise und erregte dag Kinder>Kleeblatt in'den Concerten, die eS gab, allgemei- neS Aussehen, Im April !858 unter- nahm der Vater die erste Kunstreise mit seinen Kindern, und zwar nach Ungarn, Siebenbürgen, in die Moldau, Buko» wina und Walachei. Der Erfolg wc>r ein überaus günstiger. Auf der Rückreise gaben sie wieder Concerte in Wien, be> gaben sich dann nach Prag, wo sie vor Kaiser Ferdinand spielten, und nach Dresdeni von dort nach Leipzig, Wei> mar, Hannover, Halle. Jena, Erfurt, Bremen, Hamburg und Verlin, überall glänzende Erfolge feiernd. Sie spielen neben sogenannten Paradestücken mit Vorliebe classische Werke und haben an großen Concertpiecen, die sie fehlerlos auswendig spielen, ein Repertoir von über dritthalbhundect Nummern. — Zwei jün- gere Geschwister, Toni (geb, 20.September 1333) und Johann Baptist (geb. 2. Juli 1886), beide aus deS Vaters zweiter Ehe, zeigten ein gleiches musikalisches Talent wie die drei oben genannten älteren Ge« schwister. Wo sich die Künstlerfamilie jetzt besindet, ist nicht bekannt. Fiankfut te i K onversationeb lat t (4°) 183?, Nr. <4l, S, 563: „Die Geschwister Raczek". — Jahreszeiten (Humburg. schm, 4°.) 183?, Nr. 2l, S, 329. Rlldllkadics, Joseph, bekannt unter dem Pseudonym VaS Gerebcn (un> garischer Romanschriftsteller, geb. zu F ü r g e d .im Tolnaer Comitate 9. April 1823, gest. ;u Wien 26. Jan- nei 1868). Sein Vater Michael war Hofcichtei- in Diensten deS Fürsten Bat< thyäny. Der Sohn besuchte die unteren Scbulen in Veszprim und Stuhlweifsen» bürg, dann in Fünfkirchen, und widmete sich für kurze Zeit der Oekonomie, begab sich aber darauf nach Raab, wo er die Rechte studirte. Nach Beendigung der- selben gab er mit seinem Freunde Aladi ein Volksblntt heraus, daS seines körnigen Inhalts wegen große Verbreitung fand. Nun übte R. die RecbtspraxiS in Oeden» bürg aus und erhielt im Jahre 1846 daS ungarische Aduocaten.Diplom. trieb'aber nnmer die Schriftsteller«! fort, indem er damals für die beiden ungarischen Nlät- tcr „Netköxek«) d. i. Lebensbilder, und das von Vahot redigirle «?oLti Nivat- lax" arbeitete. Im Jahre 184? begrün, dete er selbst daS Witzblatt: „Nistköpek äs äar^skszLek", d. i. Lebensbilder und Wespennester, das er in Pesth her. ausgab. Zu Ende genannten Jahres übersiedelte er nach Raab, wo er seine Advocatur anSübte,' dann übernahm er in Pesth im Jahre 1848 die Redaction des „NerMrät", d. i. Volksfreund, nachdem er kurz zuvor die Broschüre: d. i. Altes AVC für alte Leute, verössent. licht hatte, welche durch das Ministerium in einer großen Menge von Erempla- ren verbreitet wurde. Der oberwähnte „Volksfreund" erschien etwaS über ein Jahr. von Mai 1848 bis August 1849'. daSBlatt übte unter den damaligen stürmi« schen Verhältnissen einen nicht geringen, und zwar beschwichtigenden Einfluß, weil es gegen die.uon Tansics gepredigten communistifchen Ideen, durch welche das Volk zum Haß gegen die besitzenden Stände aufgestachelt wurde, in erfolg.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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